How Olga Korbut Inspired a Generation of Gymnasts | The Olympics On The Record - YouTube

Channel: Olympics

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Jetzt zum Kunstturnen und Turischtschewa aus der Sowjetunion.
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Ludmilla Turischtschewa führte die Sowjetunion
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zur Goldmedaille im Teamwettbewerb
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bei den Olympischen Spielen im Jahre 1972 in München.
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Des Weiteren gewinnt sie Gold
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in der prestigeträchtigen Einzeldisziplin.
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Mit 20 war Turischtschewa Welt-, Europameisterin und Olympiasiegerin
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gleichzeitig und sie beendete ihre Karriere
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mit neun olympischen Medaillen, darunter sind vier Goldmedaillen.
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Sie war eine ruhige und beständig brillante Performerin
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und beliebte Leaderin des sowjetischen Kunstturnteams.
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Die Kunstturn-Wettbewerbe 1972 in München wurden nicht bekannt
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durch Turischtschewas Leistung, sondern den Auftritt
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ihrer 17-jährigen Teamkollegin, jenes Mädchen, das Siebte wurde.
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Unter ihrem Spitznamen "der Spatz"
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galt Olga Korbut als Nachwuchsstar des sowjetischen Kunstturnsports.
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Schon bei ihrem ersten Auftritt in München zog sie alle Blicke auf sich.
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Sie hatte seit dem 12. Lebensjahr unermüdlich trainiert
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zu Hause in Minsk im heutigen Weißrussland.
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Neben Turischtschewa verhalf Korbut der Sowjetunion dazu,
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Gold im Team zu gewinnen.
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Als dann der Einzel-Allround-Wettbewerb begann,
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sahen alle auf Korbut.
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Es gab zwar damals keine sozialen Medien,
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doch das Phänomen Korbuts verbreitete sich trotzdem wie ein Virus.
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Stell dir eine Welt ohne soziale Medien vor,
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in der Leute tatsächlich miteinander reden.
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Nelly? Nelly?
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Es gab inzwischen Farbfernsehen, und die Menschen
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ließen alles stehen und liegen, um jene Kleine aus Minsk zu sehen.
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Nach Sprung und Boden lag Korbut auf dem dritten Platz.
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Sie war also eine ernste Medaillenkandidatin.
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Als Nächstes war der Stufenbarren an der Reihe.
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Das sind zwei parallele, unterschiedlich hohe Stangen,
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an denen sich die Turner schwingend bewegen.
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Das erfordert Kontrolle,
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und die Jury beurteilt Schwierigkeit, Technik und Vortrag.
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Abzüge gibt es dabei für Fehler, Pausen und Schritte beim Abgang.
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Bisher war der Stufenbarren immer Korbuts stärkste Disziplin.
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Aber nicht an jenem Tag in München.
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Von Anfang an ging ihre Übung schief.
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Korbut bekam dafür starke Abzüge.
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Eine Note von 7.5 machten ihre Medaillenchancen zunichte.
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Ihre Tränen galten als öffentliche Gefühlsbekundung
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und verhalfen ihr dazu, ihre Bekanntheit zu steigern.
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Tränen... Ja, das funktioniert immer.
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Turischtschewa gewann verdient die Goldmedaille.
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Es hieß, sie könnte auf dem Schlachtfeld Leistung bringen.
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Aber Korbut wurde zur Olympiasiegerin der Herzen,
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und Millionen unterstützten sie,
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als es in die Einzelwettkämpfe ging.
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Am Schwebebalken zeigte sie ein Element,
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das absolut neu in der internationalen Wettkampfszene war.
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Es war eine sensationelle Vorstellung,
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die ihr Gold einbringen sollte.
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Korbut ließ dem eine außergewöhnliche Bodenübung folgen.
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Ihr zweites Gold.
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Am Stufenbarren hatte sie Fehler in der Qualifikation gemacht,
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schaffte es aber trotzdem ins Finale, in dem sie
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ihr bisher frechstes Manöver zeigte...
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Kein Turner hatte bisher eine perfekte 10.0 erreicht,
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aber hätte es dann jene sensationelle Leistung nicht verdient gehabt?
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Die Jury war dagegen und gab Korbut eine 9.8.
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Zuschauer dachten, es handelte sich um einen großen Irrtum.
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Die Jury bestand auf der Entscheidung,
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und es reichte für Korbut immer noch zu Silber.
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Jener gewagte Rückwärtssalto wurde bekannt als
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der "Korbut Flip", aber im Jahr 2009 wieder untersagt.
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Man wird ihn also nie mehr bei einer Olympiade sehen,
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weil er "zu gefährlich" war.
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Zum Glück war der Salto nicht Korbuts einziges Vermächtnis.
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Sie wurde schnell zum Vorbild für viele junge Kunstturnerinnen.
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Allein in Großbritannien übten etwa 2,5 Millionen den Sport aus,
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und jene Entwicklung setzte sich überall auf der Welt fort.
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Jenes Phänomen Korbuts bewies den Einfluss von Olympischen Spielen,
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oder in jenem Fall, wie ein junges
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Mädchen aus Minsk die Aufmerksamkeit des ganzen Globus erregt.