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Greek Debt Recession and Austerity (part 1) - YouTube
Channel: Khan Academy
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Griechenland und die Euro-Krise sind seit einiger Zeit in den Nachrichten.
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deshalb ist ein Video zu diesem Thema schon lange überfällig
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Um euch den zeitlichen Kontext zu geben, falls ihr dieses Video mal weit in der Zukunft anschaut,
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dieses Video wurde aufgenommen im Mai 2012.
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Wir wissen nicht, wie das alles mal ausgehen wird,
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aber ich möchte in den nächsten Videos die möglichen Szenarios beschreiben, und deren Risiken und mögliche Folgen
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Also das hier, das ist Griechenland.
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Denken wir mal
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über die Situation nach, in der sie sich befinden.
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Wenn ihr auf diese Tabelle hier schaut
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dann wird eines offensichtlich, es springt einen geradezu an aus dieser obersten Zeile
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die öffentliche Verschuldung wächst mit einer dramatisch hohen Geschwindigkeit
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und ihre Schulden im Vergleich zum BIP - das ist eigentlich die relevantere Größe
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denn ihr mögt vielleicht einen großen Berg Schulden haben
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aber wenn euer BIP hoch ist, wenn ein Land viel produziert,
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dann ist das kein großes Problem.
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Was wirklich zählt ist, wieviel ihr schuldet im Vergleich zu dem, was ihr produzieren könnt.
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Und hier sehen wir das Verhältnis von Schulden zu BIP in Prozent
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also diese Schulden, als Prozent des BIP, das sind weit über 100%.
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Weit über 100% in Griechenland.
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Und das kommt vor allem daher,
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das das staatliche Einkommen, die Steuern die die griechische Regierung bekommt,
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dauerhaft niedriger ist als das was sie ausgibt.
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Das schreibe ich mal auf.
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Ihr habt hier Steuern. Die Steuern sind geringer als die Ausgaben.
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Das führt zu einem Defizit. Ein Defizit, das ist, was ihr euch eigentlich nicht leisten könnt,
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oder was ihr über eure Einnahmen hinaus ausgebt, im Jahr.
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Und so gibt es dieses Defizit jedes Jahr, was die Schulden weiter erhöht.
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Die Schulden sind der ganze Betrag, den sie schulden,
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das ist die oberste Zeile hier.
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Und das führt zu steigenden Schulden, hier drüben.
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Aber das ist nicht das einzige Problem.
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Weil die Schulden immer weiter steigen,
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beginnen sich die Leute zu fragen,
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ob die Regierung für ihre Anleihen geradestehen kann,
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ob die Regierung ihre Schulden überhaupt zurückzahlen kann.
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Und so steigt das Risiko der Staatsanleihen immer mehr,
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und die Leute verlangen immer höhere Zinsen.
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Also die Schulden steigen. Und weil die Schulden steigen,
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denken die Leute, dass das keine guten Schuldner sind.
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Deshalb velangen sie noch höhere Zinsen, die Zinsen steigen weiter.
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Aber das macht alles nur noch schlimmer,
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denn wir haben schon diese Defizite.
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Wir geben schon mehr aus, als wir mit den Steuern einnehmen
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und jetzt müssen wir für unsere Schulden auch noch mehr Zinsen zahlen.
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Wenn ihr in einem Jahr 10% Zinsen zahlt,
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und hier 100 Milliarden Euro habt, dann gebt ihr 10 Milliarden für Zinsen aus.
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Wenn die Verzinsung auf 15% steigt, dann müßt ihr dafür 15 Milliarden ausgeben.
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Das erhöht also eure Ausgaben für Zinsen.
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und das macht eure Schulden noch größer.
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Griechenland ist in genau so einer Situation.
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Ihr könntet sofort sagen:
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"Da gibt es doch eine ziemlich offensichtliche Lösung.
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Warum erhöhen sie nicht einfach die Steuern?"
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Warum erhöhen sie die Steuern nicht?
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"Und, vielleicht sogar noch wichtiger, warum geben sie nicht weniger aus?"
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Warum geben sie nicht weniger aus?
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Nun, das Ganze ist politisch.
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Diese Ausgaben hier,
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die sind zum größten Teil Versprechen, den Bürgern gegenüber
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das mögen Verpflichtungen der Regierung sein, Pensionen,
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viele Rentner sind vielleicht davon abhängig,
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und da gibt es auch viele andere Arten von Regrierungsprogrammen.
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Wenn ihr diese Ausgaben kürzt
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dann werden die Leute, die diese Ansprüche verlieren,
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mit euch nicht sehr zufrieden sein.
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Aus politischer Sicht ist das nicht der beste Weg.
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Aber vielleicht gibt es einen tapferen Politiker, der sagt:
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"Das ist es, was wir für die Rettung unseres Landes tun müssen,
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wir wollen diese Ausgaben kürzen."
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Aber auch wenn das jemand tun will,
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es ist nicht mal klar, ob das wirklich eine gute Idee ist.
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Denn ihr habt vielleicht diese andere Zeile hier bemerkt
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Die hier, 'Reales BIP Wachstum"
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Griechenland ist in einer strengen Rezession.
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Die Arbeitslosigkeit ist hoch.
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Die Fabriken produzieren nicht so viel, wie sie eigentlich könnten.
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Wenn ihr also entweder die Steuern erhöht,
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die Einnahmen der Regierung erhöht, und die Ausgaben kürzt,
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das wird der Wirtschaft zusätzlich schaden.
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Diese Kombination, das habt ihr vielleicht schon öfter gehört,
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diese Kombination
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mit starker Betonung auf einer Ausgabenkürzung,
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das nennt man "Austerität".
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Das englische Wort 'Austere' das bezeichnet jemanden, der nicht viel Schnickschnack besitzt,
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der sich um die grundlegendsten Dinge bemühen muss.
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Das sind wirklich massive Einschnitte.
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Und wenn viele Leute sagen, "Hallo Griechenland, ihr müßt jetzt harte Sparmassnahmen ergreifen"
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und einige Runden von harten Sparmaßnahmen gab es tatsächlich schon
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"ihr müßt eure Ausgaben im großen Stil kürzen"
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dann saugen diese Maßnahmen Geld aus der Wirtschaft
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und die Austerität verlangsamt die Wirtschaft noch mehr
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und die Wirtschaft verlangsamt sich, und das bedeutet sinkende Steuereinnahmen.
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Die schlechte Wirtschaftslage verringert die Steuern, die Einnahmen, die ihr bekommt,
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und das macht euer Defizit nur noch größer.
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Weil jetzt die Leute sagen "Oh Gott, ihre Wirtschaft ist am Boden,
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sie können wahrscheinlich nichts mehr zahlen"
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Die Zinsen steigen, und weil die Steuereinnahmen sinken,
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und weil viele Ausgaben von der Entwicklung der Wirtschaft unabhängig sind
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eine Menge Ausgaben steigen tatsächlich bei schlechter Wirtschaftslage.
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Die Ausgaben der Arbeitslosenversicherung, die Renten, Pensionen
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und das macht alles noch schlimmer.
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Und genau das ist in den letzten Jahren passiert.
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Denn die Griechen, und darüber werden wir später noch mehr sprechen,
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die Griechen bekamen Hilfe von den anderen Staaten der Europäischen Union
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Als Gegenleistung verlangte die Europäische Union:
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"Wenn wir dir helfen sollen, dann mußt du auch ein paar Schmerzen auf dich nehmen.
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Und diese Schmerzen, das sind diese Sparmaßnahmen hier."
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Aber diese Sparmaßnahmen haben die Wirtschaftslage verschlechtert
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und das Verhältnis der Schulden zum BIP ist weiter gestiegen
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weil das BIP schneller und schneller geschrumpft ist.
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Wenn ihr das alles betrachtet, dann seht ihr, dass es keine offensichtlichen Lösungen gab.
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Austerität, das ist schlecht, denn das schadet der Wirtschaft.
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ihr werdet noch weniger produzieren, wenigstens auf kurze Sicht.
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Und darüber hinaus ist das höchst unpopulär,
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bis hin zur politischen Instabilität, wegen der hohen Arbeitslosigkeit.
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Dabei belasse ich es erstmal, denkt über die Situation nach,
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und im nächsten Video, da erkläre ich, was ein normales, unabhängiges Land
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wirklich unabhängig, wirtschaftlich und finanziell unabhängig,
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in so einer Situation tun würde.
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Und dann sprechen wir davon, warum Griechenland das in seiner jetzigen Lage nicht tun kann.
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