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The Atlantic slave trade: What too few textbooks told you - Anthony Hazard - YouTube
Channel: TED-Ed
[0]
Übersetzung: Anika Weidner
Lektorat: Jo Pi
[6]
Sklaverei -- die Behandlung von Menschen
als Eigentum ohne Rechte --
[11]
trat bereits in aller Welt
in verschiedenen Formen auf.
[14]
Eine davon sticht jedoch
durch ihr globales Ausmaß
[18]
und ihre bleibenden Folgen
besonders hervor:
[20]
Der atlantische Sklavenhandel
[22]
vom Ende des 15. bis Mitte des 19. Jh.
[25]
umfasste drei Kontinente
[27]
und brachte mehr als 10 Millionen
Afrikaner gewaltsam nach Amerika.
[31]
Die Folgen betrafen nicht nur
die Sklaven und deren Nachkommen,
[36]
sondern auch wirtschaftliche
und historische Entwicklungen
[39]
großer Teile der Welt.
[40]
Bereits seit Jahrhunderten
waren Europa und Afrika
[43]
über das Mittelmeer in Kontakt gewesen.
[45]
Doch der atlantische Sklavenhandel
begann erst im späten 15. Jahrhundert
[49]
mit portugiesischen Kolonien in Westafrika
[51]
und der Besiedlung Amerikas
durch Spanien kurze Zeit später.
[55]
Der Anbau von Zuckkerrohr, Tabak
und Baumwolle in den neuen Kolonien
[59]
war arbeitsintensiv und es gab
nicht genug Siedler oder Schuldknechte,
[64]
um das ganze neue Land zu bestellen.
[66]
Amerikanische Ureinwohner
wurden versklavt,
[68]
aber viele starben an neuen Krankheiten
[70]
und andere wehrten sich erfolgreich.
[73]
Um also die riesige Nachfrage
nach Arbeitskräften zu decken,
[75]
wandten sich die Europäer Afrika zu.
[78]
Sklaverei gab es in Afrika bereits
seit Jahrhunderten in mehreren Formen.
[82]
Einige Sklaven waren Schuldknechte,
[84]
die sich nach einer bestimmten Zeit
frei kaufen konnten.
[87]
Andere wurden eher
wie europäische Leibeigene behandelt.
[90]
Mancherorts wurden Sklaven
Teil der Familie ihres Herrn,
[93]
besaßen Land und stiegen sogar
in einflussreiche Positonen auf.
[96]
Aber als weiße Schiffskapitäne
Fabrikwaren, Waffen und Rum
[101]
gegen Sklaven anboten,
[102]
gab es für afrikanische Könige
und Händler keinen Grund zu zögern.
[106]
Sie sahen in den Menschen,
die sie verkauften,
[108]
keine gleichwertigen Afrikaner,
[110]
sondern Kriminelle, Schuldner
oder Kriegsgefangene feindlicher Stämme.
[116]
Durch den Verkauf
bereicherten sich die Könige
[119]
und stärkten ihre Reiche
gegen feindliche Nachbarn.
[122]
Diese Königreiche florierten
durch den Sklavenhandel,
[124]
aber die riesige europäische Nachfrage
führte zu einem heftigen Wettbewerb.
[129]
Sklaverei ersetzte andere Strafurteile.
[132]
Die Gefangennahme von Sklaven wurde
ein Grund für Krieg, nicht seine Folge.
[137]
Um sich vor Sklavenraubzügen zu schützen,
[139]
brauchten benachbarte Königreiche
europäische Feuerwaffen,
[142]
die sie sich ebenfalls
mit Sklaven erkauften.
[144]
Der Sklavenhandel war
zum Rüstungswettlauf geworden.
[147]
Er veränderte Gesellschaften und
die Wirtschaft auf dem gesamten Kontinent.
[151]
Die Sklaven selbst waren
unglaublicher Brutalität ausgesetzt.
[155]
Sie mussten zu Sklavenfestungen
an der Küste marschieren,
[158]
wurden zum Schutz vor Läusen
rasiert, gebrandmarkt
[161]
und dann auf Schiffe
nach Amerika verfrachtet.
[164]
Etwa 20 % von ihnen sahen nie wieder Land.
[168]
Die meiste Kapitäne pferchten
die Sklaven dicht zusammen
[171]
und stopften so viele
wie möglich unter Deck.
[173]
Ohne sanitäre Einrichtungen
erkrankten viele und starben,
[177]
andere wurden über Bord geworfen,
weil sie krank waren oder als Strafe.
[181]
Die Kapitäne sicherten sich ihren Profit,
[183]
indem sie die Ohren der Sklaven
als Kaufbeweis abschnitten.
[188]
Einige Gefangenen nahmen
die Sache in die eigene Hand.
[191]
Viele Afrikaner aus dem Landesinneren
hatten nie zuvor Weiße gesehen
[194]
und hielten sie für Kannibalen,
[196]
die immer wieder Leute mitnahmen
und zurückkamen, um mehr zu holen.
[200]
Aus Angst, gegessen zu werden,
oder um dem Leid ein Ende zu setzen,
[203]
begingen sie Selbstmord
oder hungerten sich zu Tode
[207]
im Glauben, dass ihre Seelen
nach Hause zurückkehren würden.
[210]
Wer überlebte, wurde
vollständig entmenschlicht
[214]
und als bloße Fracht behandelt.
[215]
Frauen und Kinder blieben über Deck
und wurden von der Besatzung missbraucht,
[220]
während die Männer
Tänze aufführen mussten,
[222]
um fit zu bleiben und
Aufständen entgegenzuwirken.
[227]
Was mit den Afrikanern geschah,
die die Neue Welt erreichten,
[229]
und wie die Sklaverei
noch heute ihre Nachkommen betrifft,
[233]
ist recht gut erforscht.
[234]
Weniger bekannt jedoch
[236]
sind die Folgen des Sklavenhandels
für Afrikas weitere Entwicklung.
[240]
Der Kontinent verlor nicht nur
mehr als 10 Millionen Arbeitskräfte.
[245]
Die demografischen Auswirkungen
waren langfristig viel größer,
[249]
da die meisten Sklaven männlich waren.
[252]
Als Sklaverei in Amerika und Europa
endlich verboten wurde,
[255]
brachen die Königreiche,
die sich darauf stützten, zusammen,
[260]
und wurden leichte Opfer
für Eroberungen und Kolonisation.
[263]
Der verstärkte Wettbewerb
und die Einfuhr europäischer Waffen
[267]
schürten Kriege und Instabilität,
die bis heute anhalten.
[271]
Der atlantische Sklavenhandel
begünstigte auch
[274]
das Entstehen rassistischer Ideologien.
[276]
Der Großteil afrikanischer Sklaverei
war reine Rechtsstrafe
[280]
oder Kriegsfolge zwischen Stämmen,
[282]
doch die Europäer, die eine
weltumfassende Religion predigten
[285]
und seit langem die Versklavung
anderer Christen verboten hatten,
[288]
brauchten eine Rechtfertigung für Taten,
[290]
die so offensichtlich mit ihren
Idealen von Gleichheit unvereinbar waren.
[294]
Deshalb wurden Afrikaner
als biologisch minderwertig
[298]
und zur Sklaverei bestimmt befunden.
[300]
Sie bemühten sich sehr,
diese Theorie zu rechtfertigen.
[303]
Dadurch wurde Sklaverei
in Europa und Amerika
[305]
zu einer Frage der Ethnizität
[307]
und machte es für Sklaven
und ihre Nachkommen unmöglich,
[310]
gesellschaftliche Gleichstellung
zu erreichen.
[313]
All diese Aspekte
[315]
machen den atlantischen Sklavenhandel
zu einem Unrecht gewaltigen Ausmaßes,
[318]
dessen Folgen noch lange
nach seinem Verbot spürbar sind.
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