Investieren in GROWTH - oder VALUE Aktien? | Wachstumsaktien und Substanzwertaktien einfach erklärt! - YouTube

Channel: Finanzfluss

[0]
In der Finanzpresse kann man häufig von Growth- und Value-Aktien lesen. Die deutschen Begriffe hierfür sind
[5]
Wachstumsaktien bzw. Substanzwertaktien. Aber was ist der Unterschied zwischen beiden, und in welche
[10]
sollte man am besten investieren? Und macht es überhaupt Sinn, sich mit diesem Thema zu
[14]
beschäftigen, wenn man sowieso nur passiv investieren möchte?
[24]
Hi, mein Name ist Thomas von "Finanzfluss", und heute beschäftigen wir uns einmal mit dem Thema Growth
[29]
Stock und Value Stock - bzw. auf Deutsch heißt es Wachstumsaktien und Substanzwertaktien.
[36]
In diese beiden Kategorien lassen sich nahezu alle Aktien, die an der Börse gehandelt werden, einordnen.
[41]
Der Unterschied zwischen Growth- und Value-Aktien ist aber nicht immer 100 % eindeutig und wird bei einzelnen
[47]
Aktien auch häufig von Experten diskutiert. Grundsätzlich kann man sagen, dass die meisten
[52]
bekannten Unternehmen, die sich in großen Indizes, wie z. B. dem Dow Jones oder dem DAX befinden, in der
[58]
Regel Growth-Aktien sind. Die meisten Investoren investieren auch in Growth-Aktien. Schauen wir uns aber
[64]
jetzt erst einmal an, was eine Growth-Aktie ist, um dann danach zu sehen, was eine Value-Aktie ist.
[69]
Growth- und Value-Aktien unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen. Als Growth-Aktien bzw.
[74]
Wachstumsaktien bezeichnet man diejenigen Unternehmen, die ein sehr hohes Wachstum haben - in
[80]
der Regel ist dieses Wachstum höher als der Markt. Es handelt sich hierbei häufig um sehr bekannte
[84]
Unternehmen, die auch einen gewissen Glamour Factor haben. Schauen wir uns doch einmal die größten
[88]
Growth-Aktien aus dem MSCI World Growth Index an. Hierzu zählen besonders technologielastige
[94]
Unternehmen, wie z. B. Apple, Facebook, Amazon, aber auch Google oder SAP. Aber natürlich gibt es auch
[101]
Aktien, die keinen Technologiehintergrund haben. Hierzu zählen z. B. Roche, Nestlé oder Walt Disney.
[107]
Was sind nun Value-Aktien? Unter Value-Aktien versteht man vorwiegen diejenigen Unternehmen, denen man ein
[113]
geringeres Wachstum zutraut und die auch ein geringeres Wachstum als der Markt haben.
[118]
Sie haben weniger von diesem Glamour Factor, den Growth-Aktien haben, und werden eher als
[122]
Mauerblümchen oder teilweise auch als Verliereraktien gesehen. In der Regel kommen sie aus sehr
[126]
altertümlichen, weniger technologielastigen Branchen, wie z. B. Automobil, Finanzen oder Stahlindustrie.
[134]
Die größten Value-Aktien aus dem MSCI World Value Index sind z. B. Verizon, General Electric, JPMorgan,
[142]
Exxon Mobil, aber auch Microsoft. Wie kann man jetzt Growth- von Value-Aktien unterscheiden? Hierzu gibt es
[148]
einige Kennzahlen und Charakteristika, die einem helfen, diese Einteilung zu machen. In der Regel haben
[155]
Value-Aktien ein geringeres Kurs-Gewinn-Verhältnis und auch ein geringeres Kurs-Buch-Verhältnis als
[161]
Growth-Aktien. Investoren schätzen, dass Value-Aktien in der Zukunft weniger große Gewinnsprünge machen
[167]
werden, und schätzen daher den Preis einer Value-Aktie niedriger ein. In der Regel weisen aber Value-Aktien
[173]
meistens höhere Gewinne und höhere Cashflows als Growth-Aktien aus. Dass das KGV bei Growth-Aktien
[179]
höher ist als das allgemeine Markt-KGV, können wir sehen, indem wir das KGV vom MSCI World mit dem
[186]
KGV vom MSCI World Growth vergleichen. Den gegenteiligen Effekt sehen wir, wenn wir den MSCI World
[192]
mit dem MSCI Value vergleichen. Growth-Unternehmen haben sehr hohe Investitionskosten, um ihr Wachstum
[198]
auch zu finanzieren. Und hiermit sind wir schon bei einem zweiten Punkt, die Growth- von Value-Aktien
[203]
unterscheiden, nämlich bei den sogenannten Dividendenrendite und der Dividendenausschüttung.
[207]
Value-Aktien schütten sehr häufig Dividenden aus, wohingegen Growth-Aktien nur sehr selten Dividenden
[213]
ausschütten, und wenn doch, sind diese sehr gering. Das liegt daran, das Growth-Unternehmen die Gewinne,
[219]
die sie erwirtschaften, wieder in ihre aktuelle Geschäftstätigkeit investieren. Auch das können wir uns
[224]
anschauen, indem wir MSCI World Growth und MSCI World Value mit dem MSCI World vergleichen, und
[231]
feststellen werden, dass tatsächlich die Growth-Dividendenrendite deutlich niedriger ist als der
[235]
Allgemeinmarkt, und dass die Value-Rendite deutlich höher ist als der Allgemeinmarkt. Wie wir bereits in
[241]
unserem Video "Was sind Dividenden?" gesehen haben, hat Google noch nie eine Dividende bezahlt. Die
[246]
Begründung der Geschäftsführung hierfür ist es, dass es innerhalb von Google deutlich lukrativere
[251]
Geschäftsmöglichkeiten gibt als außerhalb, und Google das Geld deswegen besser anlegen kann als der
[256]
Investor. Google ist daher eine ganz klassische Growth-Aktie. Es gibt sehr hohe Wachstumserwartungen, aber
[264]
keine Dividende, und ein sehr hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis. Schauen wir uns die Kaufbereitschaft von
[270]
Investoren an, stellen wir fest, dass die meisten Investoren in Growth-Aktien investiert sind. Sie halten
[275]
diese für sicherer, und häufig kann man Artikel in der Presse finden, die z. B. besagen: "10 Aktien, die niemals
[281]
fallen können". Mit Growth-Aktien fühlen sich Investoren sicherer und denken bei Apple oder Google: "Was soll
[287]
da schon passieren?" Value-Aktien hingegen werden emotional häufig als
[291]
riskanter angesehen. Sie haben diesen Mauerblümchenfaktor und teilweise auch einen
[296]
gewissen Verliereraktienaspekt. Denken wir z. B. an die Value-Aktie Volkswagen, die vor kurzem durch den
[301]
Volkswagen-Skandal gehen musste. Viele Investoren würden diese Aktie emotional jetzt als riskanter
[307]
bewerten. Fakt ist aber, dass es noch keine einheitliche wissenschaftliche Meinung dazu gibt, ob Growth-Aktien
[313]
oder Value-Aktien riskanter sind. Es gibt Studien, die zeigen, dass Growth-Aktien riskanter sind - und es gibt
[319]
Studien, die zeigen, dass Value-Aktien riskanter sind. Eine einheitliche Meinung fehlt bisher. Fakt ist aber, dass
[325]
Value-Aktien auf einen langen Zeitraum in der Vergangenheit besser performt haben als
[330]
Growth-Aktien. Sie haben eine höhere Rendite erzielt. Den Renditeunterschied zum Allgemeinmarkt nennt man
[337]
Value Premium - es ist also eine Überrendite, die Value-Aktien verglichen zum Gesamtmarkt machen. Diese
[343]
Überrendite lässt sich dadurch erklären, dass Investoren das Risiko beim Investieren in Value-Aktien für höher
[349]
halten, und deswegen ein Mehr an Rendite verlangen. Die Aussage, dass Value-Aktien besser performen als
[355]
Growth-Aktien, ist allerdings nicht allgemeingültig, weil es auch Zeiträume gibt, wie z. B. gerade in den letzten
[361]
zehn Jahren, wo Growth-Aktien besser performen als Value-Aktien. Jetzt, wo wir den Unterschied zwischen
[367]
beiden kennen, müssen wir einmal überlegen, in welche Gruppe wir lieber investieren möchten.
[372]
Wie meistens beim Investieren gilt auch hier das Sprichwort "Die Mischung macht’s". Es macht Sinn, in
[378]
beide Klassen zu investieren, da Value-Aktien zwar in der Vergangenheit und auf lange Zeiträume eine höhere
[384]
Performance hingelegt haben, das aber auch nicht immer gilt. Auch hier gilt also der Grundsatz der
[389]
Diversifikation. Hinzu kommt, dass Value-Aktien in Krisenphasen häufig deutlich mehr verlieren als der
[397]
Gesamtmarkt. Growth-Aktien gelten daher als stabiler, besonders in Krisenzeiten. Es lohnt sich also, zu
[403]
diversifizieren und in beide Kategorien zu investieren. Verhindert aber den Fehler, den die meisten
[408]
Privatinvestoren machen, nämlich zu 90 % mit ihrer Geldanlage in Growth-Aktien zu investieren.
[414]
Wie sieht es nun für die Vertreter des passiven Investierens aus? Da passive Investoren sowieso nur
[419]
Indizes kaufen, könnte man denken, dass die sowieso von vornherein eine Mischung zwischen Growth- und
[424]
Value-Aktien haben. Es macht trotzdem Sinn, beim passiven Investieren in ETFs auch ETFs
[429]
herauszusuchen, die gezielt auf Value-Aktien setzen. Hierzu könnt ihr z. B. in ETFs investieren, die den MSCI
[436]
World Value abbilden. Das investieren in Value-Aktien ist also nicht gleich dem aktiven Stockpicking. Ihr könnt es
[443]
genauso gut passiv abbilden, indem ihr, wie bereits erwähnt, in passive ETFs investiert, die nur
[449]
Value-Aktien abbilden.
[451]
Der bekannteste Vertreter der Value-Investment-Strategie ist der Starinvestor Warren Buffett. Er investiert
[456]
fast ausschließlich in Value-Aktien. Ironischerweise ist sein Unternehmen, Berkshire Hathaway, allerdings eine
[463]
Growth-Aktie. Wenn ihr mehr zum Thema Value-Investment wissen wollt, empfehle ich euch das Buch
[467]
"Intelligent investieren" von Benjamin Graham, dem Mentor von Warren Buffet.
[471]
Ich hoffe, euch hat unser Video gefallen; wenn ihr noch Fragen oder Anregungen habt, lasst uns doch einen
[475]
Kommentar da, und gebt uns ein Daumen hoch, wenn euch das Video gefallen hat.
[479]
Wenn du das erste Mal auf unserem Kanal bist, würden wir uns freuen, wenn du uns abonnieren würdest.
[483]
Wir produzieren regelmäßig neue Videos und Tutorials zu den Themen Finanzprodukte, Geldanlage und
[488]
Anlagestrategie, um dir die Welt der Finanzen verständlicher zu machen. Wir wollen dir helfen, deine
[493]
Finanzen im Griff zu haben und unabhängig von Beratern Entscheidungen treffen zu können.
[498]
Abonnier unseren Kanal, um immer auf dem Laufenden zu bleiben, und tritt auch unserer Facebook-Community
[503]
bei, um mit uns zu diskutieren.