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Cyber-ETF für bessere Performance? | L&G Cyber Security UCITS ETF - YouTube
Channel: Aktien2Know
[0]
Von 2020 bis 2024 werden die Ausgaben für
IT Sicherheit weltweit stark ansteigen.
[6]
Von mehr als 125 Milliarden Dollar, die hierfür
ausgegeben wurden in 2020, sollen die Ausgaben
[11]
auf über 174 Milliarden Dollar steigen. Ist das
ein Argument für der L&G Cyber Security ETF? Ist
[18]
das auch gleichzeitig die Garantie, dass dieser
ETF zukünftig stark wachsen wird und wie hat er
[23]
in der Vergangenheit performed? All diese Fragen
beantworten wir in diesem Video. Viel Spaß dabei.
[29]
Vielen Dank an Jan Engelmann, Fabian Marquard,
Martin Klemer und Fabricio Rutz. Wenn auch du den
[34]
Kanal unterstützen möchtest, dann klick unter dem
Video auf den Button Mitglied werden und erfahre,
[37]
welche Vorteile Kanalmitglieder besitzen.
Der L&G Cyber Security UCITS ETF basiert auf
[44]
dem ISE Cyber Security® UCITS Index Net TR
USD. Index und ETF enthalten aktuell lediglich
[48]
56 Positionen, was für einen Branchen-ETF
typischerweise eine recht kleine Anzahl ist.
[54]
Bei derartig wenigen Unternehmen, steigt das
Risiko für Kursschwankungen stark an für den
[60]
Anleger. Die Aktien stammen zu mehr als ¾ aus
den USA. Ganz geringe Anteile besitzen zudem
[65]
noch das Vereinigte Königreich, Israel und Japan
sowie Kanada. Dennoch auch hier: Dieser ETF ist
[70]
sehr US lastig, das heißt die politischen
und wirtschaftlichen Entwicklungen in den
[73]
USA haben massiven Einfluss auf diesen ETF.
Der ETF kann als ETF auf eine Unterbranche der
[80]
IT Branche gesehen werden, da Unternehmen
mit Bezug zu Cyber Security praktisch
[84]
überwiegend dem Techsektor zuzuordnen
sind. Das sehen wir in dieser Grafik,
[88]
bei der deutlich wird, dass knapp 93% der Aktien
aus dem Technologie-Bereich stammen. Lediglich
[93]
6,5% der Aktien sind der Industrie zuzuordnen. Ein
breiter IT ETF enthält zum Vergleich mehr als 190
[101]
Unternehmen deutlich mehr also, als dieser
Cyber Security ETF, was das Risiko in einem
[106]
breiten IT ETF zumindest ein wenig streut
Was auffällig ist: Dieser Cyber Security ETF
[112]
enthält lediglich 1-2 Unternehmen mit sehr großer
Marktkapitalisierung. Die meisten Unternehmen
[117]
sind tatsächlich mit 37,67% Unternehmen mit
kleiner Marktkapitalisierung. Man könnte den
[123]
ETF also als Mini IT Security Small Cap
ETF bezeichnen. Mit vielen Unternehmen
[129]
mit kleinerer Marktkapitalisierung geht
natürlich ein weiteres erhöhtes Risiko
[133]
für Kursschwankungen einher. Anleger könnten
sich hier aber erhoffen, dass diese kleinen
[137]
Unternehmen deutlich stärker wachsen werden, als
bereits sehr große etablierte Unternehmen.
[141]
Die 10 größten Aktien des ETFs machen
dabei in etwa 31% des Gesamtportfolio
[146]
des ETFs aus und sind damit sehr stark
ausschlaggebend für den Kurs des ETFs.
[150]
Um herauszufinden, wie genau der Index hinter
dem ETF seine Aktien auswählt muss man wissen,
[156]
dass der Index von ISE gebildet wird.
Neben einigen kleineren Nebenkriterien,
[161]
wie der Tatsache, dass mindestens 24 Unternehmen
im Index enthalten sein müssen, wählt der Index
[167]
die Aktien maßgeblich nach der so genannten ISE
Cyber Security® Industry Classification aus. Diese
[172]
wurde vom genannten Unternehmen: ISE, entwickelt.
ISE ist eine vielfach verwendete Abkürzung,
[177]
beispielsweise für die Börse in Istanbul.
Gemeint ist mit ISE aber die International
[182]
Securities Exchange. Diese wurde im Jahr 2000
von der Deutschen Börse ins Leben gerufen.
[186]
Danach gehörte sie zur Direct Edge Holding bis
sie nun als Nasdaq Tochterfirma unterwegs ist.
[191]
Daher müssen auch alle enthaltenen Aktien bei
Nasdaq Mitglied sein, um Teil der International
[196]
Securities Exchange werden zu können und um
so letztendlich überhaupt in diesen ETF zu
[201]
gelangen. Das erklärt auch den starken US Fokus in
diesem ETF. Wenn ihr mehr zur ISE erfahren wollt,
[207]
schaut in die Infobox, dort habe ich die
entsprechenden Links zur ISE hinterlegt.
[211]
Das heißt also: Die ISE entscheidet quasi,
welche Unternehmen in die so genannte ISE Cyber
[216]
Security Industry Klassifizierung kommen. Diese
Unternehmen sind dann quasi alle im ISE Cyber
[221]
Security® UCITS Index enthalten, den wiederrum
dieser L&G ETF abbildet. Wie entscheidet denn
[226]
nun die ISE, welche Unternehmen als Cyber
Security Unternehmen klassifiziert werden?
[232]
In den Dokumenten dazu steht:
Der Klassifizierungsausschuss
[236]
stützt sich hauptsächlich auf veröffentlichte
geprüfte Jahresberichte und Diskussionen mit
[241]
Investor-Relations-Gruppen und Branchenteilnehmern
und Branchenexperten. Diese prüfen Unternehmen auf
[247]
Aufnahme und legen deren Einstufung fest. Mit
anderen Wort: Der elitäre Kreis der Unternehmen,
[252]
die bereits in der Branche sind sowie Investoren
und Experten, diese Leute haben die Macht zu
[257]
entscheiden, ob ein anderes Unternehmen in diese
Cyber Security Elite aufgenommen wird. Wenn sich
[263]
ein Unternehmen in diesem Index verändert, wird
ad hoc neu bewertet, ob sie weiterhin Teil des
[268]
Index und dieser Gruppe bleiben können.
Auch hierzu habe ich euch einen Link in
[272]
die Infobox gepackt, wo das ganze nachzulesen
ist. Selbst schreiben sie dort auch: The scope
[276]
of the definition of cyber security can be quite
broad. Das heißt, der Begriff Cyber Security ist
[282]
relativ groß und ungenau. Und genau das stört mich
massiv an dem Index und damit auch dem ETF. Im
[288]
Endeffekt entscheiden hier Branchenmitglieder und
Experten selbst, wer in ihren Kreis aufgenommen
[293]
wird. Damit besteht natürlich auch ein
Interesse dieser enthaltenen Unternehmen,
[298]
nur bestimmte Unternehmen hier zuzulassen bzw.
können auch politische und strategische Interessen
[303]
eine Rolle dabei spielen, welche Unternehmen nun
aufgenommen werden und welche nicht. Es handelt
[308]
sich zwar mit einem ETF um ein relativ passives
Investment aus Anlegersicht, im Endeffekt haben
[313]
wir hier jedoch eigentlich einen aktiv gemanageten
Fonds, der von Personen gesteuert werden kann.
[319]
Theoretisch gibt es auch verschiedene
ESG Kriterien die angewendet werden,
[322]
es sind keine Unternehmen mit Bezug zu
kontroversen Waffen enthalten sowie keine
[327]
Unternehmen die gegen die UN Global Compact
Regeln verstoßen und keine Unternehmen aus
[331]
der Kohle-Förderung. Diesem ESG Fokus würde ich
aber keine Relevanz positiver Natur beimessen.
[337]
Zudem gibt es die Regel, dass kein Unternehmen
mehr als 10% Anteil am Index ausmachen darf und
[342]
die größten Unternehmen, die auf mehr als
5% am Index kommen dürfen zusammen nicht
[347]
mehr als 40% ausmachen, was aber damit
geregelt ist, dass ohnehin jede Aktie,
[351]
die am Ende mehr als 5% ausmacht auf 4,75%
zurückgesetzt wird. Generell werden die Aktien bei
[357]
jedem Rebalancing zunächst gleichgewichtet. Das
führt auch dazu, dass prinzipiell jedes Quartal
[361]
die Aktien zurückgesetzt werden und demnach die
Top 10 Aktien des ETFs sehr häufig schwanken.
[367]
Schauen wir einmal auf die 10 größten Aktien im
ETF, die demnach auch nur eine Momentaufnahme
[371]
sind. Prinzipiell ist diese regelmäßige
Gleichgewichtung gar nicht schlecht,
[375]
damit nicht einzelne Unternehmen im Fokus
stehen, sondern immer die gesamte Branche
[379]
quasi gleichgewichtet bleibt. Auf der anderen
Seite kann das natürlich auch die Performance
[383]
negativ beeinflussen, da gut laufende
Unternehmen stetig zurückgewichtet werden.
[388]
Die Aktien in den Top 10 des ETFs kommen
überwiegend aus den USA und auf Grund der
[392]
Tatsache, dass sie beim Rebalancing regelmäßig
gleich gewichtet werden, gibt es hier häufig
[396]
Wechsel in den Top 10. Am bekanntesten sind in
dieser Momentaufnahme wahrscheinlich McAfee und
[400]
Cisco Systems. Aber auch die anderen Unternehmen
als Netzwerkausrüster oder Anbieter von digitalen
[405]
Services. Bekannte Unternehmen könnten hier noch
Fortinet und Avast sein. Avast ist beispielsweise
[410]
relativ bekannt für ihre Antivirenprogramme
auf sämtlichen gängigen Betriebssystemen.
[414]
Das Umsatzwachstum der Top 10 Aktien
ist zwar konstant positiv insgesamt,
[418]
dennoch insgesamt Rückläufig. 2015 erzielten
die aktuellen Top10 Aktien 23% Wachstum. 2020
[425]
hingegen nur noch 7%. Palo Alto Networks
und Fortinet stehen hier mit mehr als 20%
[426]
Wachstum in 2020 am meisten heraus.
Im EBIT, also dem operativen Gewinn vor
[428]
dem Abzug von Zinsen und Steuern, sehen
wir starke Schwankungen. 2017 ging es
[432]
hier um mehr als 1000% zurück im Wachstum,
was aber einzig und allein an McAfee lag,
[436]
die einen Rückgang von beinahe 10000% zu beklagen
hatten. Dies liegt daran, dass es hier von einem
[441]
sehr kleinen Gewinn zurück in ein leichtes
Defizit ging, was diese enormen prozentualen
[445]
Ausschläge verursacht hat. Wenn wir das Jahr
2017 bei McAfee rausrechen, erhalten wir 2017
[450]
insgesamt ein Wachstum von 14%. Insgesamt muss man
allerdings sagen, dass fast alle der Unternehmen
[455]
keine großartigen Gewinne im operativen Segment
einfahren und die Zahlen daher wenig Aussagekraft
[461]
besitzen. Lediglich Cisco und Checkpoint Software
kriegen hier stabile Gewinne auf die Straße.
[465]
In den EBIT Margen sehen wir im Durchschnitt sehr
geringe Zahlen. Die Margen liegen hier bei ca.
[469]
15%. Haben sich zuletzt leicht auf 17% verbessert.
Insgesamt ist das nicht berauschend. Die besten
[478]
Margen legen hier Avast PLC und Checkpoint
Software mit mehr als 40% hin. Cisco ist relativ
[483]
stabil bei ca. 27%, wie auch Qualys zuletzt.
Die restlichen Margen sind eher schwach.
[488]
Im Kurs Gewinn Verhältnis sehen wir ebenfalls
sehr hohe Zahlen von teilweise über 100. Auch
[492]
hier sind die Zahlen aber verzerrt, da viele
Unternehmen phasenweise keine Gewinne erzielen
[496]
oder eben so geringe, dass das KGV enorm groß
ist. Prinzipiell spricht das natürlich auch für
[501]
ein höheres Risiko im Markt zur Zeit.
Lediglich Juniper Networks, McAfee,
[506]
Cisco Systems und Avast schütten teilweise
Dividenden auf. Der Durchschnitt der Top 10
[510]
Aktien ist aber sehr gering und abgesehen davon
ist der ETF als thesaurierender ETF auch nicht
[514]
sonderlich auf Dividendentitel ausgelegt.
In der Bewertung erhält der ETF für sein
[519]
Portfolio nur 2 von 5 Sterne. Zum einen ein
relativ intransparentes Auswahlverfahren
[524]
der Aktien im ETF, auf der anderen Seite noch ein
enormer US-Fokus sowie relativ schwache Kennzahlen
[528]
bei den Top 10 Aktien. Etwas positiver anzumerken
ist hier natürlich das regelmäßige Rebalancing,
[533]
was verhindert, dass eine Aktie einen zu
großen Anteil am ETF bzw. Index einnimmt.
[539]
Folgt auf instagram dem Kanal Techaktien. Der
Kanal versorgt euch mit allen News rund um die
[546]
Börsen dieser Welt und sorgt mit guten Memes
immer wieder für gute Laune zwischendurch.
[551]
Mit einem Fondsvolumen von 2,58 Mrd. €. EUR
liegt der L&G Cyber Security UCITS ETF deutlich
[556]
über der 100 Mio. EUR Grenze, ab der ein ETF
als relativ rentabel gilt. Der ETF existiert
[561]
seit September 2015, also seit ca. 6,5 Jahren,
was eine eher lange Bestandsdauer im Verhältnis
[567]
dieser Videoreihe ist. Eine Auflösung
des ETFs ist daher unwahrscheinlich.
[571]
Mit einer Gesamtkostenquote von 0,69%
liegt dieser ETF über dem Durchschnitt
[576]
der Gesamtkostenquoten aller ETFs, der bei
ca. 0,4-0,5% liegt. Damit zählt der ETF zu
[581]
den teuren ETFs in dieser Videoreihe, da einige
breit gestreute All World ETFs oder World-ETFs
[587]
auch auf unter 0,2% Gesamtkostenquote kommen.
Durch den Zusatzaufwand, dass hier auf Aktien
[592]
im Kontext mit Cyber-Sicherheit gefiltert
wird, sind diese Kosten zu erklären.
[596]
Dieser ETF von iShares ist thesaurierend.
Demnach werden Erträge wie Dividenden und
[600]
Zinsen nicht an den Anleger ausgeschüttet, sondern
wandern zurück in den Kurs des ETFs, steigern so
[604]
also steigern die Profite der Anleger darüber.
Dieser ETF verfolgt die Strategie einer
[607]
vollständigen physischen Replikation. Das
heißt der gesamte Bestand des Index wird im
[611]
ETF 1:1 nachgebildet. Daher weicht in der
Regel der ETF Kurs vom Kurs des Index ab,
[616]
weil die Nachbildung des Index im Fonds nicht 100%
genau und zeitgleich passiertDie durchschnittliche
[622]
jährliche Abweichung von der Indexentwicklung
(Tracking Difference) seit 2016 betrug 0,87%
[627]
pro Jahr. Damit war der ETF, über die letzten
6,5 Jahre gesehen, für den Anleger sogar noch
[632]
teurer als es die Gesamtkostenquote suggeriert.
Der Index wird vierteljährlich gerebalanced.
[638]
Insgesamt vergeben wir in der Kategorie
Produktkriterien 3 von 5 Sterne. Zwar ist
[642]
es sehr unwahrscheinlich, dass der ETF aufgelöst
wird, die hohe Gesamtkostenquote schlägt jedoch
[646]
zu buche. Der ETF ist allerdings vollständig
replizierend, was ich persönlich positiv werte.
[651]
Wir vergleichen heute den L&G Cyber Security UCITS
ETFmit der Standard-Anlage, die viele Anleger im
[658]
Portfolio haben. Nämlich mit dem Vanguard FTSE All
World ETF, den wir hier auf diesem Kanal bereits
[663]
analysiert haben. Mit dabei ein normaler MSCI
World ETF von xTrackers. Außerdem vergleichen wir
[668]
ihn, mit dem iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc),
der die 100 größten NASDAQ Aktien beinhaltet, die
[673]
ebenfalls eher dem Technologie-Sektor zuzuordnen
sind. Als letzten Vergleich haben wir noch den
[678]
Lyxor MSCI World Information Technology TR UCITS
ETF mit dabei, der IT Aktien aus der ganzen
[683]
Welt beinhaltet, also nicht nur das Thema Cyber
Sicherheit abbildet, sondern den ganzen Sektor.
[688]
Im Vergleich seit September 2015, was der
längste verfügbare Vergleichszeitraum ist,
[692]
sehen wir, dass genau dieser IT ETF
zuletzt auch die beste Performance
[696]
hingelegt hat. Dabei liegt er praktisch auch
von Beginn an vorne, vor dem NASDAQ100 ETF,
[700]
der ebenfalls sehr konstant dahinter folgt. Der
L&G Cyber Security ETF konnte zu keiner Zeit
[705]
hier mithalten. Grade zu Beginn von 2015 bis 2018
performte der L&G Cyber Security ETF schlechter
[712]
als die breit gestreuten All World und World ETFs
von Vanguard und Xtrackers. 2018 konnte der L&G
[720]
ETF die Welt-ETFs dann überholen und lag leicht
vorne. Nach dem Ausbruch von Covid19 erlebte der
[726]
ETF dann seinen vorläufigen Höhenflug. Konnte
kurzfristig enorm wachsen, bevor es zuletzt aber
[730]
wieder zurück ging, in Richtung der Welt-ETFs.
Konkret heißt das: Der MSCI World IT ETF kommt
[735]
hier auf 310% Rendite, während der NASDAQ
100 ETF auf 275% nach knapp 6,5 Jahren kommt.
[742]
Hier erkennt man natürlich: IT läuft super im
aktuellen Bullenmarkt, deswegen konnten diese
[746]
beiden ETFs so enorm stark performen. Dahinter
kommt dann der L&G Cyber Security ETF mit 143%,
[751]
vor dem MSCI World ETF, der auf 121% kommt. Dafür,
dass das Risiko beim L&G ETF deutlich größer ist,
[759]
ist der Unterschied zum risikoärmeren
Welt-ETF nicht sonderlich überzeugend.
[763]
Der Vanguard FTSE All World ETF folgt mit 114%.
Im Einjahreszeitraum sehen wir, dass ebenfalls
[769]
der IT ETF führt, vor dem NASDAQ ETF. Dahinter
folgt dieses Mal der Xtrackers MSCI World ETF und
[774]
dann kommt der Vanguard FTSE All World ETF. Der
L&G Cyber Security ETF hat hier in den letzten 12
[780]
Monaten die schwächste Performance hingelegt.
Auch wenn wir den L&G ETF mit weiteren ETFs
[785]
aus der Cybersecurity Sparte vergleichen, wie
dem First Trust Nasdaq Cybersecurity ETF oder
[790]
dem iShares Digital Security ETF, dann sehen
wir, dass der ETF über die letzten 1,5 Jahre
[795]
am schlechtesten abschneidet. Insgesamt hätte
sich egal über welchen Zeitraum ein Investment
[801]
in breitere IT ETFs eher gelohnt, wenn man
unbedingt eine Branche abbilden möchte.
[806]
Daher gibt es für die Performance insgesamt 2 von
5 Sterne. Es gab zwar eine sehr kurze Phase in der
[811]
der L&G ETF gut performte, nämlich unmittelbar
nach Corona Ausbruch. Insgesamt schlägt er zwar
[816]
in dieser kurzen Phase von 6,5 Jahren knapp
den MSCI World, kommt aber nicht an breiter
[821]
gestreute IT ETFs heran. Das ist für einen ETF
mit dermaßen wenigen Aktien, wenig Streuung, also
[827]
einem deutlich höheren Risiko nicht gut genug.
Die Ausgaben für IT Sicherheitsprodukte und
[834]
Dienstleistungen steigen der IDC zufolge bis
2024 enorm an. Von 120 Milliarden Dollar in 2020,
[840]
soll es hinaufgehen auf beinahe 180 Milliarden.
Die Branche sieht also ein relativ starkes
[845]
Wachstum. Der Sektor der Security as a Service
Leistungen, also vor allem der Software-Markt,
[851]
erfährt hier ein Wachstum von ca. 10 Milliarden
in 2020 auf beinahe 24 Milliarden in 2026. Wenn
[858]
wir uns die aktuellen IT Sicherheitsniveaus in
verschiedenen Branchen anschauen, dann sehen wir
[862]
links das aktuelle Sicherheitsniveau, geschätzt
von der NTT und rechts das angestrebte Niveau.
[867]
Sämtliche Branchen liegen hier noch deutlich
unter dem angestrebten Level, werden also
[872]
kräftig investieren müssen. Finanzdienstleister,
Technologie, Regierung und Wirtschaft allgemein
[878]
bieten für IT Sicherheitsunternehmen natürlich
eine breite Abnehmersparte und Kundschaft.
[882]
Wenn wir das Sicherheitsniveau nach Regionen
aufgliedern, dann sehen wir dass die Nachfrage
[886]
nach Sicherheitsservices und -produkten weltweit
groß ist. Vor allem im Asien und Pazifikraum,
[892]
gibt es hier dringenden Aufholbedarf.
Aber auch Amerika, Australien und Europa
[896]
sind noch weit unter ihrem angestrebten
Niveau. Bemerkenswert ist das vergleicbar
[900]
hohe Niveau im Nahen Osten und Afrika.
Die Schäden, die weltweit durch Cyberangriffe
[903]
entstehen, treffen vor allem den Hightech Sektor.
Mehr als 750 Milliarden Dollar an Schäden werden
[909]
hier im Zeitraum 2019 bis 2023 zu verbuchen sein.
Die Biowissenschaften und die Automobilindustrie
[915]
erleiden ebenfalls mehr als 500 Milliarden Dollar
an Schäden. Demgegenüber stehen die relativ
[920]
geringen Ausgaben für die IT Sicherheit, die sich
für die meisten großen Unternehmen lohnen werden.
[925]
In Deutschland, im Jahr 2021, sind mehr als 60
Milliarden Euro an Schäden durch den Ausfall
[930]
von IT Systemen entstanden. Weitere typische
Schadensfälle sind Patentrechtsverletzungen,
[938]
der Wegfall von Wettbewerbsvorteilen durch
Spionage, Erpressung mit Daten und Produktkopien.
[943]
Das Ziel von Cyberangriffen ist also vielfältig.
Gleichzeitig sind die Ausgaben für Cybersicherheit
[948]
in verschiedenen Ländern deutlich gestiegen. In
Belgien wurden bei den Unternehmen 2020 noch 13%
[954]
für Cybersicherheit ausgegeben. 2021 waren
es 21%. Ähnlich sieht es auch in Frankreich,
[959]
Deutschland, England und den USA aus. In den
USA machen die Ausgaben für Cybersicherheit
[963]
sogar 23% des IT Budgets der Unternehmen
aus. Das Thema rückt also bereits schon
[971]
immer mehr in den Fokus bei den Unternehmen.
Das klingt doch für die Branche alles super und
[976]
müsste dem ETF doch super Punkte in der Prognose
bringen. Naja, diese Thematik ist seit Jahren
[983]
allgemein bekannt. Bei meiner Analyse zum Digital
Security ETF lagen bereits ähnliche Statistiken
[988]
vor. Das heißt, jeder Anleger, der halbwegs
informiert ist, weiß, dass Cybersicherheit
[993]
eines der wichtigsten IT Themen der Zukunft
ist. Und grade weil das so ist, ist anzunehmen,
[997]
dass in dem ohnehin schon sehr heiß gelaufenen IT
Sektor, auch dieses Thema bereits seit langem bei
[1003]
den verschiedenen Aktien eingepreist ist. Das
heißt, die guten Wachstumsaussichten sind keine
[1008]
Neuigkeit mehr und daher bereits im aktuellen
Kurs der Aktien enthalten. Positive Überraschungen
[1014]
oder stärkeres Wachstum als erwartet mag es in
Einzelfällen geben, dennoch nehme ich nicht an,
[1019]
dass nur auf Grund von steigenden Umsätzen und
Absätzen im Gesamtmarkt, dieser ETF automatisch
[1025]
auch gut performen wird in der Zukunft. Daher
gibt es für die Prognose 3 von 5 Sterne,
[1029]
wenn man unterstellt, dass die Nachfrage nach
Cybersicherheit sogar noch etwas mehr steigt,
[1032]
als prognostiziert, wäre diese gute
Wertung grade noch zu vertreten.
[1038]
Für das Portfolio gab es 2 von 5 Sterne,
ein großes Risiko und große Schwankungen
[1044]
in den Kennzahlen sind der Grund. Für die
Produktkriterien gab es immerhin noch 3 von 5
[1048]
Sterne, trotz der enorm hohen Gesamtkostenquote
und Tracking Differenz. In der Performance
[1053]
erhielt der ETF ebenfalls 2 von 5 Sterne,
ein breiter gestreuter IT ETF birgt weniger
[1058]
Risiko und performete zuletzt deutlich besser.
In der Prognose kommen wir auf 3 von 5 Sterne,
[1063]
dazu gehört aber viel wohlwollen und der
Glaube, dass die Cybersicherheitssparte
[1066]
noch stärker wächst, als ohnehin schon
prognostiziert. Und selbst dann muss der
[1070]
ETF mit seinen Experten noch die richtigen Aktien
zum richtigen Zeitpunkt in den ETF aufnehmen.
[1080]
Meine persönliche Meinung:
Ich persönlich bin kein Fan von Branchenwetten
[1084]
und wenn überhaupt, dann würde ich in diesem
Fall auf einen breiter gestreuten IT setzen,
[1092]
der mehrere hundert Aktien im Portfolio hält.
Besonders negativ ist aus meiner Sicht auch die
[1097]
Art und Weise, wie der ETF seine Aktien auswählt.
Die hohe Gesamtkostenquote tut ihr restliches,
[1102]
so dass dieser ETF definitiv keinen Weg
in mein Portfolio finden wird. Das Thema
[1106]
Cybersicherheit mag zwar eines der wichtigsten
IT Themen der Zukunft sein, das ist aber in den
[1111]
meisten Aktien eingepreist. Ich denke aber schon,
dass einzelne Aktien hier gut laufen könnten,
[1115]
halte aber nichts von einem ETF zu diesem Thema.
Das einzig schöne ist, dass viele Unternehmen
[1120]
hier noch relativ klein sind und man den ETF als
Mini-IT-Small-Cap ETF sehen könnte, aber ehrlich
[1127]
gesagt sind das selbst für so eine wohlwollende
Bezeichnung zu wenig Aktien und auch natürlich
[1132]
zu wenig branchenübergreifend gestreut.
Normalerweise würde jetzt eigentlich das Segment
[1133]
kommen, wo ich darstelle, wie ich den ETF besparen
würde oder in mein Portfolio einbinden würde,
[1133]
wenn ich es zwingend müsste. Das fällt mir
relativ schwer, weil ich bei einer ehrlichen
[1134]
Antwort sagen müsste, ich gewichte den
ETF mit einem Prozent oder mit 0,5%,
[1134]
aber die Antwort wäre ja ein wenig lächerlich.
Wenn ich so einen ETF unbedingt dabeihaben möchte,
[1136]
würde ich ihn im Rahmen einer Core
Satellite Strategie zu einem Vanguard
[1140]
FTSE All World ETF hinzugeben, mit einer
Gewichtung von 5-10% als Satellite ETF.
[1145]
Wie seht ihr den L&G Cyber Security ETF? Glaubt
ihr, dass das Thema Cybersicherheit aktuell noch
[1150]
unterrepräsentiert ist im Markt? Schreibt
eure Meinung gerne in die Kommentare.
[1156]
Die Kanalmitglieder können übrigens abstimmen,
welche Aktien- bzw. ETF-Analyse wir in Zukunft
[1161]
machen sollen. Um mehr zu erfahren, klicke auf
den Button „Mitglied werden“ unter dem Video.
[1165]
Wir sehen uns in der kommenden Woche wieder
bei der nächsten Aktien- oder ETF Analyse.
[1168]
Die Mitglieder stimmen ab heute ab,
welchen Aktie wir am kommenden Sonntag
[1170]
analysieren sollen.
Bleibt gesund!
[1171]
Dieses Video ist keine Finanz- oder
Anlagenberatung. Die Vortragenden
[1174]
und Produzenten können nicht haftbar gemacht
werden, wenn ihr mit dem Handel von Wertpapieren
[1177]
Verluste erwirtschaftet. Dieses Video dient
einzig und allein der Unterhaltung.
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