Inflation einfach erklärt (explainity® Erklärvideo) - YouTube

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Seit geraumer Zeit werden wir immer wieder
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von einem bösen Geist heimgesucht
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Er spukt ungebremst in den Medien
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und versetzt so viele in Angst und Schrecken.
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Bei manchem weckt er auch unangenehme Erinnerungen
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an längst vergangene Zeiten.
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Dieses Schreckgespenst hat einen Namen:
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I-N-F-L-A-T-I-O-N.
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Wie jeder Geist, ist auch die Inflation
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nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
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Zunächst muss man wissen,
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dass die Inflation Maskeraden liebt und
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sich in ganz unterschiedlichen Gestalten zeigt,
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die aber im Endeffekt alle das gleiche bewirken:
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Für das gleiche Geld, kann ich mir plötzlich weniger kaufen.
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Und das, dass kann zwei Gründe haben:
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Entweder ist mein Geld weniger wert.
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Oder Produkte werden teurer,
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aber mein Geld wird gleichzeitig nicht mehr.
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Man könnte auch sagen:
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Die Gründe für Inflation liegen entweder in Rohstoffknappheit
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oder am Wertverlust des Geldes.
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Zur 1. Gruppe, die mit Rohstoffknappheit zusammenhängt
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gehören die sogenannte Nachfrage-Inflation
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sowie die Kosteninflation.
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Zur 2. Gruppe
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gehört die sogenannte Geldmengengetriebene Inflation.
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Ihr seht: Eine Menge Begriffe.
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Aber, die schauen wir uns jetzt der Reihe nach an.
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Enttarnen wir die 1. Erscheinungsform unseres Gespenstes:
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Die Nachfrage-Inflation.
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Das bedeutet eigentlich nichts anderes,
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als dass eine große Nachfrage nach Produkten entsteht,
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mit der die Industrie nicht Schritt halten kann.
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Und was machen die Unternehmen, wenn plötzlich mehr Nachfrage
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als Angebot da ist:
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Logisch, sie erhöhen die Preise.
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Und dass, das nennt man dann die Nachfrageinflation.
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Die 2. Form der Inflation ist die Kosteninflation.
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Sie kommt dadurch zustande, dass volkswirtschaftlich wichtige Ressourcen,
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die in ganz verschiedenen Bereichen gebraucht werden,
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plötzlich teurer werden: Öl zum Beispiel.
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Man spricht in solchen Fällen von einer Rohstoffverknappung
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und die bringt eine Preissteigerung mit sich.
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In diesem Fall haben wir es mit der Kosteninflation zu tun.
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Nun kosten die gleichen Waren plötzlich mehr.
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Die 3. Verkleidung unseres Inflationsgespenstes
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ist die Geldmengengetriebene Inflation.
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Der Name sagt es schon,
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sie entsteht, wenn die Geldmenge im Geldkreislauf erhöht wird.
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Also, wenn ein Staat plötzlich beschließt,
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jetzt bildlich gesprochen,
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die Notenpresse anzuwerfen.
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Das Geld verliert dann an Wert.
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Ein Beispiel? Gerne doch:
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Wenn ich vorher für einen Apfel einen Euro bezahlen musste
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kostet er, wenn die Geldmenge verdoppelt wird plötzlich 2€.
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Klar, denn die Zahl der Äpfel hat sich nicht geändert,
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aber die Zahl der im Umlauf befindlichen Banknoten hat sich verdoppelt.
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Im Endeffekt hat man mehr Geld,
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kann davon aber nicht mehr Äpfel kaufen.
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Messen lässt sich der Wert der Inflation übrigens
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anhand eines sogenannten Warenkorbs.
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In den werden die durchschnittlichen Ausgaben
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für ganz unterschiedliche Waren und Dienstleistungen gepackt
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und in regelmäßigen Abständen miteinander verglichen.
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Aus der Differenz ergibt sich die Inflationsrate.
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Ein Wert um 2% gilt als europäischer Durchschnitt
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und ist eigentlich völlig unbedenklich.
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Aber ab einer Rate von 5% spricht man von einer starken Inflation.
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Nun fragt man sich, wie man dem Inflationsgespenst
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den Garaus machen kann.
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Nun, das ist etwas kompliziert.
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Zuständig ist eine Institution,
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die ebenfalls ständig durch die Nachrichten geistert:
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Die Europäische Zentralbank, kurz EZB.
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Sie kann mit verschiedenen Instrumenten
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wie z.B. dem Leitzins das Inflationsgespenst austreiben.
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Das ist aber eine Wissenschaft für sich
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und wird in einem anderen Video erklärt.
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Im nächsten Video wird’s aber erst einmal
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um den Bruder unseres Inflationsgespenstes gehen:
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Die D-E-F-L-A-T-I-O-N.