đ
Portfoliotheorie: Grundlagen - Teil 1 - YouTube
Channel: Fintool
[7]
Herzlich willkommen bei Fintool.
[8]
In der modernen Portfoliotheorie steht nicht
die einzelne Anlage im Mittelpunkt der Analyse,
[14]
sondern die Interaktion, also das Zusammenspiel der Eigenschaften mehrerer Anlagen.
[20]
Harry Markowitz hat in den 1950er Jahren genau
dies untersucht und beschrieben.
[26]
Er gilt als der BegrĂŒnder der modernen Portfoliotheorie
[28]
und wurde dafĂŒr 1990 mit dem Nobelpreis fĂŒr
Ăkonomie ausgezeichnet.
[35]
Im Wesentlichen
[37]
beruhen seine Ăberlegungen dabei auf den
Annahmen, dass erwarteter Ertrag und Risiko
[43]
der Anlage die fĂŒr das Portfolio einzigen relevanten
Optimierungsparameter darstellen.
[49]
Der Investor verhÀlt sich dabei rational und
risikoavers â er ist also risikoscheu.
[57]
Grafisch dargestellt wird das Risiko hier
als VolatilitÀt oder Standardabweichung definiert
[64]
und auf der X-Achse abgetragen und die erwartete
Rendite wird auf der Y-Achse abgetragen.
[70]
Die Anlage B ist fĂŒr einen rational denkenden
Investor uninteressant, da sie bei gleichem
[77]
erwarteten Ertrag ein höheres Risiko als
Anlage A aufweist.
[83]
Hingegen kann Anlage C
[85]
durchaus interessant sein, da das höhere
Risiko im Vergleich zur Anlage A mit einem höheren
[91]
erwarteten Ertrag belohnt wird.
[93]
Von zentraler Bedeutung fĂŒr die Portfoliotheorie
ist nun aber â wie bereits zu Beginn erwĂ€hnt
[100]
â die Interaktion zwischen den einzelnen
Anlagen,
[104]
welche im vorliegenden Kontext durch die Korrelation der Anlagerenditen quantifiziert wird.
[111]
Dabei gilt folgender Zusammenhang:
[114]
Ein Korrelationskoeffizient von +1 bedeutet,
dass ein perfekter positiver Zusammenhang besteht.
[122]
Steigt Anlage A um 10% an, so steigt auch
Anlage B um 10% an.
[128]
Ein Korrelationskoeffizient von -1 beschreibt
entsprechend eine perfekt negative Beziehung.
[134]
Ein Korrelationskoeffizient von 0 bedeutet,
dass zwischen dem Auf und Ab der Renditen
[138]
ĂŒberhaupt kein Zusammenhang besteht.
[141]
An dieser Stelle eine kurze Randbemerkung:
Die Korrelation beschreibt eine rein lineare statistische Beziehung.
[148]
Das heisst, sie postuliert weder einen Kausalzusammenhang noch
[153]
schliesst sie komplexere nicht-lineare Beziehungen
zwischen den Merkmalen aus.
[158]
Gut.
[159]
Was heisst das nun konkret?
[163]
Wie wirkt sich die Interaktion bzw.
[165]
Korrelation zwischen zwei Anlagen aus?
[168]
Nehmen wir dazu konkrete Zahlen,
[171]
und zwar die Aktienkursentwicklung der Pharmafirma Roche und des Uhrenherstellers Swatch.
[178]
Ăber die letzten fĂŒnf Jahre betrachtet lag die
[181]
durchschnittliche jÀhrliche Rendite von Roche
bei 14.9% und die durchschnittliche jÀhrliche
[187]
Rendite von Swatch bei 23.6%.
[190]
Wir wollen diese Grössen als erwartete Renditen fĂŒr die nĂ€chste Periode verwenden.
[196]
Die entsprechenden Risikowerte, also die VolatilitÀt
der Renditen
[200]
betrĂ€gt 18% fĂŒr Roche, respektive 28.5%
fĂŒr Swatch.
[207]
Die Korrelation zwischen den Renditen
[210]
belÀuft sich auf 0.3975.
[213]
Das ist ein positiver Wert und bedeutet das
folgende:
[217]
Liegt die eine Rendite im Plus, dann gilt das im Durchschnitt
auch fĂŒr die andere Rendite â
[222]
wenn auch nicht im selben Ausmass.
[226]
Ein Portfolio, welches nun beispielsweise
aus 50% Roche und 50%
[232]
Swatch besteht, weist eine Rendite von 19.3% auf.
[239]
Dieselbe Berechnung fĂŒr das Risiko wĂŒrde einen Wert von 23.2% ergeben.
[247]
Dieses Ergebnis ist jedoch nur fĂŒr den Fall
perfekt positiv
[251]
korrelierter Renditen, sprich einem Korrelationskoeffizienten
von +1 gĂŒltig.
[258]
Dann liegen sÀmtliche möglichen Portfoliozusammensetzungen auf dieser Linie.
[265]
Ist der Korrelationskoeffizient kleiner als +1, so
lÀsst sich ein Teil des Risikos eliminieren.
[272]
Im Falle von -1, also perfekt negativer Korrelation
lÀsst sich das Risiko gar vollstÀndig eliminieren.
[280]
In unserem Beispiel mit einem Korrelationskoeffizienten
von 0.3975 berechnet sich das Risiko auf 19.6%.
[291]
Das ist ein um 3.6% niedrigeres Risiko.
[296]
Auf diese Berechnung kommen wir in
[299]
einem spĂ€teren Video noch zurĂŒck.
[301]
Variieren wir nun die Zusammensetzung des Portfolios, also die Gewichtung von Roche und Swatch â
[309]
wir tun dies hier in 10%-Schritten
â resultieren folgende Portfolios,
[315]
die den Kern der Portfoliotheorie gut erkennen lassen:
[320]
Dank der Interaktion der einzelnen Anlagen lassen sich Portfolios zusammenstellen,
[326]
die effizientere Ertrags-Risiko- Eigenschaften auf weisen als einzelne Anlagen.
[333]
So kann beispielsweise im vorliegenden Fall durch die Beimischung von 30% Swatch
[340]
der Ertrag von Roche bei gleichem
Risiko um rund 2.5 Prozentpunkte erhöht werden.
You can go back to the homepage right here: Homepage





