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Corporate Social Responsibility (CSR): Practical Perspectives by Thomas Beschorner - YouTube
Channel: unknown
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Korruption und Bestechungen
[12]
Bilanzfälschungen
[13]
Unterstützung bei Steuerhinterziehungen.
Ausbeutung von Mitarbeitern,
[17]
grobe Menschenrechtsverletzungen in
Schwellen- und Entwicklungsländern,
[21]
die Verletzung von Verbraucher- und
Persönlichkeitsrechten oder
[24]
gewissenloser Umgang mit unseren
natürlichen Ressourcen sind nur einige
[28]
wenige Beispiele die die Schattenseiten
unseres Wirtschaftens deutlich
[32]
charakterisieren.
[34]
Unter dem Begriff
Unternehmensverantwortung, Neudeutsch
[36]
Corporate Social Responsibility, kurz CSR, wollen wir danach fragen: Wie lässt
[41]
sich CSR in der Praxis realisieren?
[44]
Ein erster naheliegender Ansatz besteht
darin, Bad Practices, beispielsweise
[49]
Korruption oder Betrug, zu vermeiden
[51]
Konkrete Maßnahmen werden oft als
Risiko Management bezeichnet mit dem es
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gelingen soll, finanzielle Risiken aber
auch das Risiko von Reputations-
[59]
Schäden zu vermeiden.
[61]
Wer hat schon gern schlechte Presse?
[64]
Dafür installiert man in Unternehmen
klare Regeln, sogenannte Compliance
[68]
Systeme oder Wertemanagementsysteme.
[72]
Wie? Eine Flasche Wein darf man als Geschenk des Lieferanten annehmen, die
[75]
Einladung zum Golf-Wochenende nach
Mallorca ist hingegen auszuschlagen.
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Risiko- und Compliance-Management ist
gleichwohl nur ein Teilaspekt
[84]
richtig verstandener
Unternehmensverantwortung.
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Denn bei CSR geht es nicht nur um die
Vermeidung von Bad Practices.
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Die herausfordernde Frage ist vielmehr:
Welchen Beitrag sollen und können
[95]
Unternehmen für eine gute Wirtschaft
durch gute Geschäfte leisten?
[100]
Dann gründen wir also eine Stiftung
oder spenden fleißig und tun so Gutes.
[105]
Das schadet zwar nicht und es mag sogar
helfen, geht dabei an systemischen
[109]
Veränderungen vorbei.
[110]
Wichtig ist: Bei CSR geht es
nicht darum, wie Unternehmen ihre Gewinne
[115]
verwenden, sondern wie Unternehmen ihre
Gewinne erwirtschaften.
[118]
Angesprochen ist damit eine starke
integrative Perspektive auf der
[122]
Grundlage einer Wertebasis und nahe
am Kerngeschäft des jeweiligen
[126]
Unternehmens.
[127]
Gute Geschäfte für eine gute
Gesellschaft klingt ja alles schön -
[130]
aber wie kann das praktisch gehen?
[133]
Vier Schritte dienen als erste
Orientierung.
[136]
Erstens:
[137]
Unternehmen sollen ein
Unternehmensleitbild entwickeln. Was ist
[141]
der gesellschaftliche Sinn der
unternehmerischen Tätigkeit?
[144]
Welchen Beitrag will das Unternehmen
für die Gesellschaft durch seine
[147]
Geschäftstätigkeiten leisten?
[149]
Welche Praktiken sind für das
Unternehmen unter keinen Umständen
[152]
akzeptabel?
[153]
Dieses Leitbild sollte sich von einer engen
Produktorientierung erst einmal
[157]
lösen und sich stattdessen an
gesellschaftlichen Bedürfnissen
[160]
orientieren. Es geht nicht um Autos,
[162]
sondern um Mobilität. Ein
Versicherungsunternehmen verkauft keine
[165]
Policen, sondern hilft Menschen im Umgang mit Risiken.
[169]
Ein solches Leitbild sollte eine
verbindliche und auch kodifizierte
[173]
Wertebasis für das Unternehmen bilden.
[175]
Auf dieser Grundlage und nur auf dieser
Grundlage werden Geschäfte gemacht.
[180]
Zweitens, geht es um eine Bestimmung von sozialen und ökologischen Themen im
[184]
Austausch mit den Anspruchsgruppen des
Unternehmens.
[187]
Hinhören, zuhören und miteinander
reden ist dabei wichtig. Denn so rücken
[192]
Unternehmen wieder mehr an die
Gesellschaft heran.
[195]
Für die Systematisierung dieser Themen
nutzen Unternehmen oft das Instrument der
[199]
Wesentlichkeitsanalyse.
[200]
Dadurch wird die Bedeutung sozialer und
ökologischer Aspekte in einer einfachen
[204]
Matrix geordnet. Aus Sicht der
Anspruchsgruppen, ebenso wie aus Sicht
[208]
des Unternehmens.
[209]
Unternehmensverantwortung ist keine
Blaupause.
[212]
Sondern bestimmt sich von Branche zu
Branche und von Unternehmen zu
[215]
Unternehmen durchaus unterschiedlich.
[218]
Man muss und sollte das Rad aber nicht
völlig neu erfinden, denn es gibt,
[221]
Drittens, durchaus einige Orientierungen.
[224]
Zum Beispiel den UN Global Compact oder die ISO 26.000.
[228]
Der Global Compact, zum Beispiel,
beinhaltet zehn Prinzipien bei denen es
[232]
um Menschenrechte,
[233]
Arbeitsnormen,
[234]
Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung
geht.
[238]
Die ISO 26.000 unterscheidet sieben
Themenfelder mit nicht weniger als 37
[243]
konkreten Handlungsfeldern. Auch hier
geht es um Menschenrechte,
[246]
Arbeitspraktiken, Umweltschutz und faire
Geschäftspraktiken sowie darüber
[250]
hinaus noch um Konsumentenanliegen und die Einbindung von Unternehmen in die
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Gesellschaft.
[255]
Das 7. Themenfeld der ISO 26.000
schließlich ist die Organisations-
[259]
Führung, womit die systematische und
strategische Verankerung von
[263]
Verantwortung in der Organisation
angesprochen wird.
[266]
Viertens:
[267]
Die konkrete Implementierung von
Corporate Social Responsibility bezieht
[271]
sich dann auf alle relevanten
Funktionsbereiche und alle
[274]
Fachabteilungen im Unternehmen.
[276]
Das Beschaffungswesen, die Produktion,
[279]
die Forschung und Entwicklung, das
Personalwesen,
[281]
das Marketing, den Vertrieb,
[283]
die Werbung und so weiter.
[285]
Im Beschaffungswesen, beispielsweise,
werden damit die Arbeitsbedingungen bei
[289]
Zulieferbetrieben zu einem Kriterium
für die Lieferantenauswahl.
[293]
Im Vertrieb gibt es Orientierungen für
eine faire Beratung und absoluten «No-Go's»
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bei der Auftragsakquise, um nur zwei
Beispiele zu nennen.
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Was hier ersteinmal richtig kompliziert
und aufwendig klingt, stellt auf den
[304]
zweiten Blick eine wichtige
Erleichterung dar.
[307]
Die Implementierung von CSR kann an
vorhandene Managementsysteme anknüpfen.
[311]
Über diese vier Schritte: 1.
ein fundiertes Leitbild, 2. die
[315]
Identifikation von Themenfeldern im
Austausch mit den Anspruchsgruppen, 3.
[320]
eine Orientierung an allgemeinen
Standards und 4. die strategische
[324]
Verankerung in allen Funktionsbereichen
des Unternehmens, kommt Corporate Social
[327]
Responsibility dahin wo sie hingehört.
Sie wird integrativ umgesetzt und
[332]
bezieht sich auf das Kerngeschäft von
Unternehmen.
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