What causes an economic recession? - Richard Coffin - YouTube

Channel: TED-Ed

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Übersetzung: Janina Landstorfer Lektorat: Andrea Hielscher
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Jahrtausendelang verwendeten die Menschen in Britannien Bronze
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zur Herstellung von Schmuck und Werkzeug sowie als Handelswährung.
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Das änderte sich jedoch um 800 v. Chr.:
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Der Wert von Bronze sank,
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was zu gesellschaftlichem Umbruch und einer Wirtschaftskrise führte.
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Heute würden wir das eine Rezession nennen.
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Was verursacht Rezessionen?
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Diese Frage ist seit langem Gegenstand heftiger Debatten unter Ökonomen,
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und das aus gutem Grund.
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Eine Rezession ist entweder
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ein monatelanger leichter Rückgang der Wirtschaftstätigkeit in einem Land,
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ein jahrelanger Wirtschaftsabschwung mit globalen Auswirkungen
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oder etwas dazwischen.
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Erschwerend kommt hinzu:
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Zur Stabilität einer Volkswirtschaft tragen unzählige Variablen bei;
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deshalb ist es schwierig, Ursachen festzulegen.
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Beginnen wir mit dem großen Ganzen.
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Rezessionen treten auf,
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wenn das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gestört ist.
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Das Missverhältnis zwischen der Nachfrage nach Waren,
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dem Angebot an Waren und Dienstleistungen
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sowie dem Preis verkaufter Waren und Dienstleistungen
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verursacht einen Konjunkurrückgang.
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Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage
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spielgelt sich in Inflationsrate und Zinssätzen.
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Bei einer Inflation werden Waren und Dienstleistungen teurer.
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Anders gesagt, der Wert des Geldes sinkt.
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Trotzdem ist Inflation nicht unbedingt schlecht.
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Eine niedrige Inflationsrate soll sogar die Wirtschaftstätigkeit fördern.
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Doch kann hohe Inflation ohne hohe Nachfrage
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zu wirtschaftlichen Problemen und schließlich zu einer Rezession führen.
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Dagegen spiegeln Zinssätze
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die Kosten der Kreditaufnahme für Einzelpersonen und Unternehmen.
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Der Zinssatz ist der jährliche Prozentsatz eines Kredits,
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den Schuldner an Gläubiger zahlen, bis der Kredit getilgt ist.
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Dank niedriger Zinsen können Unternehmen mehr Geld aufnehmen,
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um es in weitere Projekte zu investieren.
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Hohe Zinssätze steigern die Kosten für Erzeuger und Verbraucher.
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Das drosselt die Wirtschaftstätigkeit.
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Inflations- und Zinssatzschwankungen
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sind Indikatoren wirtschaftlicher Stabilität.
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Doch wodurch werden sie verursacht?
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Hauptursachen sind Schocks
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wie Naturkatastrophen, Kriege oder geopolitische Faktoren.
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So kann ein Erdbeben
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die Infrastruktur für die Produktion wichtiger Rohstoffe wie Öl zerstören.
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Das zwingt die Anbieter,
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mehr für mineralölbasierte Produkte zu verlangen.
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Also sinkt die Nachfrage, was eventuell zu einer Rezession führt.
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Einige Rezessionen passieren zu Zeiten wirtschaftlichen Wohlstands --
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vielleicht sogar wegen des Wohlstands.
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Laut einiger Experten erreicht die Geschäftstätigkeit einer Expansion
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bisweilen ein nicht nachhaltiges Niveau.
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So nehmen etwa Unternehmen und Verbraucher mehr Kredite auf,
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im Glauben, das Wirtschaftswachstum werde die Belastung ausgleichen.
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Wächst aber die Wirtschaft nicht so schnell wie erwartet,
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können die Schulden außer Kontrolle geraten.
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Um sie zu zahlen, muss man andere Quellen anzapfen,
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was die Geschäftstätigkeit verringert.
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Auch Psychologie kann zu einer Rezession beitragen.
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Rezessionsangst wird dann zur selbsterfüllenden Prophezeiung,
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wenn deswegen Investitionen und Ausgaben zurückgehalten werden.
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Als Reaktion könnten die Hersteller Betriebskosten senken,
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um dem Nachfragerückgang zu begegnen.
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Dies kann zu einem Teufelskreis führen,
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denn Kostensenkungen bewirken letztlich Lohnsenkungen und geringere Nachfrage.
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Sogar Maßnahmen zur Verhinderung von Rezessionen können dazu beitragen.
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In schweren Zeiten können Regierungen und Notenbanken
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Geld drucken, Ausgaben erhöhen und die Zinssätze der Notenbanken senken.
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Auch kleinere Kreditgeber können ihre Zinssätze senken,
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Schulden also "billiger" machen, um den Konsum anzukurbeln.
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Doch diese Maßnahmen sind nicht nachhaltig
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und müssen zurückgefahren werden, um extreme Inflation zu verhindern.
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Das kann zu Rezession führen,
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wenn man zu stark auf billige Kredite und staatliche Anreize angewiesen ist.
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Die Bronzerezession in Britannien endete mit der Einführung von Eisen,
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die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion revolutionierte.
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Moderne Märkte sind komplexer
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und machen heute den Umgang mit Rezessionen viel schwieriger.
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Doch jede Rezession liefert neue Daten,
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um künftige vorherzusehen und besser auf sie reagieren zu können.