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Ein Fall für Albert: „Sale-and-lease-back. Oder: Ein Sanierungsmärchen.“ - YouTube
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Das ist Albert.
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Wie jeden Morgen liest Albert die Tageszeitung.
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Bereits auf der ersten Seite sieht er einen
Artikel über die Spekulatius AG.
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Dieser interessiert ihn sehr, denn Albert
möchte Aktien dieser AG erwerben.
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In dem Artikel liest Albert, dass die Spekulatius
AG durch umfangreiche Sale-and-lease-back-Maßnahmen
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nun endgültig saniert ist.
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Albert fragt sich, was das für Maßnahmen
sein sollen.
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Am Abend treffen sich Albert, Klaus-Peter
und Johannes B.
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Werter, um gemeinsam ein Länderspiel zu schauen.
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„Habt Ihr gelesen, dass die Spekulatius
AG durch Sale-and-lease-back-Maßnahmen saniert
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wurde?“
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wirft Albert auf einmal ein.
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Klaus-Peter und Johannes schauen sich grinsend
an.
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„Ach Albert, weißt Du überhaupt, was da
passiert?
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Glaubst Du an Sanierungsmärchen?“
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fragt Klaus-Peter.
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„Schau mal, Dein BAföG reicht für Dich
zum Leben ja nicht aus.
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Du bist Ende des Monats immer im Dispo.
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Stellt Dir nun vor, Du verkaufst Deine Wertgegenstände
an Johannes.
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Was fällt Dir da so ein?“
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„Mein Auto, mein Notebook, mein Fernseher,
meine Kaffeemaschine, …“ „Albert, stellt
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Dir mal vor, all‘ diese Gegenstände hättest
Du in Deiner Bilanz aufgelistet.
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Die Sachen wären doch schon längst abgeschrieben
und hätten nur noch einen Erinnerungswert
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von jeweils einem Euro.
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Dem stehen Deine Bankschulden von 1.000 Euro
gegenüber.
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Bilanziell wärst Du also überschuldet.“
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Johannes fährt fort: „Und ich kauf` Dir
den ganzen Plunder ab.
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Für sagen wir mal genau 1.000 Euro.
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Damit kannst Du dann Deine Schulden begleichen
und wärst schuldenfrei!“
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Albert wirft ein: „Ist doch super, lasst
uns das doch so machen!“
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„Moment lieber Albert, beim Sale-and-lease-back
ist dies aber nur das Sale, mit dem Du Deine
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Liquidität verbesserst und die Schulden reduzierst!“
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Johannes fährt fort: „Dir fehlen nun aber
Deine Sachen, die Du natürlich von mir zurückmieten
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kannst.
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Nun kommt also das Lease-back, sagen wir,
für 200 Euro im Monat!“
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„Wo ist nun das Problem?“
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fragt Albert irritiert.
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Johannes führt weiter aus: „Du hast zwar
Deine Schulden getilgt, aber Deine monatliche
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Erfolgssituation nicht verbessert.
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Du zahlst nun nicht mehr monatlich die 50
€ Zinsen an die Bank, dafür aber die Miete
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an mich.“
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Albert geht ein Licht auf: „Dadurch, dass
ich nun jeden Monat an Dich noch 200 Euro
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zahlen muss, ist meine Erfolgslage ja noch
schlechter als vorher – also bin ich gar
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nicht saniert.“
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Klaus-Peter mischt sich ein: „Genau darin
liegt das Problem.
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Du hast Deine Bilanz einmalig verschönert,
aber Dein Geschäftsmodell ist das alte.
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Allein diese Maßnahme bringt Dir also wenig.“
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Albert hat eine Idee: „Also muss ich doch
in der vorlesungsfreien Zeit arbeiten gehen,
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damit meine Erträge steigen!“
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Klaus-Peter belehrt: „Oder Deine Aufwendungen
reduzieren!“
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Albert unterbricht ihn prompt: „Auf ein
Bier mit Euch verzichten, niemals!
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Das geht ja gar nicht!“
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Während Deutschland das Fußballspiel verliert,
hat Albert zumindest etwas gelernt: Beim Sale-and-lease-back
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verkauft ein Unternehmen Teile seines Anlagevermögens
an ein anderes Unternehmen, mit welchem es
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dann einen Miet- oder Leasingvertrag über
die verkauften Gegenstände abschließt.
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Dadurch verbessert sich die Liquiditätssituation
des verkaufenden Unternehmens zwar einmalig,
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es wird aber noch lange nicht dauerhaft überlebensfähig.
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Ohne eine nachhaltige Änderung des Geschäftsmodells
kann es passieren, dass das Unternehmen aufgrund
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höherer Aufwendungen wieder schnell in die
Schulden hineinläuft.
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