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The Silk Road: Connecting the ancient world through trade - Shannon Harris Castelo - YouTube
Channel: TED-Ed
[0]
Übersetzung: Judith Waczek
Lektorat: ifb Kempten
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[19]
per Flugzeug oder Schiff
den Ozean überqueren.
[21]
Heute bewegen sich
Güter und Informationen
[23]
in einer noch nie dagewesenen
Menge und Geschwindigkeit um die Welt.
[27]
Doch der weltweite Handel
ist älter als wir denken
[30]
und reicht über 2 000 Jahre
auf eine 8 000 km lange Route zurück,
[34]
die als die Seidenstraße bekannt ist.
[36]
Diese bestand jedoch nicht
aus einer einzigen Straße,
[39]
sondern einem Netzwerk aus Handelswegen,
[41]
das sich allmählich
über Jahrhunderte entwickelte
[43]
und Stück um Stück viele
Siedlungen miteinander verband.
[47]
Die ersten Agrargesellschaften lebten
[49]
in abgelegenen
und fruchtbaren Flusstälern.
[51]
Ihr Weiterziehen wurde durch
die geografische Umgebung
[54]
und die Angst vor
dem Unbekannten erschwert.
[56]
Doch allmählich stellten
die Menschen fest,
[58]
dass die trockenen Wüsten und Steppen
[60]
nicht von sagenhaften Dämonen,
[62]
sondern von berittenen
Nomadenstämmen bewohnt waren.
[65]
Die Skythen zwischen
Ungarn und der Mongolei
[68]
waren mit den Zivilisationen
[69]
der Griechen, Ägypter, Inder
und Chinesen in Kontakt gekommen.
[73]
Diese Begegnungen waren oft
gar nicht friedlich.
[76]
Doch trotz der Überfälle und Kämpfe
[78]
sowie dem Handel und Schutz
reisender Händler
[80]
im Tausch gegen Zollzahlungen
[82]
begannen die Nomaden,
Waren, Ideen und Technik
[85]
zwischen isolierten
Kulturen zu verbreiten.
[88]
Eine der Hauptstraßen
des wachsenden Netzwerkes
[91]
war die Persische Königsstraße,
[94]
fertiggestellt von Dareios I.
im 5. Jh. v. Chr.
[96]
Sie erstreckte sich über etwa 3 200 km
vom Tigris bis zur Ägäis.
[101]
Mit ihren Knotenpunkten war es möglich,
[103]
Waren und Nachrichten 10 x schneller
zu verbreiten, als mit nur einem Boten.
[108]
Alexander der Große eroberte Persien
[110]
und stieß nach Zentralasien vor,
indem er Städte wie Samarkand einnahm
[114]
und neue Städte
wie Alexandria Eschate gründete.
[117]
Das Netzwerk aus Kultur und Handel aus
Griechenland, Ägypten, Persien und Indien
[121]
reichte weiter in den Osten
als jemals zuvor
[123]
und war der Grundstein für eine Brücke
zwischen China und dem Westen.
[127]
Dies gelang im 2. Jh. v. Chr.,
[130]
als ein Botschafter namens Zhang Qian
in den Westen entsandt wurde
[133]
um mit den Nomaden zu verhandeln.
[135]
Bei seiner Rückkehr
erzählte er dem Han-Kaiser
[137]
von Hochkulturen, florierendem Handel
[140]
und exotischen Waren jenseits
der westlichen Grenzen.
[143]
Botschafter und Händler wurden
Richtung Persien und Indien gesandt,
[147]
um Seide und Jade gegen
Pferde und Baumwolle zu tauschen.
[149]
Armeen sicherten ihren Weg ab.
[152]
Langsam verbanden sich die
östlichen und westlichen Straßen
[155]
zu einem umfassenden Netzwerk
über ganz Eurasien.
[158]
Der kulturelle Austausch und Handel
[160]
erreichten ganz neue Ausmaße.
[162]
Chinesische Waren gelangten nach Rom,
[164]
weshalb das Gold knapp und
Seide verboten wurde,
[168]
und römische Glaswaren
wurden in China teuer gehandelt.
[171]
Bei Militärexpeditionen in Zentralasien
[173]
begegneten sich chinesische
und römische Soldaten.
[177]
Möglicherweise wurde so
sogar die Armbrust
[179]
in die westliche Welt gebracht.
[181]
Die Nachfrage nach exotischen
und fremden Waren
[184]
und der Profit daraus
erhielten die Seidenstraße,
[187]
selbst als das Römische Reich zerbrach
[189]
und chinesische Dynastien
aufstiegen und fielen.
[193]
Sogar die mongolischen Reiter,
bekannt für ihre Plünderungen,
[196]
schützten aktiv diese Handelsrouten,
statt sie zu zerstören.
[199]
Abgesehen vom Warentausch
ermöglichten diese Handelswege
[202]
auch die Weitergabe von Traditionen,
Erfindungen, Ideen und Sprachen.
[207]
Der Buddhismus gelangte aus Indien
nach China und Japan
[210]
und wurde dort zur Hauptreligion.
[212]
Der Islam verbreitete sich von der
arabischen Halbinsel nach Südasien
[216]
und vermischte sich
mit lokalen Religionen,
[218]
was neue Religionen
wie den Sikhismus hervorbrachte.
[220]
Auch Schießpulver gelangte
von China in den Nahen Osten
[223]
und ermöglichte das Osmanische,
Safawidische und das Mogulreich.
[227]
Der Erfolg der Seidenstraße führte
gewissermaßen zu ihrem Untergang,
[231]
da neue Seefahrttechnologien,
wie der Magnetkompass,
[234]
nach Europa gelangten und
lange Landwege überflüssig machten.
[237]
Gleichzeitig ging das Mogulreich unter
[240]
und China zog sich aus dem
internationalen Handel zurück.
[244]
Obwohl die alten Wege und
Netzwerke verschwanden,
[247]
hatten sie die Welt
unwiderruflich verändert.
[250]
Die Suche der Europäer
nach neuen Seewegen
[253]
zu den erhofften Schätzen in Ostasien
[255]
führte zum Zeitalter der Entdeckungen
[257]
und einer Expansion nach
Afrika und Amerika.
[260]
Heute bestimmt die globale Vernetzung
unser Leben wie niemals zuvor.
[264]
Kanadische Konsumenten kaufen
T-Shirts aus Bangladesh,
[267]
japanische Zuschauer sehen sich
britische Fernsehsendungen an,
[270]
und Tunesier beginnen
mit US-Software eine Revolution.
[274]
Die Einflüsse der Globalisierung auf
Kultur und Wirtschaft sind unbestreitbar.
[278]
Doch ungeachtet ihrer Vor- und Nachteile
[280]
ist sie bei weitem kein neues Phänomen.
[283]
Heute werden die Berge,
Wüsten und Ozeane,
[285]
die uns einst trennten,
[286]
mit Überschallflugzeugen,
[288]
kontinentenübergreifenden
Kommunikationskabeln
[291]
und mit Signalen quer
durchs All überwunden,
[293]
statt monatelang reisenden Karawanen.
[296]
All dies wäre jedoch
nicht möglich gewesen
[298]
ohne die ersten Kulturen,
[299]
durch deren Bemühungen
die Seidenstraße entstand:
[302]
das erste globale Netzwerk der Geschichte.
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