FIFO-Verfahren an einem Beispiel erklärt – Rechnungswesen - YouTube

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Moin Leute,
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ihr kennt es doch auch, ihr geht in den Supermarkt und wenn ihr da vor der Frischetheke steht
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dann schiebt ihr die Sachen vorne bei Seite,
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greift bis nach hinten durch
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und nehmt euch die zuletzt eingeräumten Sachen.
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Für uns ne super Sache, wenn die Lebensmittel frischer und länger haltbar sind.
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Nur den Supermarkbesitzer wirds weniger freuen.
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Denn damit bringt ihr sein FIFO Verfahren total durcheinander.
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Was es damit auf sich hat seht ihr jetzt.
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FIFO ist eine Abkürzung und steht für:
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First In – First Out.
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Was zuerst reingekommen ist, geht als erstes wieder raus.
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Dieses Verfahren ist ein nach §256 des Handelsgesetzbuchs zulässiges Bewertungsvereinfachungs-
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bzw.
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Verbrauchsfolgeverfahren
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für das Vorratsvermögen im externen Rechnungswesen.
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Dazu ein Bespiel aus dem Supermarkt,
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genauer der Frischetheke.
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Da wird lecker frischer Räucherlachs verkauft.
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Eine Packung wurde am Montag zu 4€ am Großmarkt eingekauft und in die Auslage gelegt.
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Eine weitere Packung wurde am Mittwoche zu 5€ am Großmarkt gekauft.
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Am Freitag steht noch eine Packung im Regal.
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Wir fragen uns jetzt, welche wurde verkauft
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und wie würden wir dann den Vorrat bewerten.
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FIFO oder der normale Menschenverstand machen uns diese Antwort leicht.
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First In – First Out heißt ja,
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dass was zuerst reinkam, zuerst wieder rausgeht.
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Der Lachs vom Montag wurde also verkauft und der später vom Großmarkt besorgte Lachs
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vom Mittwoch ist noch da
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und wird jetzt mit 5€ in den Büchern bewertet.
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Dabei wird bei der Bilanzansetzung einfach unterstellt, dass der Lachs vom Montag früher
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verkauft wurde
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und nicht am Donnerstag ein frecher Schlingel sich den frischeren Räucherlachs von hinten
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aus dem Regal genommen hat!
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Soweit so gut…
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Als etwas schwierigeres Beispiel gucken wir uns wieder den tom – Baumarkt
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aus dem LIFO Video an.
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Herr Nagel soll hier für den Bilanzstichtag am 31.
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Dezember das Vorratsvermögen ermitteln.
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Dafür bestimmt er gerade den Wert der eingelagerten Gegenstände.
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Weil Herr Nagel ein großer Tierfreund ist
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bietet sein Baumarkt neben den Werkzeugen auch Bedarf für Haustiere an.
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Dazu gehört unter anderem Trockenfutter.
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Im Lager steht daher ein kleines Silo, aus dem das Futter entnommen werden kann.
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Der Tabelle können wir den Anfangsbestand des Silos entnehmen,
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sowie die Zugänge, also was oben reingekippt wurde
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und auch die Abgänge, also was unten rausgeholt wurde.
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Die Zahlen stimmen dabei übrigens mit denen des letzten Videos überein,
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so könnt ihr die Ergebnisse der beiden Verfahren besser vergleichen.
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Beim FIFO Verfahren wird das zuerst verbraucht, was als erstes reingekommen ist.
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Zum Bilanzstichtag werden also nur noch die Sachen auf Lager sein, welche den letzten
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Lieferungen entstammen.
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Bestimmen wir jetzt als erstes den Endbestand.
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Dieser setzt sich zusammen aus Anfangsbestand + Zugänge - Abgänge.
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200 + 100 + 50 - 80 - 40 - 20
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Macht unterm Strich 210 Kilo Trockenfutter, die zum Bilanzstichtag noch im Silo sind.
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So!
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Und jetzt gehen wir von unten nach oben vor,
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bis wir auf unsere 210 Kilo kommen.
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Die ersten beiden Zeilen sind Abgänge, die interessieren uns gerade nicht.
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Dann aber kommt der späteste Zugang des Jahres
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Das Futter liegt also ganz oben im Silo.
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Wir bewerten nun die 50 Kilo mit dem Kilopreis von 2€,
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das macht 100€.
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Jetzt fehlen noch: 210 minus 50…
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also 160 Kilo bis zum Endbestand.
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Wir gehen weiter bis zum nächsten Zugang.
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Hier wurden 100 Kilo zu je 4 Euro ins Silo gekippt,
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100 mal 4 macht einen Wert von 400€.
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Jetzt fehlen uns nur noch 60 Kilo.
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Wir gehen weiter hoch und sehen,
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dass der Verbrauch so gering war, dass selbst vom Anfangsbestand noch Futter unten im Silo
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ist!
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Die 60 Kilo, die uns noch fehlen, bis wir den Endbestand von 210 Kilo erreichen
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entstammen also dem Bestand vom Anfang.
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60 mal 3€ pro Kilo macht 180€.
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Wenn 60 Kilo Futter vom Anfangsbestand noch über sind,
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dann heißt das andersrum ja auch, dass 140 Kilo verbraucht wurden.
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Checken wir das mal, indem wir die Abgänge zusammenaddieren:
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80 + 40 + 20 macht 140 Kilo, die unten aus dem Silo abgefüllt wurden.
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Passt also!
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Wir können den Wert des Trockenfuttervorrats nun unten drunter schreiben.
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180 + 400 + 100 macht unterm Strich einen Wert von 680€
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Oder circa 3,24 €/Kilo.
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Ab damit in die Bücher.
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Auch hier ist das strenge Niederstwertprinzip zu beachten,
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das Video dazu folgt.
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In der Steuerbilanz darf Herr Nagel das FIFO-Verfahren übrigens nicht benutzen.
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Steuerlich betrachtet ist nur das LIFO-Verfahren
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oder das Durchschnittskostenverfahren zulässig.