Cyber-ETF für bessere Performance? | L&G Cyber Security UCITS ETF - YouTube

Channel: Aktien2Know

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Von 2020 bis 2024 werden die Ausgaben für  IT Sicherheit weltweit stark ansteigen.  
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Von mehr als 125 Milliarden Dollar, die hierfür  ausgegeben wurden in 2020, sollen die Ausgaben  
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auf über 174 Milliarden Dollar steigen. Ist das  ein Argument für der L&G Cyber Security ETF? Ist  
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das auch gleichzeitig die Garantie, dass dieser  ETF zukünftig stark wachsen wird und wie hat er  
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in der Vergangenheit performed? All diese Fragen  beantworten wir in diesem Video. Viel Spaß dabei.  
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Vielen Dank an Jan Engelmann, Fabian Marquard,  Martin Klemer und Fabricio Rutz. Wenn auch du den  
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Kanal unterstützen möchtest, dann klick unter dem  Video auf den Button Mitglied werden und erfahre,  
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welche Vorteile Kanalmitglieder besitzen. Der L&G Cyber Security UCITS ETF basiert auf  
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dem ISE Cyber Security® UCITS Index Net TR  USD. Index und ETF enthalten aktuell lediglich  
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56 Positionen, was für einen Branchen-ETF  typischerweise eine recht kleine Anzahl ist.  
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Bei derartig wenigen Unternehmen, steigt das  Risiko für Kursschwankungen stark an für den  
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Anleger. Die Aktien stammen zu mehr als ¾ aus  den USA. Ganz geringe Anteile besitzen zudem  
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noch das Vereinigte Königreich, Israel und Japan  sowie Kanada. Dennoch auch hier: Dieser ETF ist  
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sehr US lastig, das heißt die politischen  und wirtschaftlichen Entwicklungen in den  
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USA haben massiven Einfluss auf diesen ETF. Der ETF kann als ETF auf eine Unterbranche der  
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IT Branche gesehen werden, da Unternehmen  mit Bezug zu Cyber Security praktisch  
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überwiegend dem Techsektor zuzuordnen  sind. Das sehen wir in dieser Grafik,  
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bei der deutlich wird, dass knapp 93% der Aktien  aus dem Technologie-Bereich stammen. Lediglich  
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6,5% der Aktien sind der Industrie zuzuordnen. Ein  breiter IT ETF enthält zum Vergleich mehr als 190  
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Unternehmen deutlich mehr also, als dieser  Cyber Security ETF, was das Risiko in einem  
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breiten IT ETF zumindest ein wenig streut Was auffällig ist: Dieser Cyber Security ETF  
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enthält lediglich 1-2 Unternehmen mit sehr großer  Marktkapitalisierung. Die meisten Unternehmen  
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sind tatsächlich mit 37,67% Unternehmen mit  kleiner Marktkapitalisierung. Man könnte den  
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ETF also als Mini IT Security Small Cap  ETF bezeichnen. Mit vielen Unternehmen  
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mit kleinerer Marktkapitalisierung geht  natürlich ein weiteres erhöhtes Risiko  
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für Kursschwankungen einher. Anleger könnten  sich hier aber erhoffen, dass diese kleinen  
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Unternehmen deutlich stärker wachsen werden, als  bereits sehr große etablierte Unternehmen.  
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Die 10 größten Aktien des ETFs machen  dabei in etwa 31% des Gesamtportfolio  
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des ETFs aus und sind damit sehr stark  ausschlaggebend für den Kurs des ETFs.  
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Um herauszufinden, wie genau der Index hinter  dem ETF seine Aktien auswählt muss man wissen,  
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dass der Index von ISE gebildet wird.  Neben einigen kleineren Nebenkriterien,  
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wie der Tatsache, dass mindestens 24 Unternehmen  im Index enthalten sein müssen, wählt der Index  
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die Aktien maßgeblich nach der so genannten ISE  Cyber Security® Industry Classification aus. Diese  
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wurde vom genannten Unternehmen: ISE, entwickelt.  ISE ist eine vielfach verwendete Abkürzung,  
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beispielsweise für die Börse in Istanbul.  Gemeint ist mit ISE aber die International  
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Securities Exchange. Diese wurde im Jahr 2000  von der Deutschen Börse ins Leben gerufen.  
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Danach gehörte sie zur Direct Edge Holding bis  sie nun als Nasdaq Tochterfirma unterwegs ist.  
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Daher müssen auch alle enthaltenen Aktien bei  Nasdaq Mitglied sein, um Teil der International  
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Securities Exchange werden zu können und um  so letztendlich überhaupt in diesen ETF zu  
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gelangen. Das erklärt auch den starken US Fokus in  diesem ETF. Wenn ihr mehr zur ISE erfahren wollt,  
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schaut in die Infobox, dort habe ich die  entsprechenden Links zur ISE hinterlegt.  
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Das heißt also: Die ISE entscheidet quasi,  welche Unternehmen in die so genannte ISE Cyber  
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Security Industry Klassifizierung kommen. Diese  Unternehmen sind dann quasi alle im ISE Cyber  
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Security® UCITS Index enthalten, den wiederrum  dieser L&G ETF abbildet. Wie entscheidet denn  
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nun die ISE, welche Unternehmen als Cyber  Security Unternehmen klassifiziert werden?  
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In den Dokumenten dazu steht: Der Klassifizierungsausschuss  
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stützt sich hauptsächlich auf veröffentlichte  geprüfte Jahresberichte und Diskussionen mit  
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Investor-Relations-Gruppen und Branchenteilnehmern  und Branchenexperten. Diese prüfen Unternehmen auf  
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Aufnahme und legen deren Einstufung fest. Mit  anderen Wort: Der elitäre Kreis der Unternehmen,  
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die bereits in der Branche sind sowie Investoren  und Experten, diese Leute haben die Macht zu  
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entscheiden, ob ein anderes Unternehmen in diese  Cyber Security Elite aufgenommen wird. Wenn sich  
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ein Unternehmen in diesem Index verändert, wird  ad hoc neu bewertet, ob sie weiterhin Teil des  
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Index und dieser Gruppe bleiben können. Auch hierzu habe ich euch einen Link in  
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die Infobox gepackt, wo das ganze nachzulesen  ist. Selbst schreiben sie dort auch: The scope  
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of the definition of cyber security can be quite  broad. Das heißt, der Begriff Cyber Security ist  
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relativ groß und ungenau. Und genau das stört mich  massiv an dem Index und damit auch dem ETF. Im  
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Endeffekt entscheiden hier Branchenmitglieder und  Experten selbst, wer in ihren Kreis aufgenommen  
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wird. Damit besteht natürlich auch ein  Interesse dieser enthaltenen Unternehmen,  
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nur bestimmte Unternehmen hier zuzulassen bzw.  können auch politische und strategische Interessen  
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eine Rolle dabei spielen, welche Unternehmen nun  aufgenommen werden und welche nicht. Es handelt  
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sich zwar mit einem ETF um ein relativ passives  Investment aus Anlegersicht, im Endeffekt haben  
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wir hier jedoch eigentlich einen aktiv gemanageten  Fonds, der von Personen gesteuert werden kann.  
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Theoretisch gibt es auch verschiedene  ESG Kriterien die angewendet werden,  
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es sind keine Unternehmen mit Bezug zu  kontroversen Waffen enthalten sowie keine  
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Unternehmen die gegen die UN Global Compact  Regeln verstoßen und keine Unternehmen aus  
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der Kohle-Förderung. Diesem ESG Fokus würde ich  aber keine Relevanz positiver Natur beimessen.  
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Zudem gibt es die Regel, dass kein Unternehmen  mehr als 10% Anteil am Index ausmachen darf und  
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die größten Unternehmen, die auf mehr als  5% am Index kommen dürfen zusammen nicht  
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mehr als 40% ausmachen, was aber damit  geregelt ist, dass ohnehin jede Aktie,  
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die am Ende mehr als 5% ausmacht auf 4,75%  zurückgesetzt wird. Generell werden die Aktien bei  
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jedem Rebalancing zunächst gleichgewichtet. Das  führt auch dazu, dass prinzipiell jedes Quartal  
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die Aktien zurückgesetzt werden und demnach die  Top 10 Aktien des ETFs sehr häufig schwanken.  
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Schauen wir einmal auf die 10 größten Aktien im  ETF, die demnach auch nur eine Momentaufnahme  
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sind. Prinzipiell ist diese regelmäßige  Gleichgewichtung gar nicht schlecht,  
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damit nicht einzelne Unternehmen im Fokus  stehen, sondern immer die gesamte Branche  
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quasi gleichgewichtet bleibt. Auf der anderen  Seite kann das natürlich auch die Performance  
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negativ beeinflussen, da gut laufende  Unternehmen stetig zurückgewichtet werden.  
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Die Aktien in den Top 10 des ETFs kommen  überwiegend aus den USA und auf Grund der  
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Tatsache, dass sie beim Rebalancing regelmäßig  gleich gewichtet werden, gibt es hier häufig  
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Wechsel in den Top 10. Am bekanntesten sind in  dieser Momentaufnahme wahrscheinlich McAfee und  
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Cisco Systems. Aber auch die anderen Unternehmen  als Netzwerkausrüster oder Anbieter von digitalen  
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Services. Bekannte Unternehmen könnten hier noch  Fortinet und Avast sein. Avast ist beispielsweise  
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relativ bekannt für ihre Antivirenprogramme  auf sämtlichen gängigen Betriebssystemen.  
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Das Umsatzwachstum der Top 10 Aktien  ist zwar konstant positiv insgesamt,  
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dennoch insgesamt Rückläufig. 2015 erzielten  die aktuellen Top10 Aktien 23% Wachstum. 2020  
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hingegen nur noch 7%. Palo Alto Networks  und Fortinet stehen hier mit mehr als 20%  
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Wachstum in 2020 am meisten heraus. Im EBIT, also dem operativen Gewinn vor  
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dem Abzug von Zinsen und Steuern, sehen  wir starke Schwankungen. 2017 ging es  
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hier um mehr als 1000% zurück im Wachstum,  was aber einzig und allein an McAfee lag,  
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die einen Rückgang von beinahe 10000% zu beklagen  hatten. Dies liegt daran, dass es hier von einem  
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sehr kleinen Gewinn zurück in ein leichtes  Defizit ging, was diese enormen prozentualen  
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Ausschläge verursacht hat. Wenn wir das Jahr  2017 bei McAfee rausrechen, erhalten wir 2017  
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insgesamt ein Wachstum von 14%. Insgesamt muss man  allerdings sagen, dass fast alle der Unternehmen  
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keine großartigen Gewinne im operativen Segment  einfahren und die Zahlen daher wenig Aussagekraft  
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besitzen. Lediglich Cisco und Checkpoint Software  kriegen hier stabile Gewinne auf die Straße.  
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In den EBIT Margen sehen wir im Durchschnitt sehr  geringe Zahlen. Die Margen liegen hier bei ca.  
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15%. Haben sich zuletzt leicht auf 17% verbessert.  Insgesamt ist das nicht berauschend. Die besten  
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Margen legen hier Avast PLC und Checkpoint  Software mit mehr als 40% hin. Cisco ist relativ  
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stabil bei ca. 27%, wie auch Qualys zuletzt.  Die restlichen Margen sind eher schwach.  
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Im Kurs Gewinn Verhältnis sehen wir ebenfalls  sehr hohe Zahlen von teilweise über 100. Auch  
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hier sind die Zahlen aber verzerrt, da viele  Unternehmen phasenweise keine Gewinne erzielen  
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oder eben so geringe, dass das KGV enorm groß  ist. Prinzipiell spricht das natürlich auch für  
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ein höheres Risiko im Markt zur Zeit. Lediglich Juniper Networks, McAfee,  
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Cisco Systems und Avast schütten teilweise  Dividenden auf. Der Durchschnitt der Top 10  
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Aktien ist aber sehr gering und abgesehen davon  ist der ETF als thesaurierender ETF auch nicht  
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sonderlich auf Dividendentitel ausgelegt. In der Bewertung erhält der ETF für sein  
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Portfolio nur 2 von 5 Sterne. Zum einen ein  relativ intransparentes Auswahlverfahren  
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der Aktien im ETF, auf der anderen Seite noch ein  enormer US-Fokus sowie relativ schwache Kennzahlen  
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bei den Top 10 Aktien. Etwas positiver anzumerken  ist hier natürlich das regelmäßige Rebalancing,  
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was verhindert, dass eine Aktie einen zu  großen Anteil am ETF bzw. Index einnimmt.  
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Folgt auf instagram dem Kanal Techaktien. Der  Kanal versorgt euch mit allen News rund um die  
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Börsen dieser Welt und sorgt mit guten Memes  immer wieder für gute Laune zwischendurch.  
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Mit einem Fondsvolumen von 2,58 Mrd. €. EUR  liegt der L&G Cyber Security UCITS ETF deutlich  
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über der 100 Mio. EUR Grenze, ab der ein ETF  als relativ rentabel gilt. Der ETF existiert  
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seit September 2015, also seit ca. 6,5 Jahren,  was eine eher lange Bestandsdauer im Verhältnis  
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dieser Videoreihe ist. Eine Auflösung  des ETFs ist daher unwahrscheinlich.  
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Mit einer Gesamtkostenquote von 0,69%  liegt dieser ETF über dem Durchschnitt  
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der Gesamtkostenquoten aller ETFs, der bei  ca. 0,4-0,5% liegt. Damit zählt der ETF zu  
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den teuren ETFs in dieser Videoreihe, da einige  breit gestreute All World ETFs oder World-ETFs  
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auch auf unter 0,2% Gesamtkostenquote kommen.  Durch den Zusatzaufwand, dass hier auf Aktien  
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im Kontext mit Cyber-Sicherheit gefiltert  wird, sind diese Kosten zu erklären.  
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Dieser ETF von iShares ist thesaurierend.  Demnach werden Erträge wie Dividenden und  
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Zinsen nicht an den Anleger ausgeschüttet, sondern  wandern zurück in den Kurs des ETFs, steigern so  
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also steigern die Profite der Anleger darüber. Dieser ETF verfolgt die Strategie einer  
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vollständigen physischen Replikation. Das  heißt der gesamte Bestand des Index wird im  
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ETF 1:1 nachgebildet. Daher weicht in der  Regel der ETF Kurs vom Kurs des Index ab,  
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weil die Nachbildung des Index im Fonds nicht 100%  genau und zeitgleich passiertDie durchschnittliche  
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jährliche Abweichung von der Indexentwicklung  (Tracking Difference) seit 2016 betrug 0,87%  
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pro Jahr. Damit war der ETF, über die letzten  6,5 Jahre gesehen, für den Anleger sogar noch  
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teurer als es die Gesamtkostenquote suggeriert.  Der Index wird vierteljährlich gerebalanced.  
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Insgesamt vergeben wir in der Kategorie  Produktkriterien 3 von 5 Sterne. Zwar ist  
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es sehr unwahrscheinlich, dass der ETF aufgelöst  wird, die hohe Gesamtkostenquote schlägt jedoch  
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zu buche. Der ETF ist allerdings vollständig  replizierend, was ich persönlich positiv werte.  
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Wir vergleichen heute den L&G Cyber Security UCITS  ETFmit der Standard-Anlage, die viele Anleger im  
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Portfolio haben. Nämlich mit dem Vanguard FTSE All  World ETF, den wir hier auf diesem Kanal bereits  
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analysiert haben. Mit dabei ein normaler MSCI  World ETF von xTrackers. Außerdem vergleichen wir  
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ihn, mit dem iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc),  der die 100 größten NASDAQ Aktien beinhaltet, die  
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ebenfalls eher dem Technologie-Sektor zuzuordnen  sind. Als letzten Vergleich haben wir noch den  
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Lyxor MSCI World Information Technology TR UCITS  ETF mit dabei, der IT Aktien aus der ganzen  
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Welt beinhaltet, also nicht nur das Thema Cyber  Sicherheit abbildet, sondern den ganzen Sektor.  
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Im Vergleich seit September 2015, was der  längste verfügbare Vergleichszeitraum ist,  
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sehen wir, dass genau dieser IT ETF  zuletzt auch die beste Performance  
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hingelegt hat. Dabei liegt er praktisch auch  von Beginn an vorne, vor dem NASDAQ100 ETF,  
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der ebenfalls sehr konstant dahinter folgt. Der  L&G Cyber Security ETF konnte zu keiner Zeit  
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hier mithalten. Grade zu Beginn von 2015 bis 2018  performte der L&G Cyber Security ETF schlechter  
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als die breit gestreuten All World und World ETFs  von Vanguard und Xtrackers. 2018 konnte der L&G  
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ETF die Welt-ETFs dann überholen und lag leicht  vorne. Nach dem Ausbruch von Covid19 erlebte der  
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ETF dann seinen vorläufigen Höhenflug. Konnte  kurzfristig enorm wachsen, bevor es zuletzt aber  
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wieder zurück ging, in Richtung der Welt-ETFs. Konkret heißt das: Der MSCI World IT ETF kommt  
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hier auf 310% Rendite, während der NASDAQ  100 ETF auf 275% nach knapp 6,5 Jahren kommt.  
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Hier erkennt man natürlich: IT läuft super im  aktuellen Bullenmarkt, deswegen konnten diese  
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beiden ETFs so enorm stark performen. Dahinter  kommt dann der L&G Cyber Security ETF mit 143%,  
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vor dem MSCI World ETF, der auf 121% kommt. Dafür,  dass das Risiko beim L&G ETF deutlich größer ist,  
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ist der Unterschied zum risikoärmeren  Welt-ETF nicht sonderlich überzeugend.  
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Der Vanguard FTSE All World ETF folgt mit 114%. Im Einjahreszeitraum sehen wir, dass ebenfalls  
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der IT ETF führt, vor dem NASDAQ ETF. Dahinter  folgt dieses Mal der Xtrackers MSCI World ETF und  
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dann kommt der Vanguard FTSE All World ETF. Der  L&G Cyber Security ETF hat hier in den letzten 12  
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Monaten die schwächste Performance hingelegt. Auch wenn wir den L&G ETF mit weiteren ETFs  
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aus der Cybersecurity Sparte vergleichen, wie  dem First Trust Nasdaq Cybersecurity ETF oder  
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dem iShares Digital Security ETF, dann sehen  wir, dass der ETF über die letzten 1,5 Jahre  
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am schlechtesten abschneidet. Insgesamt hätte  sich egal über welchen Zeitraum ein Investment  
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in breitere IT ETFs eher gelohnt, wenn man  unbedingt eine Branche abbilden möchte.  
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Daher gibt es für die Performance insgesamt 2 von  5 Sterne. Es gab zwar eine sehr kurze Phase in der  
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der L&G ETF gut performte, nämlich unmittelbar  nach Corona Ausbruch. Insgesamt schlägt er zwar  
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in dieser kurzen Phase von 6,5 Jahren knapp  den MSCI World, kommt aber nicht an breiter  
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gestreute IT ETFs heran. Das ist für einen ETF  mit dermaßen wenigen Aktien, wenig Streuung, also  
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einem deutlich höheren Risiko nicht gut genug. Die Ausgaben für IT Sicherheitsprodukte und  
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Dienstleistungen steigen der IDC zufolge bis  2024 enorm an. Von 120 Milliarden Dollar in 2020,  
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soll es hinaufgehen auf beinahe 180 Milliarden.  Die Branche sieht also ein relativ starkes  
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Wachstum. Der Sektor der Security as a Service  Leistungen, also vor allem der Software-Markt,  
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erfährt hier ein Wachstum von ca. 10 Milliarden  in 2020 auf beinahe 24 Milliarden in 2026. Wenn  
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wir uns die aktuellen IT Sicherheitsniveaus in  verschiedenen Branchen anschauen, dann sehen wir  
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links das aktuelle Sicherheitsniveau, geschätzt  von der NTT und rechts das angestrebte Niveau.  
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Sämtliche Branchen liegen hier noch deutlich  unter dem angestrebten Level, werden also  
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kräftig investieren müssen. Finanzdienstleister,  Technologie, Regierung und Wirtschaft allgemein  
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bieten für IT Sicherheitsunternehmen natürlich  eine breite Abnehmersparte und Kundschaft.  
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Wenn wir das Sicherheitsniveau nach Regionen  aufgliedern, dann sehen wir dass die Nachfrage  
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nach Sicherheitsservices und -produkten weltweit  groß ist. Vor allem im Asien und Pazifikraum,  
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gibt es hier dringenden Aufholbedarf.  Aber auch Amerika, Australien und Europa  
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sind noch weit unter ihrem angestrebten  Niveau. Bemerkenswert ist das vergleicbar  
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hohe Niveau im Nahen Osten und Afrika. Die Schäden, die weltweit durch Cyberangriffe  
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entstehen, treffen vor allem den Hightech Sektor.  Mehr als 750 Milliarden Dollar an Schäden werden  
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hier im Zeitraum 2019 bis 2023 zu verbuchen sein.  Die Biowissenschaften und die Automobilindustrie  
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erleiden ebenfalls mehr als 500 Milliarden Dollar  an Schäden. Demgegenüber stehen die relativ  
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geringen Ausgaben für die IT Sicherheit, die sich  für die meisten großen Unternehmen lohnen werden.  
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In Deutschland, im Jahr 2021, sind mehr als 60  Milliarden Euro an Schäden durch den Ausfall  
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von IT Systemen entstanden. Weitere typische  Schadensfälle sind Patentrechtsverletzungen,  
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der Wegfall von Wettbewerbsvorteilen durch  Spionage, Erpressung mit Daten und Produktkopien.  
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Das Ziel von Cyberangriffen ist also vielfältig.  Gleichzeitig sind die Ausgaben für Cybersicherheit  
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in verschiedenen Ländern deutlich gestiegen. In  Belgien wurden bei den Unternehmen 2020 noch 13%  
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für Cybersicherheit ausgegeben. 2021 waren  es 21%. Ähnlich sieht es auch in Frankreich,  
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Deutschland, England und den USA aus. In den  USA machen die Ausgaben für Cybersicherheit  
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sogar 23% des IT Budgets der Unternehmen  aus. Das Thema rückt also bereits schon  
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immer mehr in den Fokus bei den Unternehmen. Das klingt doch für die Branche alles super und  
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müsste dem ETF doch super Punkte in der Prognose  bringen. Naja, diese Thematik ist seit Jahren  
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allgemein bekannt. Bei meiner Analyse zum Digital  Security ETF lagen bereits ähnliche Statistiken  
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vor. Das heißt, jeder Anleger, der halbwegs  informiert ist, weiß, dass Cybersicherheit  
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eines der wichtigsten IT Themen der Zukunft  ist. Und grade weil das so ist, ist anzunehmen,  
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dass in dem ohnehin schon sehr heiß gelaufenen IT  Sektor, auch dieses Thema bereits seit langem bei  
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den verschiedenen Aktien eingepreist ist. Das  heißt, die guten Wachstumsaussichten sind keine  
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Neuigkeit mehr und daher bereits im aktuellen  Kurs der Aktien enthalten. Positive Überraschungen  
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oder stärkeres Wachstum als erwartet mag es in  Einzelfällen geben, dennoch nehme ich nicht an,  
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dass nur auf Grund von steigenden Umsätzen und  Absätzen im Gesamtmarkt, dieser ETF automatisch  
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auch gut performen wird in der Zukunft. Daher  gibt es für die Prognose 3 von 5 Sterne,  
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wenn man unterstellt, dass die Nachfrage nach  Cybersicherheit sogar noch etwas mehr steigt,  
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als prognostiziert, wäre diese gute  Wertung grade noch zu vertreten.  
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Für das Portfolio gab es 2 von 5 Sterne,  ein großes Risiko und große Schwankungen  
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in den Kennzahlen sind der Grund. Für die  Produktkriterien gab es immerhin noch 3 von 5  
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Sterne, trotz der enorm hohen Gesamtkostenquote  und Tracking Differenz. In der Performance  
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erhielt der ETF ebenfalls 2 von 5 Sterne,  ein breiter gestreuter IT ETF birgt weniger  
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Risiko und performete zuletzt deutlich besser.  In der Prognose kommen wir auf 3 von 5 Sterne,  
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dazu gehört aber viel wohlwollen und der  Glaube, dass die Cybersicherheitssparte  
[1066]
noch stärker wächst, als ohnehin schon  prognostiziert. Und selbst dann muss der  
[1070]
ETF mit seinen Experten noch die richtigen Aktien  zum richtigen Zeitpunkt in den ETF aufnehmen.  
[1080]
Meine persönliche Meinung: Ich persönlich bin kein Fan von Branchenwetten  
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und wenn überhaupt, dann würde ich in diesem  Fall auf einen breiter gestreuten IT setzen,  
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der mehrere hundert Aktien im Portfolio hält.  Besonders negativ ist aus meiner Sicht auch die  
[1097]
Art und Weise, wie der ETF seine Aktien auswählt.  Die hohe Gesamtkostenquote tut ihr restliches,  
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so dass dieser ETF definitiv keinen Weg  in mein Portfolio finden wird. Das Thema  
[1106]
Cybersicherheit mag zwar eines der wichtigsten  IT Themen der Zukunft sein, das ist aber in den  
[1111]
meisten Aktien eingepreist. Ich denke aber schon,  dass einzelne Aktien hier gut laufen könnten,  
[1115]
halte aber nichts von einem ETF zu diesem Thema.  Das einzig schöne ist, dass viele Unternehmen  
[1120]
hier noch relativ klein sind und man den ETF als  Mini-IT-Small-Cap ETF sehen könnte, aber ehrlich  
[1127]
gesagt sind das selbst für so eine wohlwollende  Bezeichnung zu wenig Aktien und auch natürlich  
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zu wenig branchenübergreifend gestreut. Normalerweise würde jetzt eigentlich das Segment  
[1133]
kommen, wo ich darstelle, wie ich den ETF besparen  würde oder in mein Portfolio einbinden würde,  
[1133]
wenn ich es zwingend müsste. Das fällt mir  relativ schwer, weil ich bei einer ehrlichen  
[1134]
Antwort sagen müsste, ich gewichte den  ETF mit einem Prozent oder mit 0,5%,  
[1134]
aber die Antwort wäre ja ein wenig lächerlich. Wenn ich so einen ETF unbedingt dabeihaben möchte,  
[1136]
würde ich ihn im Rahmen einer Core  Satellite Strategie zu einem Vanguard  
[1140]
FTSE All World ETF hinzugeben, mit einer  Gewichtung von 5-10% als Satellite ETF.  
[1145]
Wie seht ihr den L&G Cyber Security ETF? Glaubt  ihr, dass das Thema Cybersicherheit aktuell noch  
[1150]
unterrepräsentiert ist im Markt? Schreibt  eure Meinung gerne in die Kommentare.  
[1156]
Die Kanalmitglieder können übrigens abstimmen,  welche Aktien- bzw. ETF-Analyse wir in Zukunft  
[1161]
machen sollen. Um mehr zu erfahren, klicke auf  den Button „Mitglied werden“ unter dem Video.  
[1165]
Wir sehen uns in der kommenden Woche wieder  bei der nächsten Aktien- oder ETF Analyse.  
[1168]
Die Mitglieder stimmen ab heute ab,  welchen Aktie wir am kommenden Sonntag  
[1170]
analysieren sollen. Bleibt gesund!  
[1171]
Dieses Video ist keine Finanz- oder  Anlagenberatung. Die Vortragenden  
[1174]
und Produzenten können nicht haftbar gemacht  werden, wenn ihr mit dem Handel von Wertpapieren  
[1177]
Verluste erwirtschaftet. Dieses Video dient  einzig und allein der Unterhaltung.