Explained | World's Water Crisis | FULL EPISODE | Netflix - YouTube

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Dreht man einen Wasserhahn auf,
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läuft zu jeder Zeit unbegrenzt sauberes Wasser heraus.
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Man vergisst leicht,
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dass das Streben danach eine der prägenden Mühen der Geschichte war.
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Zivilisationen, die Wasser nutzbar machten, gediehen.
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Die, die scheiterten... gingen unter.
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Heute können sich sieben von zehn Menschen zu Hause auf fließend Wasser verlassen.
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Das Wasser fließt von Steigleitungen
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zu Serviceanschlüssen und erreicht alle Gebäude in der Straße.
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Zumindest denkt man das.
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Kapstadt könnte die erste Großstadt weltweit sein,
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der das Wasser ausgeht.
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Kapstadt, Südafrika, bewegt sich auf Tag Null zu.
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In nur 92 Tagen müssen sie aufgrund der Dürre
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die meisten Leitungen abdrehen.
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Kapstadt ist die erste Großstadt der Welt,
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die plant, die Wasserversorgung auf unbestimmte Zeit abzudrehen.
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Vier Millionen Menschen hätten kein fließend Wasser mehr.
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Sie bekämen Wasserrationen,
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für die sie sich an Stationen anstellen müssten.
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Nicht nur Kapstadt ist betroffen.
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São Paulo, Melbourne, Jakarta, London,
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Peking, Istanbul, Tokio, Bangalore, Barcelona und Mexiko-Stadt
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treten in den nächsten Jahrzehnten ihrem eigenen Tag Null entgegen,
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es sei denn, ihre Wassernutzung ändert sich grundlegend.
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Es wird angenommen, dass es unbeschränkte Mengen gibt
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und jeder Zugang hat, weil man einen Hahn aufdrehen kann.
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Das ist ein Problem.
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Tatsächlich werden große Teile der Welt
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bis 2040 nicht genug Wasser haben, um die ganzjährige Nachfrage zu decken.
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Wir stehen vor einer globalen Wasserkrise und es wird schlimmer.
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Wir stehen an einem Wendepunkt, und wenn wir nicht vorsichtig sind,
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haben wir keine Möglichkeit mehr, es zu kontrollieren.
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Es gibt keinen Ersatz für Wasser.
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Ohne Wasser sterben wir nach ein paar Tagen.
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Wie erschufen wir eine Welt,
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in der wir nicht genug ihrer wichtigsten Ressource haben?
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Und wie wird die Welt mit der zunehmenden Krise aussehen?
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Wasserstraßen, gebaut von Menschen, um das Land von der Natur zu befreien.
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Für manche Investoren ist das in diesem Glas
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flüssiges Gold.
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Sauberes Wasser. Jetzt.
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Wasser wird zur Handelsware. Es nimmt neuen Wert an, Menschen erheben Anspruch.
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Halten wir unser Wasser für so selbstverständlich wie unsere Luft?
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DIE WELTWEITE WASSERKRISE
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Die Erde ist der blaue Planet.
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Es gibt keine Wasserknappheit. Wir haben 1386 Trillionen Liter davon.
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Das war immer so und wird immer so sein.
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Wasser kann einfrieren oder verdampfen, aber es verlässt den Planeten nicht.
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Saugte man all das Wasser von der Erde, würde es in diese Kugel passen.
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Aber 97 % sind Salzwasser und 2 % sind als Eis in den Polkappen gefangen,
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also verlässt sich die Menschheit auf nur 1 %, um zu überleben.
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Wenn man davon spricht, dass uns das Wasser ausgeht,
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meint man eigentlich,
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ob man Zugang zu diesem sehr kleinen Teil hat.
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Die Antwort hängt stark davon ab, wo man lebt.
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Kuwait ist in Hinblick auf Wasser pro Kopf eines der ärmsten Länder.
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Und Kanada, eines der reichsten, hat nicht etwa doppelt so viel
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oder sogar zehnmal so viel. Es hat 10.000 Mal so viel.
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Es ist auch wichtig, wo es sich befindet.
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Das eine Prozent Wasser, auf das wir uns alle verlassen,
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befindet sich unter der Erde und ist schwer zu erreichen.
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Also ließen sich Menschen zum Großteil an Oberflächengewässern nieder.
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Rund 90 % der Weltbevölkerung
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leben weniger als zehn Kilometer von einer Süßwasserquelle entfernt.
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Vor hunderten Jahren, als sich die Azteken im heutigen Mexiko-Stadt niederließen,
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sahen sie einen riesigen See.
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Das sind die Reste der Kanäle, die sie schufen.
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Als die Spanier im 16. Jahrhundert kamen,
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bestaunte ein Soldat die aztekische Stadt, die sich aus dem Wasser erhob
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und wie eine verzauberte Vision erschien.
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Aber dann fingen die Spanier an, den See trockenzulegen.
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Über die nächsten Jahrhunderte füllte der Ort sich mit Menschen.
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Wie fast überall wurde das Oberflächenwasser in Mexiko
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als öffentliches Mittel gesehen, als Schlüssel zur Entwicklung.
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Und seit 1950 ist die Bevölkerung von Mexiko-Stadt explodiert.
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Heute leben dort 22 Millionen Menschen.
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Die größten Gefahren für Mexiko-Stadt
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stehen im Zusammenhang mit Wasser.
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Mexiko-Stadt hat mehr Regen als das verregnete London.
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Aber die Seen, die das Wasser aufgefangen hätten, sind verschwunden,
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also überflutet die Stadt.
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Sie müssen trotzdem das meiste Wasser aus anderen Teilen Mexikos herleiten.
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Oder sie pumpen es aus der Erde.
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Wir sind im Zugriff auf Grundwasser inzwischen viel besser geworden.
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Aber es gibt einen Haken.
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Diese Wasserdepots, sogenannte Aquifer, haben sich über Jahrtausende angesammelt,
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und brauchen Jahrtausende, um sich wieder aufzufüllen.
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Das Grundwasser ist wie das Sparbuch,
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an das man ab und zu gehen kann, vor allem, wenn man eine Dürre hat.
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Mexiko-Stadt macht es anders.
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50 % unserer Wasserversorgung kommt aus dem ansässigen Aquifer.
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Das bedeutet, dass wir wohl in den nächsten 30 bis 50 Jahren
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die Hälfte der Wasserversorgung verlieren.
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Das Absaugen von Grundwasser hat einen weiteren Nebeneffekt.
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Es verdichtet den Boden.
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Mexiko-Stadt sinkt buchstäblich.
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An manchen Stellen um bis zu 22 cm pro Jahr.
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Satellitendaten der NASA zeigen, wie Aquifer in Nordindien
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in nur zehn Jahren um 110 Billionen Liter abgenommen haben.
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Mehr Menschen auf der Welt verbrauchen mehr Wasser.
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In diesem Jahrhundert hat sich der Wasserverbrauch versiebenfacht.
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Der Regen und Schnee, auf den wir uns zur Bewässerung von Getreide verlassen,
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wird weniger zuverlässig.
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Der Klimawandel macht das verfügbare Wasser unberechenbarer.
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Gewisse Gebiete in der Welt erleben viel längere Trockenperioden.
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Das Problem ist nicht nur, dass es mehr Menschen gibt, die Wasser verwenden,
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sondern, wie wir es verwenden.
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Menschen müssen fast vier Liter Wasser am Tag trinken.
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Fürs Zähneputzen und Händewaschen braucht man ungefähr vier Liter.
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Das waren 11 Liter.
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Aber das Trinken, Waschen und die Toilettenspülungen
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jeder Person weltweit machen nur 8 % des Süßwasserverbrauches jedes Jahr aus.
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Das meiste Wasser geht in die Landwirtschaft und Industrie,
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und in die Lebensmittel und Produkte, die wir nutzen.
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Eine Flasche Cola zum Beispiel.
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98 % des Wassers in der Flasche
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sind nicht sichtbar.
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98 % des Wassers stecken in den Zutaten, die angebaut wurden,
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um diese Flasche Cola zu produzieren.
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74 Liter Wasser stecken in jedem Glas Bier.
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Eine Tasse Kaffee? 130 Liter.
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Ein Baumwoll-T-Shirt: 2.500 Liter.
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Nichts braucht so viel Wasser wie Fleisch.
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Alfalfa ist ein typischer Bestandteil in Viehfutter,
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und der Anbau eines Kilogramms verbraucht 510 Liter.
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Eine durchschnittliche Kuh braucht ca. 12 kg Futter pro Tag.
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Die Herstellung eines einzigen Hamburgers benötigt 1.650 Liter Wasser.
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Die Welt isst immer mehr wie die Amerikaner.
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Kalorienreiche Ernährung mit mehr Fleisch.
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Aber nicht jeder kann essen wie Amerikaner.
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Es gibt nicht genügend Wasser auf der Welt.
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Wasser hält sich nicht an die Grundregeln des Kapitalismus.
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Landwirte zahlen fast nichts dafür.
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Die wahren Kosten enden nicht in den Kosten des Hamburgers.
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Weshalb Fast-Food-Restaurants günstige Hamburger anbieten können.
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Wie kann er 99 Cent kosten?
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Nur 2,99. Richtig gehört. 2,99.
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Fast überall auf der Welt
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wird Wasser so behandelt, als ob es immer genug geben würde.
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Deshalb nutzen wir es auf unglaublich verschwenderische Weise.
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Das trockene Südkalifornien nutzt für den Anbau von Alfalfa
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über sieben Billionen Liter Wasser im Jahr vom Colorado River,
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der hunderte km weit weg ist.
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Die Summe, die sie bezahlen, deckt nicht einmal die Lieferkosten.
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Ein Bruchteil des Wassers von Südafrikas Weinindustrie
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wäre genug für ganz Kapstadt.
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Indien und China bauen ihre wasserintensivsten Nutzpflanzen
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in den trockensten Regionen an.
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Aber da Wasser knapper wird, könnte sich das ändern.
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Die Bank Goldman Sachs hat vorausgesagt,
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dass Wasser das Erdöl des 21. Jahrhunderts wird.
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Private Interessen wie Hedgefonds haben angefangen, Wasser zu kaufen,
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und lösten damit Sorgen aus, dass sie die Knappheit für Profit nutzen.
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Wenn das wie die Handlung eines Bösewichts in James Bond klingt,
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dann, weil es das war.
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Von diesem Moment an
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besitzt meine Firma mehr als 60 % der Wasserversorgung von Bolivien.
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Im Vertrag steht, dass Ihre neue Regierung uns als Versorger einsetzt.
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Wasser einen höheren Preis zu geben, könnte Vorteile haben.
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Der Vorteil dessen, Wasser zu schätzen, wie wir es sollten,
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und ein Zeichen mit dem Preis zu setzen,
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ist, dass wir Alfalfa nicht in der Wüste anbauen würden.
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Erinnert euch daran. Wir kommen später drauf zurück.
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Wir würden keine Nutzpflanzen in zu trockenen Gebieten anbauen.
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Weil die Ökonomie keinen Sinn ergibt.
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Und 95 % des bewässerten Ackerlands weltweit
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würden wahrscheinlich nicht so ineffektiv bewässert werden...
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Mit Überflutung.
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Wenn Wasser mehr kosten würde,
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würden Regierungen die Reparatur der Wasser-Infrastruktur
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vielleicht als lohnenswert erachten.
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Wir investieren nicht in die nötigen finanziellen Mittel,
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um das System instand zu halten.
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Eine entscheidende Folge daraus ist,
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dass wir 42 % Lecks im Wassernetz haben.
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Mexiko-Stadt, das einer existentiellen Wasserkrise gegenübersteht,
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verliert die Hälfte seines Trinkwassers an undichte Leitungen.
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Wir schätzen Wasser so wenig, dass wir täglich zwei Millionen Tonnen
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Abwasser, Landwirtschafts- und Industrieabfälle hineinschütten.
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Es gibt kein Gefühl dafür, wie unglaublich wertvoll Wasser ist.
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Wenn uns das Wasser ausgeht, finden wir die wahren Kosten heraus.
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2017 schloss die Stadt Mexicali einen Deal mit Constellation Brands,
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den Produzenten von Modelo und Corona, über den Bau einer Brauerei ab.
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Es wäre die größte Investition in der Region seit Jahren,
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die über 750 neue Arbeitsstellen schafft.
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Im Gegenzug wurde der Brauerei viel Wasser versprochen.
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Aber Mexicali hat nicht viel Wasser übrig.
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Seine Hauptwasserquelle ist der Colorado River,
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der in Colorado, in den USA, entspringt.
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Er wird von Schnee der Rocky Mountains gespeist.
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Die warmen Temperaturen der letzten Jahre führten zu weniger Schnee,
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was weniger Fluss bedeutet.
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An der Markierung sieht man, wie viel weniger.
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Der Fluss fließt südwärts und versorgt auf dem Weg ein paar Städte...
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...wie Denver, Salt Lake City,
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Las Vegas, Phoenix und Los Angeles.
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Und fast zweieinhalb Millionen Hektar Ackerland.
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Bis der Colorado River Mexicali erreicht,
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sieht er so aus.
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Wir haben schon lange nicht mehr genügend Wasser.
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Wenn die Brauerei sich niederlässt und anfängt, viel zu produzieren...
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LANDWIRTE
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...geht uns das Grundwasser aus.
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Für die Landwirte ist es am schlimmsten.
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Sie brauchen 20 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
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Wenn wir das mit Städten wie Ensenada vergleichen,
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das neun Millionen Kubikmeter benötigt, ist das mehr als doppelt so viel.
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Das Doppelte einer Stadt.
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Je knapper Wasser wird, desto mehr wird der Zugriff zum Wettbewerb,
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mit Gewinnern und Verlierern, die oft von Regierungen ausgesucht werden.
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Im Juli 2018
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hat die Regierung von Mexiko ein Dekret erlassen,
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das es Firmen wie Constellation Brands einfacher macht,
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Oberflächenwasser im ganzen Land zu extrahieren.
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Es ist wie ein Raubüberfall.
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Es ist eine Warnung, nicht nur für die Mexikaner, sondern die ganze Welt.
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Wir wissen, dass viele andere Teile der Welt
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gegen diese Privatisierungsprojekte kämpfen,
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die die Taschen der Firmen füllen.
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Im Januar 2018 haben Demonstranten versucht,
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den Bau des Brauerei-Aquädukts zu verhindern.
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Ein ganzer Trupp von Polizisten kam über die Straße dort.
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Sie kamen mit Schutzschilden und liefen im Gänsemarsch.
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Das ist die Frau, die im Video das Rohr hält.
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Wir müssen unser Wasser verteidigen.
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Es ist eine lebensnotwendige Flüssigkeit.
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Es ist das Wichtigste, was wir haben.
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Wasserknappheit treibt gewaltsame Auseinandersetzungen weltweit an.
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Meine persönliche Erfahrung, wo das fatal war,
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war im nordöstlichen Nigeria.
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Über die Jahre haben wir gesehen, dass mit der Austrocknung des Tschadsees
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auch die Lebensgrundlage austrocknet.
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Die Spannungen brachen auf eine Art aus,
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die die Regierung nicht mehr kontrollieren konnte.
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Wasserknappheit steht im Mittelpunkt des fortwährenden Konflikts in Darfur,
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welcher seit 2003 hunderttausende Leben kostete.
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Manche Analytiker sagen, dass der Bürgerkrieg in Syrien
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zu großen Teilen von einer heftigen Dürre 2006 ausgelöst wurde.
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Während die Anspannungen über Süßwasser steigen,
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schielen Regierungen zunehmend auf eine früher abwegige Idee.
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Mehr zu erschaffen.
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Wasserentsalzung hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt,
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aber die jährlich produzierte Menge
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ist zusammengenommen trotzdem weniger als 1 % des Wassers, das wir nutzen.
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Wir suchen noch die ultimative Lösung, was die Entsalzung von Wasser angeht,
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wenn man Meerwasser oder Brackwasser mit viel Salzgehalt aus dem Grund nimmt,
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und es auf Trinkwasserniveau bringt.
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Es kostet im Moment sehr viel Geld und viel Energie.
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Das würde mehr Sinn ergeben, wenn Wasser mehr wert wäre.
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Das würde aber auch bedeuten, dass das Wasser in allem mehr kostet.
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Die Preise von Verbrauchsgütern würden explodieren.
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Manche Branchen könnten kollabieren.
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Firmen wie Constellation Brands
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könnten andere Standorte für ihre Betriebe wählen.
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Denn erinnert euch...
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Der Vorteil dessen, Wasser zu schätzen, wie wir es sollten,
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und ein Zeichen mit dem Preis zu setzen,
[888]
ist, dass wir Alfalfa nicht in der Wüste anbauen würden.
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Viehfutter in der Wüste anbauen. Davon lebt Familie Mena.
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Und wenn Wasser zum nächsten Erdöl wird, hätten sie keine Lebensgrundlage mehr.
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Wasser ist aber nicht wie Erdöl.
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Oder wie andere Rohstoffe auf der Welt.
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Denn ohne Wasser sterben wir.
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2010 erkannte die UN Wasserzugang und Hygiene als Menschenrecht an.
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Und das ist die Herausforderung unserer Wasserkrise.
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Wie soll man eine unbezahlbare Ressource wertschätzen,
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und dabei sicherstellen, dass alle Zugang dazu haben?
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Wenn der Wasserpreis für Reparaturen oder Sparmaßnahmen angehoben wird...
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...wirkt sich das am meisten auf die Armen aus.
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Sydney Water drängt auf eine 15%ige Steigerung über vier Jahre
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und übt damit Druck auf Haushalte aus.
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Der Drang zur Wasserkonservierung und Wassereinsparung
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ist eine Last, die arme Leute tragen müssen.
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Mit einem festen Einkommen kann ich mir das nicht leisten.
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Vielleicht behandeln wir Wasser letzten Endes nicht gleich.
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Es gibt einen gewissen Prozentsatz an Wasser,
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ungefähr 60 Liter pro Person pro Tag, der mit Menschenrechten verknüpft ist.
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Aber für alles, was darüber liegt, sollten Menschen für Wasser zahlen.
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2017 hat Philadelphia ausgetestet, Wasserpreise ans Einkommen zu knüpfen.
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Grundlegende Menschenrechte müssen durch den Preis geschützt sein.
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Dass wir alle Wasser brauchen, macht diese Krise außergewöhnlich hart.
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Es bewegt Menschen aber auch zu außergewöhnlichen Handlungen.
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Kapstadts Tag Null war für den 18. März angesetzt.
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Aber dann fingen die Menschen an zu sparen.
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Die Wassereinschränkungen zeigen eindeutig Wirkung.
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Der Tag Null wurde um einen Monat verschoben.
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Kapstadt verkündete, dass der Tag Null auf den 9. Juli verschoben wurde.
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Die Behörden erwarten den sogenannten Tag Null
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im August anstatt im Juli.
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Inzwischen wurde er dank der Bemühungen der Bürger und Behörden
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auf nächstes Jahr verschoben.
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Anfang 2018 betrug der Wasserverbrauch der Stadt
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weniger als die Hälfte dessen, was vier Jahre zuvor verbraucht wurde.
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Und der Countdown wurde auf unbestimmte Zeit angehalten.
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Es wurde nicht genug getan, bis sie von Tag Null sprachen.
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Das hat Aufmerksamkeit erregt.
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Es war bemerkenswert, wie sehr die Leute ihren Wasserverbrauch...
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...in dem Monat nach den Gesprächen über den Tag Null einschränkten.
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Es zeigt, was möglich ist.
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Aber Kapstadt hatte auch Glück.
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Es hat geregnet.
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Man muss erkennen, wie wertvoll Wasser ist, bevor es zu wenig gibt...
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...und wie sehr unser Schicksal an das geknüpft ist, was aus den Hähnen kommt.
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Mexiko-Stadt wurde innerhalb eines Sees gegründet.
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Aber heute ist unsere Beziehung mit Wasser sehr distanziert.
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Es ist wichtig, unser geschichtliches Bewusstsein über Wasser wiederzuerlangen.
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Es gibt viel, was Menschen tun können, um Wasser zu sparen,
[1080]
aber man muss sich dem Wert des Wassers auch bewusst sein.
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Untertitel von: Alexandra Grenzebach