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[6]
Dreht man einen Wasserhahn auf,
[8]
läuft zu jeder Zeit unbegrenzt
sauberes Wasser heraus.
[13]
Man vergisst leicht,
[14]
dass das Streben danach eine
der prägenden Mühen der Geschichte war.
[18]
Zivilisationen, die Wasser
nutzbar machten, gediehen.
[21]
Die, die scheiterten... gingen unter.
[23]
Heute können sich sieben von zehn Menschen
zu Hause auf fließend Wasser verlassen.
[28]
Das Wasser fließt von Steigleitungen
[31]
zu Serviceanschlüssen
und erreicht alle Gebäude in der Straße.
[35]
Zumindest denkt man das.
[37]
Kapstadt könnte die erste Großstadt
weltweit sein,
[40]
der das Wasser ausgeht.
[41]
Kapstadt, Südafrika,
bewegt sich auf Tag Null zu.
[46]
In nur 92 Tagen
müssen sie aufgrund der Dürre
[49]
die meisten Leitungen abdrehen.
[51]
Kapstadt ist die erste Großstadt
der Welt,
[54]
die plant, die Wasserversorgung
auf unbestimmte Zeit abzudrehen.
[57]
Vier Millionen Menschen hätten
kein fließend Wasser mehr.
[60]
Sie bekämen Wasserrationen,
[62]
für die sie sich
an Stationen anstellen müssten.
[65]
Nicht nur Kapstadt ist betroffen.
[67]
São Paulo, Melbourne, Jakarta, London,
[70]
Peking, Istanbul, Tokio, Bangalore,
Barcelona und Mexiko-Stadt
[74]
treten in den nächsten Jahrzehnten
ihrem eigenen Tag Null entgegen,
[78]
es sei denn, ihre Wassernutzung
ändert sich grundlegend.
[81]
Es wird angenommen,
dass es unbeschränkte Mengen gibt
[84]
und jeder Zugang hat,
weil man einen Hahn aufdrehen kann.
[87]
Das ist ein Problem.
[88]
Tatsächlich werden große Teile der Welt
[91]
bis 2040 nicht genug Wasser haben,
um die ganzjährige Nachfrage zu decken.
[94]
Wir stehen vor einer globalen Wasserkrise
und es wird schlimmer.
[98]
Wir stehen an einem Wendepunkt,
und wenn wir nicht vorsichtig sind,
[101]
haben wir keine Möglichkeit mehr,
es zu kontrollieren.
[105]
Es gibt keinen Ersatz für Wasser.
[107]
Ohne Wasser
sterben wir nach ein paar Tagen.
[111]
Wie erschufen wir eine Welt,
[112]
in der wir nicht genug
ihrer wichtigsten Ressource haben?
[115]
Und wie wird die Welt
mit der zunehmenden Krise aussehen?
[120]
Wasserstraßen, gebaut von Menschen,
um das Land von der Natur zu befreien.
[123]
Für manche Investoren
ist das in diesem Glas
[126]
flüssiges Gold.
[129]
Sauberes Wasser. Jetzt.
[134]
Wasser wird zur Handelsware. Es nimmt
neuen Wert an, Menschen erheben Anspruch.
[138]
Halten wir unser Wasser
für so selbstverständlich wie unsere Luft?
[144]
DIE WELTWEITE WASSERKRISE
[150]
Die Erde ist der blaue Planet.
[152]
Es gibt keine Wasserknappheit.
Wir haben 1386 Trillionen Liter davon.
[157]
Das war immer so und wird immer so sein.
[160]
Wasser kann einfrieren oder verdampfen,
aber es verlässt den Planeten nicht.
[165]
Saugte man all das Wasser von der Erde,
würde es in diese Kugel passen.
[169]
Aber 97 % sind Salzwasser und 2 %
sind als Eis in den Polkappen gefangen,
[173]
also verlässt sich die Menschheit
auf nur 1 %, um zu überleben.
[177]
Wenn man davon spricht,
dass uns das Wasser ausgeht,
[180]
meint man eigentlich,
[182]
ob man Zugang
zu diesem sehr kleinen Teil hat.
[186]
Die Antwort hängt stark davon ab,
wo man lebt.
[189]
Kuwait ist in Hinblick auf Wasser pro Kopf
eines der ärmsten Länder.
[193]
Und Kanada, eines der reichsten,
hat nicht etwa doppelt so viel
[196]
oder sogar zehnmal so viel.
Es hat 10.000 Mal so viel.
[200]
Es ist auch wichtig, wo es sich befindet.
[202]
Das eine Prozent Wasser,
auf das wir uns alle verlassen,
[206]
befindet sich unter der Erde
und ist schwer zu erreichen.
[210]
Also ließen sich Menschen zum Großteil
an Oberflächengewässern nieder.
[215]
Rund 90 % der Weltbevölkerung
[217]
leben weniger als zehn Kilometer
von einer Süßwasserquelle entfernt.
[222]
Vor hunderten Jahren, als sich die Azteken
im heutigen Mexiko-Stadt niederließen,
[226]
sahen sie einen riesigen See.
[227]
Das sind die Reste der Kanäle,
die sie schufen.
[231]
Als die Spanier im 16. Jahrhundert kamen,
[233]
bestaunte ein Soldat die aztekische Stadt,
die sich aus dem Wasser erhob
[238]
und wie eine verzauberte Vision erschien.
[240]
Aber dann fingen die Spanier an,
den See trockenzulegen.
[243]
Über die nächsten Jahrhunderte
füllte der Ort sich mit Menschen.
[247]
Wie fast überall wurde
das Oberflächenwasser in Mexiko
[251]
als öffentliches Mittel gesehen,
als Schlüssel zur Entwicklung.
[255]
Und seit 1950 ist die Bevölkerung
von Mexiko-Stadt explodiert.
[259]
Heute leben dort 22 Millionen Menschen.
[262]
Die größten Gefahren für Mexiko-Stadt
[266]
stehen im Zusammenhang mit Wasser.
[269]
Mexiko-Stadt hat mehr Regen
als das verregnete London.
[272]
Aber die Seen, die das Wasser
aufgefangen hätten, sind verschwunden,
[276]
also überflutet die Stadt.
[278]
Sie müssen trotzdem das meiste Wasser
aus anderen Teilen Mexikos herleiten.
[282]
Oder sie pumpen es aus der Erde.
[284]
Wir sind im Zugriff auf Grundwasser
inzwischen viel besser geworden.
[288]
Aber es gibt einen Haken.
[289]
Diese Wasserdepots, sogenannte Aquifer,
haben sich über Jahrtausende angesammelt,
[294]
und brauchen Jahrtausende,
um sich wieder aufzufüllen.
[297]
Das Grundwasser ist wie das Sparbuch,
[300]
an das man ab und zu gehen kann,
vor allem, wenn man eine Dürre hat.
[303]
Mexiko-Stadt macht es anders.
[306]
50 % unserer Wasserversorgung
kommt aus dem ansässigen Aquifer.
[312]
Das bedeutet, dass wir wohl
in den nächsten 30 bis 50 Jahren
[315]
die Hälfte der Wasserversorgung verlieren.
[318]
Das Absaugen von Grundwasser
hat einen weiteren Nebeneffekt.
[321]
Es verdichtet den Boden.
[323]
Mexiko-Stadt sinkt buchstäblich.
[325]
An manchen Stellen
um bis zu 22 cm pro Jahr.
[329]
Satellitendaten der NASA zeigen,
wie Aquifer in Nordindien
[332]
in nur zehn Jahren um 110 Billionen Liter
abgenommen haben.
[336]
Mehr Menschen auf der Welt
verbrauchen mehr Wasser.
[340]
In diesem Jahrhundert hat sich
der Wasserverbrauch versiebenfacht.
[344]
Der Regen und Schnee, auf den wir uns
zur Bewässerung von Getreide verlassen,
[349]
wird weniger zuverlässig.
[351]
Der Klimawandel macht
das verfügbare Wasser unberechenbarer.
[353]
Gewisse Gebiete in der Welt
erleben viel längere Trockenperioden.
[359]
Das Problem ist nicht nur, dass es
mehr Menschen gibt, die Wasser verwenden,
[363]
sondern, wie wir es verwenden.
[365]
Menschen müssen
fast vier Liter Wasser am Tag trinken.
[368]
Fürs Zähneputzen und Händewaschen
braucht man ungefähr vier Liter.
[375]
Das waren 11 Liter.
[377]
Aber das Trinken, Waschen
und die Toilettenspülungen
[380]
jeder Person weltweit machen nur 8 %
des Süßwasserverbrauches jedes Jahr aus.
[385]
Das meiste Wasser geht
in die Landwirtschaft und Industrie,
[388]
und in die Lebensmittel und Produkte,
die wir nutzen.
[390]
Eine Flasche Cola zum Beispiel.
[392]
98 % des Wassers in der Flasche
[395]
sind nicht sichtbar.
[396]
98 % des Wassers stecken in den Zutaten,
die angebaut wurden,
[401]
um diese Flasche Cola zu produzieren.
[403]
74 Liter Wasser
stecken in jedem Glas Bier.
[407]
Eine Tasse Kaffee? 130 Liter.
[409]
Ein Baumwoll-T-Shirt: 2.500 Liter.
[413]
Nichts braucht so viel Wasser wie Fleisch.
[416]
Alfalfa ist ein typischer Bestandteil
in Viehfutter,
[419]
und der Anbau eines Kilogramms
verbraucht 510 Liter.
[423]
Eine durchschnittliche Kuh
braucht ca. 12 kg Futter pro Tag.
[427]
Die Herstellung eines einzigen Hamburgers
benötigt 1.650 Liter Wasser.
[435]
Die Welt isst immer mehr
wie die Amerikaner.
[437]
Kalorienreiche Ernährung mit mehr Fleisch.
[440]
Aber nicht jeder kann essen
wie Amerikaner.
[442]
Es gibt nicht genügend Wasser
auf der Welt.
[445]
Wasser hält sich nicht an die Grundregeln
des Kapitalismus.
[449]
Landwirte zahlen fast nichts dafür.
[452]
Die wahren Kosten enden nicht
in den Kosten des Hamburgers.
[456]
Weshalb Fast-Food-Restaurants
günstige Hamburger anbieten können.
[459]
Wie kann er 99 Cent kosten?
[461]
Nur 2,99. Richtig gehört. 2,99.
[464]
Fast überall auf der Welt
[466]
wird Wasser so behandelt,
als ob es immer genug geben würde.
[470]
Deshalb nutzen wir es
auf unglaublich verschwenderische Weise.
[474]
Das trockene Südkalifornien
nutzt für den Anbau von Alfalfa
[479]
über sieben Billionen Liter Wasser
im Jahr vom Colorado River,
[482]
der hunderte km weit weg ist.
[484]
Die Summe, die sie bezahlen,
deckt nicht einmal die Lieferkosten.
[488]
Ein Bruchteil des Wassers
von Südafrikas Weinindustrie
[492]
wäre genug für ganz Kapstadt.
[494]
Indien und China bauen
ihre wasserintensivsten Nutzpflanzen
[498]
in den trockensten Regionen an.
[500]
Aber da Wasser knapper wird,
könnte sich das ändern.
[504]
Die Bank Goldman Sachs hat vorausgesagt,
[506]
dass Wasser
das Erdöl des 21. Jahrhunderts wird.
[510]
Private Interessen wie Hedgefonds
haben angefangen, Wasser zu kaufen,
[514]
und lösten damit Sorgen aus,
dass sie die Knappheit für Profit nutzen.
[518]
Wenn das wie die Handlung
eines Bösewichts in James Bond klingt,
[521]
dann, weil es das war.
[523]
Von diesem Moment an
[524]
besitzt meine Firma mehr als 60 %
der Wasserversorgung von Bolivien.
[529]
Im Vertrag steht, dass Ihre neue Regierung
uns als Versorger einsetzt.
[536]
Wasser einen höheren Preis zu geben,
könnte Vorteile haben.
[540]
Der Vorteil dessen, Wasser zu schätzen,
wie wir es sollten,
[543]
und ein Zeichen mit dem Preis zu setzen,
[545]
ist, dass wir Alfalfa
nicht in der Wüste anbauen würden.
[548]
Erinnert euch daran.
Wir kommen später drauf zurück.
[552]
Wir würden keine Nutzpflanzen
in zu trockenen Gebieten anbauen.
[556]
Weil die Ökonomie keinen Sinn ergibt.
[559]
Und 95 % des bewässerten Ackerlands
weltweit
[562]
würden wahrscheinlich nicht
so ineffektiv bewässert werden...
[568]
Mit Überflutung.
[570]
Wenn Wasser mehr kosten würde,
[572]
würden Regierungen
die Reparatur der Wasser-Infrastruktur
[575]
vielleicht als lohnenswert erachten.
[577]
Wir investieren nicht
in die nötigen finanziellen Mittel,
[580]
um das System instand zu halten.
[584]
Eine entscheidende Folge daraus ist,
[586]
dass wir 42 % Lecks im Wassernetz haben.
[593]
Mexiko-Stadt, das einer
existentiellen Wasserkrise gegenübersteht,
[597]
verliert die Hälfte seines Trinkwassers
an undichte Leitungen.
[602]
Wir schätzen Wasser so wenig,
dass wir täglich zwei Millionen Tonnen
[606]
Abwasser, Landwirtschafts-
und Industrieabfälle hineinschütten.
[610]
Es gibt kein Gefühl dafür,
wie unglaublich wertvoll Wasser ist.
[616]
Wenn uns das Wasser ausgeht,
finden wir die wahren Kosten heraus.
[626]
2017 schloss die Stadt Mexicali
einen Deal mit Constellation Brands,
[632]
den Produzenten von Modelo und Corona,
über den Bau einer Brauerei ab.
[636]
Es wäre die größte Investition
in der Region seit Jahren,
[640]
die über 750 neue Arbeitsstellen schafft.
[643]
Im Gegenzug wurde der Brauerei
viel Wasser versprochen.
[647]
Aber Mexicali hat nicht viel Wasser übrig.
[651]
Seine Hauptwasserquelle
ist der Colorado River,
[654]
der in Colorado, in den USA, entspringt.
[657]
Er wird
von Schnee der Rocky Mountains gespeist.
[660]
Die warmen Temperaturen der letzten Jahre
führten zu weniger Schnee,
[664]
was weniger Fluss bedeutet.
[666]
An der Markierung sieht man,
wie viel weniger.
[670]
Der Fluss fließt südwärts und versorgt
auf dem Weg ein paar Städte...
[674]
...wie Denver, Salt Lake City,
[677]
Las Vegas, Phoenix und Los Angeles.
[682]
Und fast zweieinhalb Millionen
Hektar Ackerland.
[685]
Bis der Colorado River Mexicali erreicht,
[688]
sieht er so aus.
[689]
Wir haben schon lange
nicht mehr genügend Wasser.
[693]
Wenn die Brauerei sich niederlässt
und anfängt, viel zu produzieren...
[697]
LANDWIRTE
[698]
...geht uns das Grundwasser aus.
[701]
Für die Landwirte ist es am schlimmsten.
[704]
Sie brauchen
20 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
[707]
Wenn wir das
mit Städten wie Ensenada vergleichen,
[710]
das neun Millionen Kubikmeter benötigt,
ist das mehr als doppelt so viel.
[716]
Das Doppelte einer Stadt.
[718]
Je knapper Wasser wird, desto mehr
wird der Zugriff zum Wettbewerb,
[722]
mit Gewinnern und Verlierern,
die oft von Regierungen ausgesucht werden.
[727]
Im Juli 2018
[729]
hat die Regierung von Mexiko
ein Dekret erlassen,
[731]
das es Firmen wie Constellation Brands
einfacher macht,
[735]
Oberflächenwasser im ganzen Land
zu extrahieren.
[738]
Es ist wie ein Raubüberfall.
[740]
Es ist eine Warnung, nicht nur für
die Mexikaner, sondern die ganze Welt.
[747]
Wir wissen,
dass viele andere Teile der Welt
[750]
gegen diese
Privatisierungsprojekte kämpfen,
[754]
die die Taschen der Firmen füllen.
[756]
Im Januar 2018
haben Demonstranten versucht,
[760]
den Bau des Brauerei-Aquädukts
zu verhindern.
[764]
Ein ganzer Trupp von Polizisten
kam über die Straße dort.
[769]
Sie kamen mit Schutzschilden
und liefen im Gänsemarsch.
[774]
Das ist die Frau,
die im Video das Rohr hält.
[780]
Wir müssen unser Wasser verteidigen.
[783]
Es ist eine lebensnotwendige Flüssigkeit.
[786]
Es ist das Wichtigste, was wir haben.
[790]
Wasserknappheit treibt gewaltsame
Auseinandersetzungen weltweit an.
[795]
Meine persönliche Erfahrung,
wo das fatal war,
[798]
war im nordöstlichen Nigeria.
[800]
Über die Jahre haben wir gesehen,
dass mit der Austrocknung des Tschadsees
[804]
auch die Lebensgrundlage austrocknet.
[806]
Die Spannungen brachen auf eine Art aus,
[808]
die die Regierung
nicht mehr kontrollieren konnte.
[812]
Wasserknappheit steht im Mittelpunkt
des fortwährenden Konflikts in Darfur,
[816]
welcher seit 2003
hunderttausende Leben kostete.
[820]
Manche Analytiker sagen,
dass der Bürgerkrieg in Syrien
[823]
zu großen Teilen von einer heftigen Dürre
2006 ausgelöst wurde.
[828]
Während die Anspannungen
über Süßwasser steigen,
[831]
schielen Regierungen zunehmend
auf eine früher abwegige Idee.
[835]
Mehr zu erschaffen.
[838]
Wasserentsalzung hat sich
in den letzten zehn Jahren verdoppelt,
[842]
aber die jährlich produzierte Menge
[844]
ist zusammengenommen trotzdem weniger
als 1 % des Wassers, das wir nutzen.
[848]
Wir suchen noch die ultimative Lösung,
was die Entsalzung von Wasser angeht,
[852]
wenn man Meerwasser oder Brackwasser
mit viel Salzgehalt aus dem Grund nimmt,
[857]
und es auf Trinkwasserniveau bringt.
[859]
Es kostet im Moment
sehr viel Geld und viel Energie.
[863]
Das würde mehr Sinn ergeben,
wenn Wasser mehr wert wäre.
[867]
Das würde aber auch bedeuten,
dass das Wasser in allem mehr kostet.
[870]
Die Preise von Verbrauchsgütern
würden explodieren.
[872]
Manche Branchen könnten kollabieren.
[875]
Firmen wie Constellation Brands
[877]
könnten andere Standorte
für ihre Betriebe wählen.
[880]
Denn erinnert euch...
[881]
Der Vorteil dessen, Wasser zu schätzen,
wie wir es sollten,
[885]
und ein Zeichen mit dem Preis zu setzen,
[888]
ist, dass wir Alfalfa nicht in der Wüste
anbauen würden.
[891]
Viehfutter in der Wüste anbauen.
Davon lebt Familie Mena.
[895]
Und wenn Wasser zum nächsten Erdöl wird,
hätten sie keine Lebensgrundlage mehr.
[900]
Wasser ist aber nicht wie Erdöl.
[903]
Oder wie andere Rohstoffe auf der Welt.
[906]
Denn ohne Wasser sterben wir.
[909]
2010 erkannte die UN Wasserzugang
und Hygiene als Menschenrecht an.
[915]
Und das ist die Herausforderung
unserer Wasserkrise.
[918]
Wie soll man
eine unbezahlbare Ressource wertschätzen,
[921]
und dabei sicherstellen,
dass alle Zugang dazu haben?
[924]
Wenn der Wasserpreis für Reparaturen
oder Sparmaßnahmen angehoben wird...
[929]
...wirkt sich das am meisten
auf die Armen aus.
[931]
Sydney Water drängt auf
eine 15%ige Steigerung über vier Jahre
[935]
und übt damit Druck auf Haushalte aus.
[938]
Der Drang zur Wasserkonservierung
und Wassereinsparung
[942]
ist eine Last,
die arme Leute tragen müssen.
[944]
Mit einem festen Einkommen
kann ich mir das nicht leisten.
[949]
Vielleicht behandeln wir Wasser
letzten Endes nicht gleich.
[952]
Es gibt einen gewissen Prozentsatz
an Wasser,
[956]
ungefähr 60 Liter pro Person pro Tag,
der mit Menschenrechten verknüpft ist.
[964]
Aber für alles, was darüber liegt,
sollten Menschen für Wasser zahlen.
[968]
2017 hat Philadelphia ausgetestet,
Wasserpreise ans Einkommen zu knüpfen.
[975]
Grundlegende Menschenrechte
müssen durch den Preis geschützt sein.
[981]
Dass wir alle Wasser brauchen,
macht diese Krise außergewöhnlich hart.
[986]
Es bewegt Menschen aber auch
zu außergewöhnlichen Handlungen.
[991]
Kapstadts Tag Null
war für den 18. März angesetzt.
[995]
Aber dann
fingen die Menschen an zu sparen.
[998]
Die Wassereinschränkungen
zeigen eindeutig Wirkung.
[1001]
Der Tag Null
wurde um einen Monat verschoben.
[1003]
Kapstadt verkündete, dass der Tag Null
auf den 9. Juli verschoben wurde.
[1007]
Die Behörden erwarten
den sogenannten Tag Null
[1010]
im August anstatt im Juli.
[1013]
Inzwischen wurde er dank der Bemühungen
der Bürger und Behörden
[1017]
auf nächstes Jahr verschoben.
[1019]
Anfang 2018
betrug der Wasserverbrauch der Stadt
[1022]
weniger als die Hälfte dessen,
was vier Jahre zuvor verbraucht wurde.
[1026]
Und der Countdown wurde
auf unbestimmte Zeit angehalten.
[1029]
Es wurde nicht genug getan,
bis sie von Tag Null sprachen.
[1034]
Das hat Aufmerksamkeit erregt.
[1036]
Es war bemerkenswert, wie sehr
die Leute ihren Wasserverbrauch...
[1041]
...in dem Monat nach den Gesprächen
über den Tag Null einschränkten.
[1045]
Es zeigt, was möglich ist.
[1047]
Aber Kapstadt hatte auch Glück.
[1049]
Es hat geregnet.
[1050]
Man muss erkennen, wie wertvoll
Wasser ist, bevor es zu wenig gibt...
[1056]
...und wie sehr unser Schicksal an das
geknüpft ist, was aus den Hähnen kommt.
[1062]
Mexiko-Stadt wurde
innerhalb eines Sees gegründet.
[1066]
Aber heute ist unsere Beziehung
mit Wasser sehr distanziert.
[1070]
Es ist wichtig, unser geschichtliches
Bewusstsein über Wasser wiederzuerlangen.
[1075]
Es gibt viel, was Menschen tun können,
um Wasser zu sparen,
[1080]
aber man muss sich
dem Wert des Wassers auch bewusst sein.
[1110]
Untertitel von: Alexandra Grenzebach
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