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Dambisa Moyo: Is China the new idol for emerging economies? - YouTube
Channel: unknown
[0]
Übersetzung: Jenny Ackermann
Lektorat: Sabrina Hettrich
[12]
„Gebt mir Freiheit oder gebt mir den Tod.“
[15]
Als Patrick Henry,
der Gouverneur von Virginia,
[18]
diese Worte 1775 sagte,
[21]
hätte er sich nicht vorstellen können,
[23]
welche Bedeutung sie
für die nächsten Generationen
[25]
in Amerika haben sollten.
[28]
Zu seiner Zeit waren diese Worte
[30]
an die Briten gerichtet,
[33]
aber in den letzten 200 Jahren
wurden sie zu einem Ausdruck für etwas,
[36]
wovon viele Menschen
im Westen überzeugt sind.
[38]
Davon, dass Freiheit
der meistgeschätzte Wert ist
[42]
und dass sie ein Bestandteil
der erfolgreichsten
[45]
politischen und wirtschaftlichen Systeme ist.
[47]
Wer könnte es ihnen verdenken?
[49]
Im letzten Jahrhundert hat die Kombination
[52]
aus liberaler Demokratie
und privatem Kapitalismus
[55]
den Vereinigten Staaten
[57]
und der westlichen Welt
[58]
zu rasantem Wirtschaftswachstum verholfen.
[61]
In den letzten 100 Jahren ist das Einkommen
[63]
in den USA um das Dreißigfache gestiegen
[66]
und mehrere hunderttausend Menschen
[68]
fanden den Weg aus der Armut.
[70]
Gleichzeitig haben Einfallsreichtum
und Innovation aus Amerika geholfen,
[74]
die Industrialisierung voranzutreiben
[77]
und halfen außerdem
bei der Erfindung und Produktion
[80]
von Haushaltsgeräten,
[82]
wie Kühlschränken und Fernsehern,
[84]
Kraftfahrzeugen und sogar
den Handys in Ihren Taschen.
[88]
Deshalb war es keine Überraschung,
[91]
dass inmitten der privaten Kapitalismuskrise
[93]
sogar Präsident Obama sagte:
[95]
"Die Frage, die sich uns stellt, ist nicht,
[98]
ob der Markt eine positive
oder negative Kraft ist.
[100]
Seine Macht, Wohlstand
und größere Freiheit zu schaffen,
[104]
ist unübertroffen."
[106]
Es gibt verständlicherweise
[108]
die tief sitzende Vermutung
der Menschen im Westen,
[111]
dass die ganze Welt beschließen wird,
[114]
liberale Demokratie und
[117]
privaten Kapitalismus
als Wachstumsmodell umzusetzen
[119]
und auch weiterhin die politischen Rechte
über die wirtschaftlichen zu stellen.
[123]
Dennoch ist dies für viele Menschen
in Schwellenländern
[126]
eine Illusion und obwohl
[129]
die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte,
[131]
die 1948 unterzeichnet wurde,
[133]
einstimmig angenommen wurde,
[136]
hat sie die Kluft eher verdeckt,
[138]
die zwischen Industrie- und
Entwicklungsländern entstand,
[142]
ebenso wie die ideologischen
Überzeugungen
[144]
zwischen politischen
und wirtschaftlichen Rechten.
[147]
Diese Kluft ist seitdem nur gewachsen.
[151]
90 Prozent der Weltbevölkerung
leben in Schwellenländern
[154]
und viele dieser Menschen
sind heute davon überzeugt,
[156]
dass die westliche Besessenheit
[159]
mit politischen Rechten
am eigentlichen Problem vorbei geht
[161]
und es wichtiger wäre,
[163]
Lebensmittel und Unterkünfte bereit zu stellen
[165]
und Gesundheitsvorsorge
und Bildung anzubieten.
[167]
"Gebt mir die Freiheit oder gebt mir den Tod"
[170]
ist schön und gut,
wenn man es sich leisten kann,
[173]
aber wenn man von weniger
als einem Dollar am Tag lebt,
[176]
ist man viel zu beschäftigt damit,
zu überleben
[178]
und seine Familie zu versorgen,
[179]
um in seiner Freizeit herumzulaufen
[181]
und Demokratie zu verkünden
und zu verteidigen.
[184]
Ich weiß, dass viele Menschen
in diesem Raum
[186]
und überall auf der Welt jetzt denken:
[188]
"Das kann ich mir nur schwer vorstellen,"
[191]
denn privater Kapitalismus
und liberale Demokratie
[194]
sind unantastbar.
[196]
Aber ich frage Sie nun: Was würden Sie tun,
[199]
wenn Sie wählen müssten?
[201]
Wenn Sie vor der Wahl stünden
[202]
zwischen einem Dach über dem Kopf
[205]
und dem Wahlrecht?
[207]
In den vergangenen 10 Jahren
[208]
hatte ich das Glück,
über 60 Länder zu bereisen,
[212]
viele davon Schwellenländer
[214]
in Lateinamerika, Asien,
[216]
und in Afrika, meinem Heimatkontinent.
[219]
Ich habe Präsidenten getroffen,
Dissidenten,
[222]
politische Entscheidungsträger,
Anwälte, Lehrer,
[224]
Ärzte und die Menschen auf der Straße,
[226]
und durch Gespräche mit ihnen
[228]
wurde mir klar,
[230]
dass viele Menschen
in den Schwellenländern
[232]
davon überzeugt sind,
dass sich eine Kluft entwickelt
[235]
zwischen dem, wovon Menschen im Westen
[238]
in Bezug auf Politik und
Wirtschaft überzeugt sind
[241]
und dem, woran Menschen
im Rest der Welt glauben.
[243]
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch.
[245]
Ich will damit nicht sagen,
dass Menschen in Schwellenländern
[247]
kein Demokratieverständnis haben
[249]
oder, dass die nicht gerne
[251]
ihre Präsidenten oder
Anführer wählen würden.
[253]
Natürlich würden sie das gerne tun.
[255]
Was ich sagen möchte ist,
[258]
dass sie sich mehr Gedanken darum machen,
[259]
wie sie ihren Lebensstandard
verbessern könnten
[262]
und wie ihre Regierung dazu beitragen könnte,
[265]
als ob oder ob nicht
[267]
diese Regierung
demokratisch gewählt wurde.
[270]
Tatsächlich ist es so,
[272]
dass dies eine
sehr wichtige Frage geworden ist,
[274]
denn zum ersten Mal seit sehr langer Zeit
[276]
werden die politischen und
wirtschaftlichen Ideologien des Westens
[280]
auf die Probe gestellt
[282]
und dies von einem System,
das von China verkörpert wird.
[285]
Anstatt eines privaten gibt es dort
einen staatlichen Kapitalismus.
[289]
Die Bedeutung der liberalen Demokratie
wurde herabgestuft.
[293]
Außerdem wurden in China
[296]
wirtschaftliche über
politische Rechte gestellt.
[299]
Denken Sie einmal darüber nach,
[302]
ob das von China
repräsentierte System nicht das ist,
[304]
welches bei den Menschen
in Entwicklungsländern
[306]
immer mehr zu dem System wird,
das es anzustreben gilt,
[309]
da sie immer mehr davon überzeugt sind,
[311]
dass durch dieses System
[313]
ihr Lebensstandard
innerhalb kürzester Zeit am besten
[316]
und schnellsten verbessert werden kann.
[320]
Wenn ich darf,
[323]
würde ich Ihnen zunächst
gerne kurz erklären,
[324]
wie sie in wirtschaftlicher Hinsicht
zu dieser Überzeugung gekommen sind.
[328]
Zuerst einmal wegen
Chinas Wirtschaftsleistung
[331]
in den letzten 30 Jahren.
[333]
Diese hat zu einem rekordverdächtigen Wirtschaftswachstum geführt
[336]
und viele Menschen aus der Armut befreit.
[340]
Dies wurde insbesondere dadurch erreicht,
[343]
dass 300 Millionen Menschen
[346]
aus der Mittellosigkeit geführt wurden.
[349]
Es geht nicht nur um die Wirtschaft,
[351]
sondern auch um den Lebensstandard.
[354]
In China hatten 28 Prozent der Bevölkerung
[357]
Zugang zu weiterführender Schulbildung.
[359]
Heute sind es fast 82 Prozent.
[361]
Das bedeutet, dass die Verbesserung
der wirtschaftlichen Lage
[363]
ein sehr wichtiger Faktor war.
[366]
Zweitens hat China es geschafft,
[369]
die ungleiche Einkommensverteilung
beträchtlich zu senken,
[372]
ohne dabei das politische Gerüst
zu verändern.
[375]
Die USA und China sind heute weltweit
[377]
die beiden führenden Wirtschaftskräfte.
[380]
Ihre politischen und
wirtschaftlichen Systeme
[382]
unterscheiden sich
grundlegend voneinander:
[385]
privater Kapitalismus auf der einen,
[386]
Staatskapitalismus auf der anderen Seite.
[388]
Dennoch haben beide Staaten
[391]
einen identischen GINI-Koeffizienten.
[393]
Dieser misst die Einkommensverteilung.
[395]
Vielleicht noch beunruhigender ist,
[397]
dass die ungleiche
Einkommensverteilung in China
[400]
in letzter Zeit gesunken ist,
[402]
während sie sich in den USA
[403]
verschlechtert hat.
[407]
Drittens: Menschen in den Schwellenländern
[409]
bewundern Chinas
unglaublichen und sagenhaften
[411]
Ausbau der Infrastruktur.
[414]
Dabei geht es nicht nur darum,
[415]
dass China Straßen,
Häfen und Bahngleise
[418]
im eigenen Land baut --
[419]
es wurde ein 85.000 km langes
[422]
Straßennetz in China geschaffen,
[424]
welches das der USA übertrifft --
[427]
doch sogar in Regionen wie Afrika
[430]
hat China geholfen, die Strecke
[433]
von Kapstadt nach Kairo zu asphaltieren.
[434]
Dies sind etwa 9000 Meilen
[436]
oder drei Mal die Strecke
von New York nach Kalifornien.
[440]
Das ist etwas, was die Menschen wahrnehmen
und worauf sie sich berufen können.
[444]
Es ist vielleicht keine Überraschung,
[446]
dass die Menschen in 10 Ländern Afrikas
[450]
in einer Pew-Umfrage aus dem Jahr 2007 angaben,
[452]
dass sie es für erstaunlich halten,
[453]
wie die Chinesen ihren
Lebensstandard enorm verbessern
[455]
manchmal sogar um bis zu 98 Prozent.
[460]
Schlussendlich hat China
auch innovative Lösungen
[464]
für die uralten sozialen Probleme
der Welt gefunden.
[468]
Wenn Sie nach Mogadishu,
Mexiko-Stadt oder Mumbai reisen,
[471]
werden Sie feststellen,
dass veraltete Infrastruktur und Logistik
[474]
auch weiterhin ein Hindernis
[476]
für die medizinische Versorgung
und das Gesundheitssystem
[478]
in ländlichen Gegenden darstellen.
[480]
Durch ein Netzwerk aus
staatlichen Unternehmen hingegen
[483]
haben es die Chinesen geschafft,
in diese ländlichen Gegenden vorzudringen,
[486]
indem sie ihre Firmen nutzen,
[488]
um zur Gesundheitsversorgung beizutragen.
[491]
Meine Damen und Herren,
es ist nicht überraschend,
[493]
dass Leute auf der ganzen Welt
nach China blicken und sagen:
[496]
“Ich mag das. Ich möchte das.
[498]
Ich möchte das tun können, was China tut.
[501]
Dieses System scheint zu funktionieren.”
[503]
Ich stehe auch hier, um Ihnen zu sagen,
[505]
dass sich gerade einiges verändert
[507]
im Hinblick auf Chinas Haltung
[509]
zur Demokratie.
[511]
Vor allem zweifeln die Menschen
[514]
in den Schwellenländern immer mehr daran,
[516]
dass Demokratie auch weiterhin
[517]
als Grundvoraussetzung
für Wirtschaftswachstum
[520]
angesehen werden kann.
[523]
Nicht nur China, sondern
auch Länder wie Taiwan,
[527]
Singapur und Chile haben gezeigt,
[530]
dass Wirtschaftswachstum
eine Grundvoraussetzung
[533]
für Demokratie ist.
[535]
In einer aktuellen Studie wurde belegt,
[538]
dass das Einkommen
der größte Faktor dafür ist,
[540]
wie lange die Demokratie überleben kann.
[543]
In dieser Studie fand man heraus,
dass bei einem Pro-Kopf-Einkommen
[546]
von etwa 1.000 Dollar pro Jahr
[548]
die Demokratie etwa
achteinhalb Jahre anhält.
[551]
Bei einem Pro-Kopf-Einkommen
[553]
von 2.000 bis 4.000 Dollar pro Jahr
[555]
werden es wahrscheinlich
nur 33 Jahre Demokratie sein.
[558]
Und nur wenn das Pro-Kopf-Einkommen
[560]
bei über 6.000 Dollar pro Jahr liegt,
[562]
bleibt die Demokratie bestehen,
egal, was passiert.
[566]
Dies zeigt uns,
[568]
dass wir zuerst
eine Mittelschicht schaffen müssen,
[570]
die die Regierung
zur Rechenschaft ziehen kann.
[573]
Aber vielleicht zeigt es uns auch,
[576]
dass wir nicht einfach allen Ländern
[577]
eine Demokratie aufzwingen dürfen,
[580]
denn schlussendlich laufen wir Gefahr,
[582]
repressive Demokratien zu fördern,
[584]
Demokratien, die in einigen Fällen
[586]
schlimmer sein könnten
als die autoritären Regierungen,
[588]
welche sie ersetzen sollen.
[592]
Die Hinweise auf repressive Demokratien
[594]
sind ziemlich bedrückend.
[596]
Freedom House fand heraus,
dass, obwohl 50 Prozent
[599]
aller Länder heute demokratisch sind,
[602]
70 Prozent von ihnen repressiv sind,
[605]
im Hinblick darauf, dass die Menschen
[607]
keine Rede- oder Reisefreiheit haben.
[610]
Freedom House hat in einer Studie
[612]
vom letzten Jahr auch herausgefunden,
[614]
dass die Freiheit seit sieben Jahren
[616]
jedes Jahr zurück geht.
[619]
Dies bedeutet
[621]
für Menschen wie mich,
[622]
die sich um liberale Demokratie sorgen.
[624]
dass wir einen besseren Weg finden müssen,
[627]
sicherzustellen, dass wir
eine nachhaltige Form
[629]
der liberalen Demokratie haben,
[631]
die auf der Wirtschaft basiert.
[634]
Aber es sagt auch, dass,
während China auf dem Weg ist,
[637]
die größte Wirtschaftsmacht
der Welt zu werden,
[640]
was laut Experten
[642]
2016 geschehen soll, die Kluft zwischen
[644]
den politischen und wirtschaftlichen Ideologien
[646]
des Westens und dem Rest der Welt
[650]
möglicherweise größer wird.
[652]
Wie könnte diese Welt aussehen?
[655]
So etwa könnte das Weltbild
[657]
mehr staatliche Beteiligung
und Staatskapitalismus;
[660]
mehr Protektionismus
von Nationalstaaten beinhalten;
[663]
aber auch, wie ich gerade eben gezeigt habe,
[665]
stetig abnehmende politische
[667]
und persönliche Rechte.
[669]
Die grundlegende Frage,
die sich uns stellt, ist:
[672]
Was soll der Westen dann tun?
[675]
Ich glaube,
dass es zwei Möglichkeiten gibt.
[678]
Der Westen kann mit dem System
konkurrieren oder kooperieren.
[682]
Wenn der Westen beschließt, gegen
das chinesische Modell zu konkurrieren
[686]
und tatsächlich weiterhin
in der ganzen Welt zu versuchen,
[688]
einen Plan für privaten Kapitalismus
[690]
und liberale Demokratie durchzusetzen,
[693]
wird dies auf Gegenwind stoßen,
[696]
aber es wäre auch eine natürliche Haltung
[698]
für den Westen,
[699]
denn in vielerlei Hinsicht
ist es die Gegenthese
[701]
zum chinesischen Modell
[703]
mit Demokratieabwertung
und Staatskapitalismus.
[707]
Tatsache jedoch ist,
[709]
dass der Westen die Kluft vergrößert,
[711]
wenn er beschließt, mit
dem chinesischen System zu konkurrieren.
[715]
Die andere Möglichkeit
für den Westen ist Kooperation.
[717]
Mit Kooperation meine ich,
[719]
den Schwellenländern
die Möglichkeit zu geben,
[723]
selbst herauszufinden,
[725]
welches politische und wirtschaftliche System
[726]
für sie das beste ist.
[728]
Nun bin ich mir sicher,
dass einige hier im Raum denken:
[730]
„Aber das hieße,
China gegenüber aufzugeben,“
[733]
und in anderen Worten bedeutet das
[735]
für den Westen, in den Hintergrund zu treten.
[737]
Aber ich glaube,
[738]
dass die USA und
die europäischen Staaten,
[740]
um ihren weltweiten Einfluss zu behalten,
[743]
vielleicht darüber nachdenken müssen,
[745]
kurzfristig zu kooperieren,
um konkurrieren zu können
[748]
und dadurch müssen sie sich
vielleicht aggressiver auf
[750]
die wirtschaftlichen Erfolge konzentrieren,
[753]
um dazu beizutragen,
eine Mittelschicht zu schaffen
[755]
und somit die Regierung
zur Verantwortung ziehen zu können
[757]
und die Demokratie zu bilden,
die wir wirklich wollen.
[761]
Tatsache ist,
[764]
dass der Westen, anstatt
den Ländern überall auf der Welt
[766]
Strafpredigten wegen ihrer Beziehungen
zu China zu halten,
[769]
seine eigenen Unternehmen
zu Handel und Investitionen
[772]
in diesen Regionen anhalten sollte.
[775]
Statt China wegen seines
schlechten Verhaltens zu kritisieren,
[779]
sollte der Westen zeigen,
[782]
wieso sein politisches
und wirtschaftliches System
[784]
überlegen ist.
[786]
Und anstatt Demokratie überall auf der Welt
[788]
zu erzwingen,
[790]
sollte der Westen vielleicht einen Blick
[791]
auf seine eigene Geschichte werfen
[793]
und daran zurückdenken,
wie viel Geduld es brauchte,
[796]
um die Modelle und Systeme
[797]
zu entwickeln, die es heute gibt.
[800]
Richter Stephen Breyer
vom Obersten US-Gerichtshof
[803]
erinnert uns daran, dass zwischen
[806]
dem Schreiben der Verfassung
[808]
bis zur Gleichberechtigung in den USA
[811]
170 Jahre vergingen.
[814]
Einige würden vielleicht sagen,
[815]
dass es noch heute
keine Gleichberechtigung gibt.
[817]
Tatsächlich gibt es Gruppen, die meinen,
[819]
vor dem Gesetz noch heute
nicht die gleichen Rechte zu haben.
[824]
Von seiner besten Seite betrachtet,
[826]
ist das westliche Modell selbsterklärend.
[828]
Es ist das Modell,
das Essen auf den Tisch brachte.
[830]
Es stellt die Kühlschränke.
[832]
Es hat einen Mann auf den Mond geschickt.
[834]
Aber Tatsache ist,
[835]
dass während die Leute früher
[837]
auf die westlichen Länder
gezeigt haben und sagten:
[839]
"Ich möchte das, ich mag das",
[841]
es heute einen neuen Mitspieler gibt
[843]
in der Form eines Landes, nämlich China.
[846]
Heute blicken Generationen
nach China und sagen:
[848]
"China kann eine Infrastruktur entwickeln,
[851]
China kann Wirtschaftswachstum
hervorbringen
[853]
und das gefällt uns."
[854]
Denn schlussendlich ist die Frage,
[857]
die sich uns und 7 Milliarden anderen Menschen
[859]
auf diesem Planeten stellt:
[860]
Wie können wir Wohlstand schaffen?
[864]
Menschen, die sich sorgen, werden sich
[866]
auf Grund einer rationalen Entscheidung
[868]
dem politischen und
wirtschaftlichen System zuwenden,
[870]
das ihnen in kürzester Zeit
[872]
den besten Lebensstandard
[874]
sichern kann.
[877]
Bevor Sie gehen,
[878]
möchte ich Ihnen
[880]
eine ganz persönliche Nachricht mitgeben
[881]
von dem was ich glaube,
[884]
was wir als Individuen tun sollten.
[886]
Es geht wirklich darum,
aufgeschlossen zu sein,
[889]
der Tatsache gegenüber, dass
unsere Hoffnungen und Wünsche,
[893]
Wohlstand für die Menschen
auf der ganzen Welt zu schaffen,
[896]
einen dauerhaften Weg
aus der Hungersnot
[899]
für hunderte Millionen Menschen zu finden,
[900]
auf Aufgeschlossenheit basieren müssen,
[903]
denn diese Systeme haben Vorteile
[905]
und sie haben Nachteile.
[908]
Nur um das zu verdeutlichen,
[910]
gehe ich zu meinen Wurzeln zurück.
[912]
Das ist ein Foto von mir.
[914]
Awww. (Gelächter)
[916]
Ich wurde 1969 in Sambia geboren
und bin dort aufgewachsen.
[920]
Zum Zeitpunkt meiner Geburt,
[922]
wurden Schwarzen
keine Geburtsurkunden ausgestellt
[924]
und das hat sich erst 1973 geändert.
[927]
Dies ist eine eidesstattliche Erklärung
der Regierung Sambias.
[930]
Ich habe sie mitgebracht,
um Ihnen zu zeigen, dass ich vor 40 Jahren
[932]
nicht als Mensch anerkannt wurde,
[935]
und heute stehe ich
vor der berühmten TED-Gemeinschaft,
[938]
um über meine Ansichten zu sprechen.
[941]
Auf die gleiche Weise können wir
das Wirtschaftswachstum ankurbeln.
[944]
Wir können Armut deutlich reduzieren.
[948]
Aber es ist auch wichtig,
[950]
dass wir unsere Ansichten
und Meinungen überprüfen.
[952]
Ansichten, Meinungen und
Einschränkungen, mit denen wir
[954]
inmitten von Demokratie und
privatem Kapitalismus aufgewachsen sind.
[956]
Inmitten dessen,
was Wirtschaftswachstum fördert
[958]
und Armut senkt und Freiheiten schafft.
[961]
Vielleicht müssen wir diese Bücher zerreißen
[963]
und anfangen, andere Möglichkeiten
in Betracht zu ziehen
[965]
und unvoreingenommen
nach der Wahrheit zu suchen.
[968]
Schlussendlich geht es darum,
die Welt zu verändern
[970]
und sie zu einem besseren Ort zu machen.
[972]
Vielen Dank.
[974]
(Applaus)
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