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Asset Backed Securities (ABS) erklärt: Wie gefährlich sie wirklich sind - YouTube
Channel: EVERGREEN
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Einst waren sie die Auslöser für die
globale Finanzkrise im Jahr 2008, aber
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eigentlich ist die Idee hinter diesen
Wertpapieren keine schlechte. Heute geht
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es um Forderungsbesicherte Wertpapiere,
beziehungsweise Asset Backed Securities.
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Hey ich bin Iven von Evergreen. Asset Backed
Securities oder auch ABS sind sogenannte
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forderungsbesicherte Wertpapiere.
Es handelt sich also um Kredite, die mit
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Vermögenswerten abgesichert sind.
Soweit zur Definition, aber was ist das
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nun wirklich? Prinzipiell sind Asset
Backed Securities nichts anderes, als
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ganz normale Anleihen. Zum Beispiel diese,
die von Staaten ausgegeben werden oder
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auch von Unternehmen, die dann
Unternehmensanleihen heißen.
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Es sind also Wertpapiere, die einen Zins
zahlen und irgendwann getilgt werden, ihr
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also euer eingesetztes Kapital wieder
zurückbekommt. Allerdings gibt es bei den
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ABS einen deutlichen Vorteil gegenüber
klassischen Staatsanleihen oder
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Unternehmensanleihen. Bei der
Staatsanleihe oder der
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Unternehmensanleihe ist die Zinszahlung
und die Rückzahlung der Anleihe immer
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davon abhängig, dass der Staat oder das
Unternehmen während der Laufzeit nicht
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pleite geht. Wenn das Unternehmen pleite
geht, dann gibt es nur noch eine
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Teilrückzahlung oder gar keine
Rückzahlung der Anleihe und das kann
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auch zu einem Totalverlust führen. Bei
Asset Backed Securities handelt es
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sich um eine Bündelung vieler kleiner
oder mittelgroßer Kredite, das bedeutet,
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wenn dort ein Gläubiger innerhalb des
Gläubigerpools ausfällt, bedeutet das
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noch lange nicht, dass ihr euer Geld
nicht zurück bekommt, im Gegenteil: In
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vielen Konstellationen und über eine
Tranchierung ist es möglich, dass obwohl
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Kreditnehmer ausfallen innerhalb des ABS
Pools, ihr trotzdem das gesamte Geld und
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auch eure Zinszahlungen weiter erhaltet.
Das bedeutet also, dass in einer
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ABS Struktur das Risiko viel besser
gestreut ist, als in einem Einzeltitel in
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Form einer Unternehmens- oder
Staatsanleihe.
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Ein weiterer Vorteil von ABS ist die
sogenannte Tranchierung. Das bedeutet, der
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gesamte Gläubigerpool wird in mehrere
Wertpapiere aufgeteilt mit
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unterschiedlicher Bonität. Das ganze
Konzept der Tranchierung kann man sich
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folgendermaßen vorstellen:
Der ganze Kreditpool wird aufgeteilt in
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einen sicheren Teil und einen unsicheren
Teil. Der unsichere Teil bekommt einen
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höheren Zins, der sichere Teil bekommt
einen niedrigeren Zins. Kommt es nun zu
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einzelnen Ausfällen der Kreditnehmer
innerhalb des Gläubigerpools, dann ist
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zunächst nur der unsichere Teil, also das
unsichere Wertpapier, die unsichere
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Tranche betroffen und erleidet
gegebenenfalls einen Verlust. Die sichere
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Tranche wird trotzdem zurückgezahlt und
auch die Zinszahlungen werden weiter
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vorgenommen. Das ist so ähnlich wie mit
einem Hochhaus, was vom Hochwasser
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betroffen ist. Die unteren Etagen, die
saufen als erstes ab und oben die Leute,
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die haben womöglich trockene Füße, trotz
des Hochwassers und so ähnlich kann man
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sich die sichere Tranche ganz oben
vorstellen und die unsichere Tranche
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ganz unten. Wo kommen die Zinsen für das
ABS Papier her? Natürlich von den Zinsen,
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die die Kreditnehmer für ihre Kredite
bezahlen müssen. Die Zinsen werden also
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an die Käufer der ABS Wertpapiere
weitergereicht und zwar so aufgeteilt,
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dass die Käufer der riskanten Tranche,
die also als erstes absäuft, einen
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höheren Zins bekommt und die sicherere
Trage, die dafür möglichst trockene Füße
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behält, einen niedrigeren Zins bekommt.
Höheres Risiko: höherer Ertrag, niedriges
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Risiko: niedriger Ertrag. Womöglich fragt
ihr euch, woher der Tranchierer weiß,
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welche Kredite ausfallen und welche
nicht und wie die entsprechend diesen
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Tranchen zugeordnet werden. Das ist
überhaupt nicht nötig, denn wenn es
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Kredite gibt, die ausfallen, dann werden
die automatisch immer der schlechteren
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Tranche zugeordnet. Das ganze
funktioniert also nach dem Wasserfall-
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prinzip. Wenn Kredite ausfallen, dann
werden die automatisch zunächst der
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schlechten Tranche zugeordnet und je mehr
Kredite ausfallen, umso mehr
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entwickelt man sich mit den Ausfallraten
dann in Richtung sicherere Tranche. In der
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Praxis gibt es auch nicht nur
sicher und unsicher, sondern bis zu zehn
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unterschiedliche Tranchen, von der
sichersten, bis zur sogenannten Equity
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Tranche, die dann ein sehr hohes Risiko
birgt, dafür aber auch einen sehr hohen
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Zins zahlt. Das ganze wird häufig von
Banken initiiert, denn für diese hat es
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auch einen Vorteil. Statt die Risiken,
also die Kreditrisiken und damit die
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Ausfallrisiken der einzelnen Gläubiger
auf dem eigenen Buch zu haben und
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entsprechend mit Risikokapital zu
hinterlegen, bündelt die Bank diese
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Kredite und verkauft die Forderung
entsprechend weiter, in Form von
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Wertpapieren an den Markt, an Investoren,
das können Privatanleger sein oder
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Institutionen, Versicherungen,
Pensionskassen und so weiter. Das Risiko
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trägt dann der Käufer des Wertpapiers, er
bekommt aber auch den Zins dafür.
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Außerdem kann sich der Investor für eine
der entsprechenden Tranchen entscheiden
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und entsprechend auch Risiko und Ertrag
gegeneinander abwägen.
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Die Gefahr bei dem ganzen und da kommen
wir zur Finanzkrise 2008 besteht darin,
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dass durch den Weiterverkauf der
Forderung, die Banken immer neue Kredite
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ausgeben können und das ganze quasi ins
unendliche treiben können und genau das
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ist im Jahr 2008 insbesondere mit
Immobilienkrediten für amerikanische
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Hausbesitzer passiert. Am ende waren die
Konstrukte so komplex und
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unübersichtlich, dass sie völlig
intransparent hinsichtlich der Bonität
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der einzelnen Kreditnehmer waren und
keiner konnte mehr abschätzen, inwieweit
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überhaupt Kredite zurückgezahlt werden
oder ein Zins daraus entspringen kann.
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Übrigens unterscheidet man Asset Backed
Securities je nach Herkunftsort der
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zugrunde liegenden Kredite in
sogenannte CLOs, also Collateralized
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Loan Obligations, dabei handelt es sich
meistens um Privatdarlehen, die gebündelt
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werden, zum Beispiel für
Autofinanzierungen usw.
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Dann gibt es die sogenannten CBOs,
das sind meistens Unternehmerkredite
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die zugrunde liegen
und bei den sogenannten MBS, also
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Mortgage Backed Securities, handelt es
sich meistens um Hypothekendarlehen, die
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entsprechend gebündelt und zu
Wertpapieren umstrukturiert werden.
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Habt ihr weitere Fragen zum Thema Asset
Backed Securities, interessiert euch
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vielleicht, wie man damit als
Privatanleger Erträge generieren kann?
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Dann lasst es uns in den Kommentaren
wissen. Übrigens findet ihr hier ein
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Video zum Thema Finanzkrisen und deren
Entstehungsgeschichte, inklusive
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Finanzkrise 2008 natürlich und vergesst
natürlich nicht, unseren Kanal zu
[389]
abonnieren, das könnt ihr hier tun.
Bis bald und viele Grüße aus Leipzig!
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