Hazard, Risk & Safety - Understanding Risk Assessment, Management and Perception - YouTube

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Gefahr, Risiko und Sicherheit
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Diese Ausdrücke hören wir alle fast täglich. Eine bestimmte chemische, physikalische oder biologische
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Substanz stellt ein Risiko dar; Dieses oder jenes Produkt ist eine Gefahr, oder sich so oder so zu verhalten ist nicht sicher.
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Oft werden die Begriffe 'Gefahr' und 'Risiko' wahllos verwendet, um das Gleiche zu bezeichnen.
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Sie tun es jedoch nicht. Gefahr ist die Möglichkeit, Schaden zu bewirken.
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Risiko ist wiederum die Wahrscheinlichkeit schädlicher Folgen unter ganz bestimmten Umständen.
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Aber was bedeutet dies wirklich? Sehen wir uns zwei Beispiele an.
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Zuerst, Kaliumdichromat: klingt gefährlich und es ist in der Tat ein gefährlicher Stoff
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der sowohl giftig als auch krebserregend ist. Er wird manchmal dazu benutzt,
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den Alkoholgehalt von ausgeatmeter Luft zu messen. Hierzu wird es in einem dichten Röhrchen eingeschlossen.
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Deshalb stellt es bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nur ein kleines oder gar kein Risiko für Menschen oder
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die Umwelt dar, obwohl es an sich eine gefährliche Substanz ist. Sehen wir uns nun den entgegengesetzten Fall an.
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Nur wenige Menschen würden in Mehl eine gefährliche Substanz sehen. Aber wenn ein Bäcker oder eine Bäckerin
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über längere Zeit Mehlstaub in der Luft ausgesetzt wäre, könnte sie oder er Dermatitis, Konjunktivitis,
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Rhinitis oder gar Asthma bekommen. Also kann etwas, das als wenig gefährlich betrachtet wird,
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ein erhebliches Risiko darstellen und umgekehrt.
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Risiko ist immer eine Wahrscheinlichkeit, die von der Exposition beeinflusst wird. Für die Risikoabschätzung müssen
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viele Faktoren berücksichtigt werden. Es muss mit einbezogen werden, auf welche
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Weise, wo, wie stark und wie lange jemand der Gefahr ausgesetzt sein könnte.
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Toxikologische Forschung kann sowohl die potenziell schädlichen Eigenschaften eines chemischen,
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physikalischen oder biologischen Produkts herausfinden, als auch einen Grenzwert bestimmen,
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unter dem eine Exposition wirkungslos bleiben sollte. Auf Grundlage solcher Forschungsstudien kann
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ein Risiko berechnet werden, das auf Häufigkeit, Umständen und Dauer der Exposition beruht.
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Einige Risikoarten sind jedoch schlecht quantifizierbar, entweder weil ein System
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sehr komplex ist wie etwa beim Klimawandel oder weil uns, wie im Fall von Nanomaterialien,
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noch die nötigen Messwerkzeuge fehlen. Wenn es keinen Konsens über die Risikohöhe gibt,
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wenden die Entscheidungsträger manchmal ein Vorbeugeprinzip an. "Wenn genügend Elemente
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ernsthaft darauf hindeuten, dass eine Aktivität zu unumkehrbaren Schäden
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für die Gesundheit oder die Umwelt führen könnte, sollten selbst dann Maßnahmen
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ergriffen werden, wenn der endgültige Beweis oder der Kausalzusammenhang noch
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nicht mit absoluter Bestimmtheit formal erbracht worden ist oder feststeht."
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Es ist im Zweifelsfall besser, zu vorsichtig zu sein Nummer Sicher zu gehen.
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Trotzdem sollten die vorbeugenden Entscheidungen bezüglich dieses möglichen aber ungewissen
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Risikos verhältnismäßig bleiben und neu eingeschätzt werden wenn neue Daten zur Verfügung stehen.
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Die meisten juristischen Überlegungen beruhen und sollten auf dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit beruhen/gründen.
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Wie können wir also mit einem Risiko umgehen? Indem man sich weniger der Gefahr aussetzt
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und durch das Übernehmen von Maßnahmen und Handlungsweisen, die das Risiko vermindern.
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Vermeidung könnte besser zur Risikominderung beitragen. Zum Beispiel wurde das Autofahren
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sicherer mit der Einführung von zugelassenen Höchstgeschwindigkeiten, Sicherheitsgurten, Stoßfängern, Airbags, Fahrerassistenzsystemen etc.
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Aber was wird als sicher betrachtet? Annehmbare Sicherheitsniveaus hängen größtenteils davon ab,
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wo auf der Erde man sich befindet, von Kultur, sozioökonomischen Kriterien und dem Sektor. In einigen Regionen
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der Welt muss z. B. der Sicherheitsgrenzwert, der für ein Pestizid wie DDT angewendet wird, abgewogen werden mit seinem
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Stellenwert bei der Bewahrung von Gesundheit oder Nahrungsmittelressourcen. Für jeden speziellen Fall
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muss ein annehmbares Sicherheitsniveau beschlossen werden. Dies ist also nicht nur eine technische, sondern auch eine
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"politische" Entscheidung. Selbst wenn die vorangegangenen Schritte logisch sind, muss
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das was als sicher betrachtet wird, die Wahrnehmung und die Akzeptanz des Risikos berücksichtigen.
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Diese neigen dazu, gleichzeitig emotional und rational zu sein. Zum Beispiel wird das Fliegen
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meist als ein größeres Risiko angesehen als das Autofahren, obwohl alle Statistiken auf das Gegenteil hindeuten.
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Darüber hinaus ist es sehr schwer, eine Risikowahrnehmung zu ändern, sobald sie begonnen hat.
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Selbst wenn alle Hinweise auf das Gegenteil deuten. Zum Beispiel: Angst kann von Medien durch
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zweifelhafte Wissenschaft und die schwache oder sogar sensationslüsterne Deutung einer Studie verstärkt werden.
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Eine sehr begrenzte Untersuchung, die ergibt, dass Stoff A schädigend für Mäuse sein könnte und weiterer Forschung bedürfte,
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wird schnell zur Schlagzeile "Stoff A ist tödlich". Wenn erst einmal die Angst einsetzt, wird das
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Vorbeugeprinzip aus dem Hut gezaubert, selbst wenn kein Risiko nachgewiesen ist.
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Kurz gesagt, stimmen Risiken und die Wahrnehmung von Risiken nicht immer überein;
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Dies kann das Treffen politischer Entscheidungen erschweren, weshalb es in diesen
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Fällen besonders wichtig ist, sie auf Fakten und nicht auf Meinungen zu gründen.
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Diese Fakten können aus wissenschaftlichen Berichten stammen, die von Referenzinstituten
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veröffentlicht werden. Aber diese Berichte sind oft in einer sehr technischen Sprache verfasst,
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die nur für Experten verständlich ist. GreenFacts bietet inhaltstreue Zusammenfassungen dieser Berichte,
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damit auch Nichtfachleute die nötigen Informationen zum Bilden ihrer eigenen Meinung bekommen können.