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Shein Exposed: Der schlimmste Fashion-Konzern der Welt - YouTube
Channel: Simplicissimus
[0]
Modetrends werden immer
schnelllebiger.
[2]
Kleidung wird immer günstiger,
Sortimente wechseln rasant.
[5]
Das nennt man:
[7]
Und SHEIN ist die Zukunft
dieses Geschäftsmodells.
[11]
Ultra Fast Fashion -
mehr, schneller, billiger.
[14]
Das chinesische Unternehmen
[16]
verkauft Kleidung
so gut wie ausschließlich online.
[19]
Ein Pulli für 8,50 Euro,
[21]
ein Crop-T für sechs,
ein Kleid für zwei.
[24]
SHEIN dominiert Social Media.
[26]
Vielleicht kennt ihr
die massiven Hauls.
[28]
Der Konzern hat Partnerschaften
mit unglaublich vielen Influencern.
[32]
Seit Mitte dieses Jahres
ist SHEIN vor H&M und Zara
[35]
das verkaufsstärkste Modelabel
in den USA
[39]
und die meist besuchte Fashionwebsite
der Welt.
[42]
Das Unternehmen wächst rasant
und hat nach Schätzungen
[45]
letztes Jahr circa 8,6 Milliarden
Euro Umsatz gemacht.
[50]
Wäre es da nicht eine Schande,
wenn SHEIN gleichzeitig
[53]
einer der undurchsichtigsten,
unmoralischsten
[55]
und perversesten Konzerne
der Fashionindustrie wäre?
[59]
Die Sperrspitze eines
ausbeuterischen, dreckigen Systems.
[62]
Eine Verkörperung des Schlimmsten,
was die Globalisierung zu bieten hat.
[67]
Heute geht es um ganz, ganz viel
Plastik, falsche Zertifikate,
[71]
um billiges Greenwashing,
verlogene Kampagnen,
[75]
Und einen Haufen gestohlener Designs.
[83]
(Dramatische Musik)
[105]
(Schiffshorn)
[107]
Dieses Video ist Teil eins
einer Betrachtung von SHEIN.
[111]
In diesem Part geht es
um das Unternehmen als solches.
[114]
Nächste Woche geht es dann
[115]
um das Zusammenspiel von Social Media
und Fast Fashion
[118]
und die Influencer,
die mit SHEIN zusammenarbeiten.
[121]
(Ernste Musik, heller Glockenton)
[124]
Jeden Tag gehen bei SHEIN rund 7.000
bis 8.000 neue Produkte online.
[129]
7.000 bis 8.000. Jeden Tag.
[133]
Das ist unglaublich viel,
[134]
Zara schafft gerade einmal knapp
200 pro Woche.
[138]
Fashionnova so 600 bis 900.
[140]
Natürlich müssen diese ganzen
Schnitte, die ganzen Designs,
[144]
die immer im Trend sind, ja
von irgendwem entwickelt werden.
[147]
Also hat SHEIN wohl
[148]
das krasseste Team an Fashion-
designern auf dem Planeten, oder:
[153]
SHEIN klaut. Augenscheinlich,
systematisch.
[157]
Das Fast-Fashion-Konzerne Designs
abkupfern, ist altbekannt.
[161]
Bisher waren die Schablonen aber
vor allem High-Fashion-Designer,
[164]
Pariser Modehäuser.
[165]
SHEIN bedient sich auch immer wieder
bei unabhängigen Designern,
[169]
bei Einzelpersonen.
[170]
Damit hat sich der wundervolle Kanal
"offen un' ehrlich" genau befasst.
[175]
SHEIN!
[177]
Wir haben mit Marlene
aus dem Team gesprochen.
[180]
SHEIN klaut wirklich
wahnsinnig viele Designs
[183]
und da wurde auch schon viel öffent-
lich gemacht von den Designer:innen,
[187]
die da abgerippt worden sind.
[189]
Unter anderem gab's da Elisa,
die hat ihr eigenes kleines Label,
[192]
Elizations heißt das,
sie kommt aus Schweden.
[195]
Sie macht so Stricksachen,
auch sehr individuelle.
[199]
(off:) Und tja, eines Tages hat Eliza
einen ihrer Pullis
[202]
quasi eins zu eins kopiert
auf SHEINS Website wiedergefunden.
[207]
Und es gibt zahlreiche
weitere Beispiele:
[214]
Im Fall Letzterer hat SHEIN
stolze 45 Designs kopiert.
[219]
Diebstähle werden
auch gar nicht aufgedeckt,
[221]
aber ich allein weiß jetzt
ungefähr von 20, 30, 40 Fällen,
[225]
also es kommt wirklich
sehr, sehr oft vor.
[228]
Also Fälle,
die einfach viral gegangen sind.
[231]
(off:) Der Konzern scheint
ein eigenes In-House-Team
[233]
für diesen geilen Job zu haben.
[235]
Zumindest legt der Fall von Maison
Cléo, sorry für die Aussprache,
[239]
das nahe.
[240]
Im Herbst letzten Jahres wollte SHEIN
[242]
mit dem französischen Minilabel
zusammenarbeiten.
[245]
Man hatte die Marke und ihre Designs
also auf dem Schirm.
[248]
Als die Coop nichts wurde ...
Ihr könnt es euch denken.
[251]
Diese Designer haben häufig
keine realistische Chance
[254]
auf Entschädigung.
[256]
Wie verklagt man als Einzelperson
ohne große finanzielle Mittel
[259]
schon einen chinesischen Megakonzern?
[262]
Urheberrecht in der Fashionindustrie
ist allgemein eine riesige Shitshow,
[266]
dazu findet ihr mehr
in der Beschreibung.
[268]
"Offen un' ehrlich" hat mit einer
anonymen Designerin gesprochen,
[272]
die aber gerade
einen Prozess gegen SHEIN führt.
[274]
Sie hätte auch eine Wiedergutmachung
von SHEIN bekommen.
[278]
SHEIN hat aufgezählt,
[279]
so und so viel Stück haben wir
von deiner Klamotte verkauft,
[282]
dieses Geld könntest du haben.
[284]
Sie meinte halt, okay, ihr könnt
mir jetzt ja alles erzählen.
[288]
Ihr sagt,
mein Teil wurde 20 Mal verkauft,
[290]
woher weiß ich, dass es nicht
20.000 Mal waren, so ungefähr.
[294]
So weit ich weiß,
geht dieser Rechtsstreit gerade noch.
[297]
(off:) Aber auch in diesem Fall
ist es wohl so,
[299]
dass die Designerin erst mit einem
Anwalt an SHEIN herangetreten ist,
[303]
da kam gar nichts,
als sie das öffentlich gemacht hat,
[306]
hat der Konzern überhaupt reagiert.
[310]
Viele der beklauten Designer
sind Teil einer Community,
[313]
die sich ganz explizit
gegen Fast Fashion einsetzt
[317]
und sich für eine andere Art
von Kleidung stark macht.
[320]
Handgemacht, nachhaltig,
im kleinen Rahmen hergestellt,
[324]
in hoher Qualität,
sodass man lange was davon hat.
[327]
SHEIN bedient sich
aber nicht als einziger Konzern
[330]
bei dieser Community.
[331]
Es gibt zahllose billige
Dropshipping-Seiten
[334]
und andere chinesische Produzenten,
[336]
die die kleinen Designer
ebenfalls beklauen.
[340]
Das ist Rebecca.
[341]
Unter dem Namen Snake Divine
verkauft sie handgemachte Klamotten
[344]
und studiert nebenbei Kunst.
[346]
Was ich grade trage, ist ein Mantel,
den ich gemacht hab.
[349]
Ich hab alles selber gemacht,
das Schnittmuster,
[352]
dann hab ich das
komplett selber bedruckt.
[354]
Wie man sieht, ist er voll bedruckt
vorne und hinten.
[357]
Da ist auch ein Anhänger dran,
[359]
da steht ganz klein drauf
"Snake Divine".
[362]
Ich mag gerne viele kleine Details,
[364]
damit man merkt,
da wurde sich viel Mühe gegeben.
[367]
Auch Rebeccas Designs
werden immer wieder gestohlen,
[370]
zum Beispiel von der
Ultra-Fast-Fashion-Brand Emmiol.
[373]
Inklusive ihrer eigenen Fotos
mit den Produkten.
[376]
Andere Designs von sich findet sie
immer wieder billig kopiert
[379]
für wenige Euro erhältlich
auf AliExpress.
[382]
Das ist eine Plattform
ähnlich zu Ebay,
[384]
auf der unter anderem zahllose
chinesische Unternehmen
[387]
ihre Produkte
zu niedrigsten Preisen anbieten.
[389]
100 Prozent der Leute, mit denen ich
auf Instagram interagiere,
[393]
die ähnliche Labels haben wie ich,
[395]
also ähnliche Kleidung machen
mit dem gleichen Mindset,
[399]
100 Prozent der Leute
sind auch bei AliExpress,
[402]
äh, da sind Duplikate anzufinden,
also ... ja.
[407]
Es gibt also augenscheinlich
ein ganzes Ökosystem
[409]
an chinesischen
Bekleidungsherstellern,
[412]
die die Kreativität
von Rebeccas Community ausbeuten
[415]
und den eigentlichen Sinn und Zweck -
nachhaltigere Slow Fashion -
[419]
mit ihren billigen Dumpingkopien
komplett untergraben.
[424]
SHEIN bleibt der absolute Vorreiter
in dieser Hinsicht.
[427]
Der Konzern baut
sein unfassbares Releasetempo
[430]
zumindest teilweise
auf der Ausbeutung der Kreativität
[433]
und harten Arbeit von solchen
passionierten Einzelpersonen auf.
[438]
Im Sommer hat das Unternehmen
dann völlig schamlos
[441]
eine Designcontest-Realityshow
herausgebracht,
[444]
bei der junge Designer
[445]
in einem Wettbewerb 100.000 Dollar
gewinnen können,
[448]
plus eine Kollektion
gemeinsam mit SHEIN.
[451]
Das alles sei dann auch noch
für den guten Zweck.
[454]
Nichts davon macht den wiederholten
Klau von Designs wett
[457]
und eine 100.000 Dollar-Zahlung
an einen Gewinner
[460]
entschädigt keins der anderen Opfer.
[463]
Dazu passend gibt es
das neue SHEIN-X-Programm.
[466]
(englisch:)
[479]
Man kann kaum glauben,
dass das keine Satire ist.
[482]
Man sucht, wie jedes Modeunternehmen
der Welt, nach fähigen Designern
[487]
und tut so, als würde man ihnen
eine krasse Chance bieten.
[491]
Und auch hier: Ein Programm
für junge Talente
[493]
macht den Diebstahl
zahlloser Designs nicht wett.
[497]
(englisch:)
[503]
Doch all das
ist leider nur der Anfang.
[507]
Was glaubt ihr, wie kann SHEINs
Kleidung eigentlich so günstig sein?
[513]
(Ernste Musik, heller Glockenton)
[516]
Die Lieferkette von SHEIN
ist absolut undurchsichtig.
[519]
Man weiß nicht,
woher die Baumwolle stammt,
[521]
man kann nur Schlimmes erahnen.
[523]
Lange war lediglich klar,
[525]
dass die Kleidung häufig
von vielen kleinen Nähereien
[528]
in der Stadt Guangzhou
in China produziert wird.
[531]
SHEIN hat auf der eigenen Website
lange behauptet,
[533]
man wäre mit dem Standard SA 8000
zertifiziert.
[537]
Der bezieht sich auf Kinderarbeit,
Zwangsarbeit
[539]
und allgemeine Arbeitsbedingungen.
[542]
Leider war
die entsprechende Organisation,
[544]
die diesen Standard vergibt,
überhaupt nicht mit SHEIN in Kontakt.
[548]
Mist aber auch.
[550]
Nun ist einem Team der Clean Clothes
Campaign ein Durchbruch gelungen.
[554]
Die gemeinnützige Organisation
konnte einige der Nähereien,
[557]
die für SHEIN produzieren,
lokalisieren
[559]
und mit Mitarbeitern sprechen.
[561]
David Hachfeld
hat es für uns zusammengefasst.
[564]
Die Arbeitszeiten,
auf die wir gestoßen sind,
[567]
die sind wirklich für europäische
Verhältnisse schier unglaublich.
[570]
Im Grunde arbeiten die Menschen,
mit denen wir sprechen konnten,
[574]
ungefähr elf bis zwölf Stunden
am Tag, so in drei Blöcken.
[579]
Morgens, nachmittags
und dann noch eine Abendschicht,
[583]
die um zehn oder elf endet.
[585]
Das sieben Tage die Woche
mit einem Tag frei im Monat.
[589]
Das ist eigentlich illegal in China.
[591]
Die Arbeiter nehmen dieses Pensum
freiwillig auf sich.
[594]
Sie kommen
aus ärmeren Regionen Chinas
[596]
und wollen in Guangzhou
so viel wie möglich verdienen.
[600]
Das hat aber auch vor allem
damit was zu tun,
[602]
dass die Stückkosten,
die sie bekommen,
[605]
also zum Nähen von einem einzelnen
Kleid, so gering sind,
[608]
dass sie einfach nicht ausreichend
verdienen im normalen Job.
[611]
So ist die wahnsinnig geringe
Bezahlung pro Produkt
[615]
zwar ein Grund, warum SHEIN
so billig sein kann,
[618]
es treibt ärmste Menschen
aber auch dazu,
[620]
sich kaputt zu arbeiten.
[622]
Die Näher und Näherinnen haben auch
keine formellen Arbeitsverträge.
[626]
All das ist leider gang und gäbe
in der chinesischen Textilindustrie,
[630]
aber ebenfalls illegal.
[632]
In einem der größeren Betriebe
gibt es keinerlei Brandschutz,
[636]
keine Notausgänge -
das ist wahnsinnig gefährlich.
[639]
Auch in SHEINs gewaltigem
Hauptwarenlager in Foshan
[643]
werden Menschen ausgebeutet.
[644]
Dort geben Mitarbeiter an,
[646]
teils zwölf bis 14 Stunden am Tag
zu arbeiten,
[649]
bis zu 28 Tage im Monat.
[652]
Das ist natürlich eigentlich
ebenso illegal.
[656]
Alles, um die Kosten für das
Drei-Euro-Kleid weiter zu drücken.
[660]
Aber voll seltsam -
eigentlich hat SHEIN
[662]
doch einen krassen Verhaltenskodex
für Zulieferer.
[665]
Punkt acht besteht explizit
auf faire, legale Arbeitszeiten.
[671]
Hä?
[672]
Na ja. Generell tut SHEIN gerne so,
[674]
als ob der Konzern
für irgendetwas einstehen würde.
[677]
Und macht dann das genaue Gegenteil.
[681]
(Ernste Musik, heller Glockenton)
[685]
Eine kurze Exkursion.
[686]
Fashion ist eine der schmutzigsten
Industrien der Welt.
[690]
Insgesamt ist sie
nach einigen Schätzungen
[692]
für über acht Prozent der globalen
Treibhausgasemission verantwortlich.
[696]
Kleidung aus Polyester, also Plastik,
ist häufig günstiger herzustellen
[701]
als klassische Baumwolle.
[702]
Leider benötigt man dafür Erdöl.
[704]
Die Produkte halten teils
auch nicht sehr lange
[707]
und bluten in der Wäsche und sogar
beim Tragen ordentlich Mikroplastik.
[711]
Heißt, wenn du im schlecht produ-
zierten Polyester-T-Shirt rumläufst,
[715]
lösen sich am laufenden Band
winzige Mikroplastikfasern,
[719]
und der Großteil dieser Partikel
landet erst in Flüssen, dann im Meer
[723]
und dann in den Mägen von Fischen,
ja, ihr wisst, wo die Reise hingeht.
[727]
Insbesondere Fast Fashion
und Ultra Fast Fashion wie SHEIN
[732]
verleiten Menschen zu Überkonsum.
[735]
Deutsche legen sich im Schnitt jeden
Monat fünf neue Kleidungsstücke zu.
[739]
Weltweit wird mehr als
doppelt so viel Kleidung gekauft
[742]
wie noch vor 20 Jahren.
[743]
Wir kaufen immer, immer mehr
und schmeißen immer mehr weg.
[747]
Fast 60 Prozent aller global
produzierten Kleidung
[750]
landet innerhalb eines Jahres
in einer Verbrennungsanlage
[753]
oder auf einer Müllhalde.
[755]
Meist irgendwo im Süden der Welt.
[757]
Über die Hälfte aller Kleidung
wird literally produziert,
[760]
um weggeschmissen zu werden.
[762]
Aber warte.
Man kann Kleidung doch spenden.
[765]
Na ja. Circa 80 Prozent
der global gespendeten Klamotten
[769]
werden am Ende trotzdem angezündet
oder auf einen Haufen geworfen.
[774]
Das alles ist ein riesiges Problem.
[776]
Es wird immer schlimmer, wir er-
trinken in billigen Scheißklamotten.
[780]
Ultra Fast Fashion
frisst unseren Planeten auf.
[783]
Die gesamte Industrie
muss dringend nachhaltiger werden.
[786]
Aber wir driften ab.
[789]
Zurück zu SHEIN.
[790]
SHEIN hat eine ganz tolle Corporate
Social Responsibility Page.
[794]
Eine Seite über die eigene soziale
Verantwortung als Unternehmen.
[798]
SHEIN produziert am laufenden Band
massenweise allerbilligste Kleidung.
[803]
Der Großteil
ist aus günstigem Polyester.
[806]
Also Plastik.
[807]
Angeblich gibt der Konzern
aber stets sein Bestes,
[810]
möglichst viel recyceltes Polyester
zu verwenden.
[814]
Hm. Quizfrage: Wieviele Produkte
sind auf der deutschen SHEIN-Seite
[819]
aus recyceltem Polyester?
[821]
1.378.
[824]
Wow! Das sind ja gar nicht so wenige.
[827]
Oder?
[828]
Wieviele sind denn normales, schön
frisch produziertes Polyester?
[832]
740.922.
[836]
Das heißt, dass stolze 0,18 Prozent
aller SHEIN-Produkte
[840]
im deutschen Shop aus recyceltem
Material bestehen.
[848]
Und bei Baumwolle?
[849]
181 Produkte sind angeblich
aus Bio-Baumwolle.
[853]
Also Baumwolle, bei deren Herstellung
keine Pestizide verwendet wurden.
[858]
Ein entsprechendes Zertifikat
konnten wir nirgends entdecken.
[861]
Ist auch fast egal, bei 280.263
Produkten aus Nicht-Bio-Baumwolle.
[867]
Das macht einen Anteil
von knapp 0,07 Prozent.
[874]
Puh, zum Glück beschränkt SHEIN
Meetings innerhalb der Firma
[877]
aber auf ein Minimum, um Papier
und Elektrizität zu sparen.
[881]
Und der Konzern nutzt auch
solarbetriebene Fahrzeuge
[884]
für den Transport.
[886]
Wobei - wahrscheinlich innerhalb
der Logistik-Zentren oder so,
[890]
und nicht, wenn die Pakete
ihren langen, weiten Weg
[893]
nach Europa oder in die USA antreten.
[896]
Ob die Logistik wirklich
"freundlicher zur Umwelt" ist?
[900]
Hm. Machen wir es kurz:
[902]
SHEIN ist überhaupt
und absolut nicht nachhaltig.
[906]
Und die Klamotten
sind die pure Umweltsünde.
[909]
Mit null sichtbarer Anstrengung
seitens des Konzerns,
[912]
irgendwas daran zu ändern.
[914]
Die corporate
social responsibility page
[917]
ist so unmotiviertes Purpose-
und Greenwashing,
[920]
dass man sich fragen muss, ob da
nicht ein Praktikant am Werk war.
[925]
Wir haben SHEIN zu den vielen
Kritikpunkten in den Video
[928]
um Stellungnahme gebeten.
[930]
Aus den Erfahrungen einiger
Journalisten wussten wir bereits,
[933]
dass der Konzern selten
auf solche Anfragen antwortet.
[936]
Deshalb haben wir es
über verschiedene Wege versucht.
[939]
Wir haben bisher keine Antwort
erhalten oder wurden abgewiesen.
[944]
Wir wollen hier niemanden
an den Pranger stellen,
[947]
der mal bei SHEIN eingekauft hat.
[949]
Es geht um den Konzern
und die bestehenden Strukturen.
[952]
Das alles heißt nicht,
dass andere Fast Fashion-
[954]
oder Ultra Fast Fashion-Konzerne
substanziell besser sind.
[958]
Aber SHEIN ist riesig.
[960]
Bald vielleicht das größte
Modeunternehmen der Welt.
[963]
Dieses Jahr könnte sich der Umsatz
nach Schätzungen noch mal verdoppeln.
[967]
Die Marke verkörpert Überkonsum
wie kaum eine andere.
[971]
Wahnsinnig niedrige Preise.
[973]
Kleidung als Wegwerfprodukt
aus frischem Plastik,
[976]
im Akkordtempo genäht
und immer raus damit.
[980]
Dabei ist das Unternehmen so
undurchsichtig, wie es nur geht.
[983]
Es wirkt auf uns nicht so, als würde
es sich ernsthaft verbessern wollen.
[987]
Als wäre es sich irgendeiner
Verantwortung bewusst.
[991]
Grundsätzlich sollten wir uns
als Gesellschaft fragen,
[994]
ob wir Kleidung
so konsumieren sollten.
[996]
Und wir müssen eins akzeptieren:
[998]
Fair produzierte, nachhaltige
Kleidung für fünf Euro
[1002]
ist einfach utopisch.
[1004]
Doch vor allem müssen Gesetzgeber
einfach handeln.
[1007]
Denn es wäre ja absurd, wenn wir als
Konsument:innen einzeln versuchen,
[1011]
ein so systemisches Problem ...
ähm, ja, zu ... zu ändern.
[1015]
Dafür haben wir die Politik,
die Demokratie,
[1017]
und müssten eigentlich sagen:
Wozu haben wir Gesetze?
[1020]
Die könnten doch eigentlich
verhindern,
[1022]
dass das alles so intransparent
und übel ist.
[1025]
Immerhin werden einige
SHEIN-Produkte,
[1027]
die aus China nach Deutschland
geliefert werden,
[1030]
jetzt durch eine EU-Steuerreform
teurer.
[1032]
Darüberhinaus sollten wir weiter
über wirksame Transparenz
[1035]
und Lieferkettengesetze diskutieren,
[1037]
welche die Unternehmen dazu zwingen,
[1040]
Verantwortung für ihre Zulieferer
zu übernehmen.
[1043]
Einen Aspekt haben wir
noch gar nicht besprochen:
[1046]
Wie ist SHEIN überhaupt
so beliebt geworden?
[1049]
Nächste Woche geht es weiter
mit Teil zwei:
[1051]
rücksichtslose Influencer.
[1053]
Ein TikTok-Hashtag
mit Milliarden Views
[1056]
und das Zusammenspiel von Social
Media und Fast Fashion.
[1060]
Hashtag #SHEINGals. Oder so.
[1069]
Hey. Hoffentlich
hat euch das Video gefallen.
[1072]
Schreibt uns unbedingt in die
Kommentare, was ihr von SHEIN haltet.
[1075]
Und merkt es euch gern vor: Kommenden
Mittwoch, am 8.12. um 18.00 Uhr
[1079]
kommt Teil zwei.
[1080]
Das Video von Offen Un' Ehrlich zu
SHEIN findet ihr auf der Endcard.
[1084]
Bis zum nächsten Mal.
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