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How the Modern World Makes Us Mentally Ill - YouTube
Channel: The School of Life
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Die moderne Welt ist in vieler Hinsicht großartig
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(es gibt gute Zahnärzte, zuverlässige Autos, leichte Kommunikation zwischen Mexiko und unserer Großmutter in Schottland)
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doch tragischerweise ist diese moderne Welt auch überfordernd und kann zu latenter Angst und depressiven Gefühlen führen.
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Insbesondere sind sechs Merkmale der Moderne zu nennen, die diese psychischen Störeffekte auslösen.
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Für jedes davon gibt es mögliche Gegenmittel, die wir nur dann einsetzen können,
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wenn wir über die betreffenden Schwierigkeiten Bescheid wissen.
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Dies sind die sechs Punkte:
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1. Die Leistungsgesellschaft
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Unsere Gesellschaft vermittelt uns, dass jeder es mit Begabung und Einsatz schaffen kann.
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Die Schattenseite dieser befreienden und guten Idee ist, dass ausbleibender Erfolg nicht wie früher als Missgeschick
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oder Unglück angesehen wird, sondern als ein Zeichen von Bequemlichkeit oder mangelnder Begabung.
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Wenn alle an der Spitze ihren Erfolg verdient haben,
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dann verdienen auch alle am unteren Ende der gesellschaftlichen Leiter ihr Versagen.
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In einer solchen Leistungsgesellschaft wird Armut vom Problem zum Verhängnis,
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und wer es nicht schafft, hat nicht etwa Pech gehabt sondern ist ein Versager.
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Die Lösung ist eine starke, kulturell getragene Überzeugung von zwei wichtigen Dingen:
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Glück bedeutet Erfolg, der nicht nur von Begabung und Fleiß abhängt;
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Unglück bedeutet, dass ordentliche Menschen versagen können und unser Mitgefühl verdienen und nicht etwa Verachtung.
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2. Individualismus
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Eine individualistische Gesellschaft predigt uns, dass das Individuum und seine Erfolge alles sind
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und dass jeder ein besonderes Schicksal hat.
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Nicht etwa die Gemeinschaft zählt; die Gruppe ist etwas für Hoffnungslose.
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„Normal“ zu sein gilt als Verhängnis.
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Folglich wirkt alles, was - statistisch gesehen - die meisten erreichen, wie ein sonderbares Versagen.
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Die Lösung wäre die Wertschätzung eines guten, normalen Lebens
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– und des Alltags mit seinen kleinen Freuden und stillen Helden.
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3. Diesseitigkeit
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Säkulare Gesellschaften glauben nicht mehr an etwas Höheres oder an etwas, das jenseits von ihnen existiert.
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Früher diente die Religion dazu, unsere Belanglosigkeiten und Statuskämpfe zu relativieren.
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Aber heute gibt es nichts mehr, was die Menschen fürchten müssen,
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vielmehr sind Siege und Niederlagen das Ende von allem.
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Die Lösung wäre hier, uns regelmäßig ein größeres Ganzes zu vergegenwärtigen,
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um wohlwollenden, relativierenden Blick auf unsere Sorgen zu gewinnen:
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Musik, die Sterne bei Nacht, die riesige Weite der Wüste oder des Meeres - solche Perspektiven würden uns darüber hinwegtrösten, wie es uns geht.
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4. Romantik
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Die Philosophie der Romantik lehrt uns, dass es für jeden irgendwo in der Welt einen Menschen gibt,
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der uns vollkommen glücklich machen kann.
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Doch meist müssen wir uns mit allenfalls erträglichen Beziehungen abfinden,
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mit jemandem, der irgendwie ganz akzeptabel ist, aber andererseits auch ziemlich schwierig.
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Das kommt uns vor wie eine Katastrophe, verglichen mit unseren ursprünglichen großen Erwartungen.
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Die Lösung wäre, einzusehen, dass wir nichts falsch gemacht haben sondern dass man uns bloß einen unrealistischen Traum vorgegaukelt hat.
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Stattdessen sollten wir mehr Wert legen auf Freundschaft und nicht-sexuelle Liebe.
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5. Die Medien
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Die Medien haben ein hohes Prestige und spielen eine große Rolle in unser aller Leben
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– aber sie lenken unsere Aufmerksamkeit auch auf Dinge, die uns besorgen,
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beängstigen und empören und uns dabei jeglichen aktiven Einfluss darauf verweigern.
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Normalerweise widmen sie sich den unrühmlichsten Seiten des Menschen,
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ohne dabei normale gute Absichten, Verantwortung und Anstand zu beachten.
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Im schlimmsten Fall verführen sie zu Selbstjustiz.
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Die Lösung wären Nachrichten, die sich auf Lösungen konzentrieren statt Wut zu schüren,
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die größere Zusammenhänge untersuchen statt plakativ Sündenböcke und exemplarische Übeltäter darzustellen
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– und die uns regelmäßig vergegenwärtigen, dass wir vor allem Nachrichten brauchen,
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die mit unserem eigenen Leben und unmittelbaren Erfahrungen zu tun haben.
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6. Perfektionismus
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Moderne Gesellschaften betonen, dass wir zufrieden, gesund und erfolgreich sein sollten.
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Folglich fühlen wir uns ungenügend, schwach und meinen, wir hätten unser Leben verschwendet.
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Eine Lösung wäre eine Kultur, die immer wieder betont, dass wir Perfektion nicht in der Hand haben
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– dass psychisch oder geistig nicht ganz auf der Höhe zu sein, zum Menschsein dazugehört,
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und dass wir vor allem gute Freunde brauchen, mit denen wir unsere eigentlichen Ängste und Schwachstellen aufrichtig bereden können.
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Heutzutage gibt es viel mehr Auslöser von psychischem Stress als Gegenkräfte.
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Was wirklich gut tut, ist Mitgefühl dafür, dass wir in diese moderne Welt hineingeboren sind.
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Aber es gibt Hoffnung, dass wir Lösungen finden,
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individuell und als Gesellschaft: wir müssen nur hinreichend klar erkennen,
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woher unsere Ängste und Sorgen stammen.
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