Shein Exposed: Der schlimmste Fashion-Konzern der Welt - YouTube

Channel: Simplicissimus

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Modetrends werden immer schnelllebiger.
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Kleidung wird immer günstiger, Sortimente wechseln rasant.
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Das nennt man:
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Und SHEIN ist die Zukunft dieses Geschäftsmodells.
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Ultra Fast Fashion - mehr, schneller, billiger.
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Das chinesische Unternehmen
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verkauft Kleidung so gut wie ausschließlich online.
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Ein Pulli für 8,50 Euro,
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ein Crop-T für sechs, ein Kleid für zwei.
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SHEIN dominiert Social Media.
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Vielleicht kennt ihr die massiven Hauls.
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Der Konzern hat Partnerschaften mit unglaublich vielen Influencern.
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Seit Mitte dieses Jahres ist SHEIN vor H&M und Zara
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das verkaufsstärkste Modelabel in den USA
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und die meist besuchte Fashionwebsite der Welt.
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Das Unternehmen wächst rasant und hat nach Schätzungen
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letztes Jahr circa 8,6 Milliarden Euro Umsatz gemacht.
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Wäre es da nicht eine Schande, wenn SHEIN gleichzeitig
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einer der undurchsichtigsten, unmoralischsten
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und perversesten Konzerne der Fashionindustrie wäre?
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Die Sperrspitze eines ausbeuterischen, dreckigen Systems.
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Eine Verkörperung des Schlimmsten, was die Globalisierung zu bieten hat.
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Heute geht es um ganz, ganz viel Plastik, falsche Zertifikate,
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um billiges Greenwashing, verlogene Kampagnen,
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Und einen Haufen gestohlener Designs.
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(Dramatische Musik)
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(Schiffshorn)
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Dieses Video ist Teil eins einer Betrachtung von SHEIN.
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In diesem Part geht es um das Unternehmen als solches.
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Nächste Woche geht es dann
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um das Zusammenspiel von Social Media und Fast Fashion
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und die Influencer, die mit SHEIN zusammenarbeiten.
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(Ernste Musik, heller Glockenton)
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Jeden Tag gehen bei SHEIN rund 7.000 bis 8.000 neue Produkte online.
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7.000 bis 8.000. Jeden Tag.
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Das ist unglaublich viel,
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Zara schafft gerade einmal knapp 200 pro Woche.
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Fashionnova so 600 bis 900.
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Natürlich müssen diese ganzen Schnitte, die ganzen Designs,
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die immer im Trend sind, ja von irgendwem entwickelt werden.
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Also hat SHEIN wohl
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das krasseste Team an Fashion- designern auf dem Planeten, oder:
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SHEIN klaut. Augenscheinlich, systematisch.
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Das Fast-Fashion-Konzerne Designs abkupfern, ist altbekannt.
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Bisher waren die Schablonen aber vor allem High-Fashion-Designer,
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Pariser Modehäuser.
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SHEIN bedient sich auch immer wieder bei unabhängigen Designern,
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bei Einzelpersonen.
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Damit hat sich der wundervolle Kanal "offen un' ehrlich" genau befasst.
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SHEIN!
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Wir haben mit Marlene aus dem Team gesprochen.
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SHEIN klaut wirklich wahnsinnig viele Designs
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und da wurde auch schon viel öffent- lich gemacht von den Designer:innen,
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die da abgerippt worden sind.
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Unter anderem gab's da Elisa, die hat ihr eigenes kleines Label,
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Elizations heißt das, sie kommt aus Schweden.
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Sie macht so Stricksachen, auch sehr individuelle.
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(off:) Und tja, eines Tages hat Eliza einen ihrer Pullis
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quasi eins zu eins kopiert auf SHEINS Website wiedergefunden.
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Und es gibt zahlreiche weitere Beispiele:
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Im Fall Letzterer hat SHEIN stolze 45 Designs kopiert.
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Diebstähle werden auch gar nicht aufgedeckt,
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aber ich allein weiß jetzt ungefähr von 20, 30, 40 Fällen,
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also es kommt wirklich sehr, sehr oft vor.
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Also Fälle, die einfach viral gegangen sind.
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(off:) Der Konzern scheint ein eigenes In-House-Team
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für diesen geilen Job zu haben.
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Zumindest legt der Fall von Maison Cléo, sorry für die Aussprache,
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das nahe.
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Im Herbst letzten Jahres wollte SHEIN
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mit dem französischen Minilabel zusammenarbeiten.
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Man hatte die Marke und ihre Designs also auf dem Schirm.
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Als die Coop nichts wurde ... Ihr könnt es euch denken.
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Diese Designer haben häufig keine realistische Chance
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auf Entschädigung.
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Wie verklagt man als Einzelperson ohne große finanzielle Mittel
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schon einen chinesischen Megakonzern?
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Urheberrecht in der Fashionindustrie ist allgemein eine riesige Shitshow,
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dazu findet ihr mehr in der Beschreibung.
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"Offen un' ehrlich" hat mit einer anonymen Designerin gesprochen,
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die aber gerade einen Prozess gegen SHEIN führt.
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Sie hätte auch eine Wiedergutmachung von SHEIN bekommen.
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SHEIN hat aufgezählt,
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so und so viel Stück haben wir von deiner Klamotte verkauft,
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dieses Geld könntest du haben.
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Sie meinte halt, okay, ihr könnt mir jetzt ja alles erzählen.
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Ihr sagt, mein Teil wurde 20 Mal verkauft,
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woher weiß ich, dass es nicht 20.000 Mal waren, so ungefähr.
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So weit ich weiß, geht dieser Rechtsstreit gerade noch.
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(off:) Aber auch in diesem Fall ist es wohl so,
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dass die Designerin erst mit einem Anwalt an SHEIN herangetreten ist,
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da kam gar nichts, als sie das öffentlich gemacht hat,
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hat der Konzern überhaupt reagiert.
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Viele der beklauten Designer sind Teil einer Community,
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die sich ganz explizit gegen Fast Fashion einsetzt
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und sich für eine andere Art von Kleidung stark macht.
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Handgemacht, nachhaltig, im kleinen Rahmen hergestellt,
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in hoher Qualität, sodass man lange was davon hat.
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SHEIN bedient sich aber nicht als einziger Konzern
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bei dieser Community.
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Es gibt zahllose billige Dropshipping-Seiten
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und andere chinesische Produzenten,
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die die kleinen Designer ebenfalls beklauen.
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Das ist Rebecca.
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Unter dem Namen Snake Divine verkauft sie handgemachte Klamotten
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und studiert nebenbei Kunst.
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Was ich grade trage, ist ein Mantel, den ich gemacht hab.
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Ich hab alles selber gemacht, das Schnittmuster,
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dann hab ich das komplett selber bedruckt.
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Wie man sieht, ist er voll bedruckt vorne und hinten.
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Da ist auch ein Anhänger dran,
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da steht ganz klein drauf "Snake Divine".
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Ich mag gerne viele kleine Details,
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damit man merkt, da wurde sich viel Mühe gegeben.
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Auch Rebeccas Designs werden immer wieder gestohlen,
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zum Beispiel von der Ultra-Fast-Fashion-Brand Emmiol.
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Inklusive ihrer eigenen Fotos mit den Produkten.
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Andere Designs von sich findet sie immer wieder billig kopiert
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für wenige Euro erhältlich auf AliExpress.
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Das ist eine Plattform ähnlich zu Ebay,
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auf der unter anderem zahllose chinesische Unternehmen
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ihre Produkte zu niedrigsten Preisen anbieten.
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100 Prozent der Leute, mit denen ich auf Instagram interagiere,
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die ähnliche Labels haben wie ich,
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also ähnliche Kleidung machen mit dem gleichen Mindset,
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100 Prozent der Leute sind auch bei AliExpress,
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äh, da sind Duplikate anzufinden, also ... ja.
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Es gibt also augenscheinlich ein ganzes Ökosystem
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an chinesischen Bekleidungsherstellern,
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die die Kreativität von Rebeccas Community ausbeuten
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und den eigentlichen Sinn und Zweck - nachhaltigere Slow Fashion -
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mit ihren billigen Dumpingkopien komplett untergraben.
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SHEIN bleibt der absolute Vorreiter in dieser Hinsicht.
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Der Konzern baut sein unfassbares Releasetempo
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zumindest teilweise auf der Ausbeutung der Kreativität
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und harten Arbeit von solchen passionierten Einzelpersonen auf.
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Im Sommer hat das Unternehmen dann völlig schamlos
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eine Designcontest-Realityshow herausgebracht,
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bei der junge Designer
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in einem Wettbewerb 100.000 Dollar gewinnen können,
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plus eine Kollektion gemeinsam mit SHEIN.
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Das alles sei dann auch noch für den guten Zweck.
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Nichts davon macht den wiederholten Klau von Designs wett
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und eine 100.000 Dollar-Zahlung an einen Gewinner
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entschädigt keins der anderen Opfer.
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Dazu passend gibt es das neue SHEIN-X-Programm.
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(englisch:)
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Man kann kaum glauben, dass das keine Satire ist.
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Man sucht, wie jedes Modeunternehmen der Welt, nach fähigen Designern
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und tut so, als würde man ihnen eine krasse Chance bieten.
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Und auch hier: Ein Programm für junge Talente
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macht den Diebstahl zahlloser Designs nicht wett.
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(englisch:)
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Doch all das ist leider nur der Anfang.
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Was glaubt ihr, wie kann SHEINs Kleidung eigentlich so günstig sein?
[513]
(Ernste Musik, heller Glockenton)
[516]
Die Lieferkette von SHEIN ist absolut undurchsichtig.
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Man weiß nicht, woher die Baumwolle stammt,
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man kann nur Schlimmes erahnen.
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Lange war lediglich klar,
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dass die Kleidung häufig von vielen kleinen Nähereien
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in der Stadt Guangzhou in China produziert wird.
[531]
SHEIN hat auf der eigenen Website lange behauptet,
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man wäre mit dem Standard SA 8000 zertifiziert.
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Der bezieht sich auf Kinderarbeit, Zwangsarbeit
[539]
und allgemeine Arbeitsbedingungen.
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Leider war die entsprechende Organisation,
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die diesen Standard vergibt, überhaupt nicht mit SHEIN in Kontakt.
[548]
Mist aber auch.
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Nun ist einem Team der Clean Clothes Campaign ein Durchbruch gelungen.
[554]
Die gemeinnützige Organisation konnte einige der Nähereien,
[557]
die für SHEIN produzieren, lokalisieren
[559]
und mit Mitarbeitern sprechen.
[561]
David Hachfeld hat es für uns zusammengefasst.
[564]
Die Arbeitszeiten, auf die wir gestoßen sind,
[567]
die sind wirklich für europäische Verhältnisse schier unglaublich.
[570]
Im Grunde arbeiten die Menschen, mit denen wir sprechen konnten,
[574]
ungefähr elf bis zwölf Stunden am Tag, so in drei Blöcken.
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Morgens, nachmittags und dann noch eine Abendschicht,
[583]
die um zehn oder elf endet.
[585]
Das sieben Tage die Woche mit einem Tag frei im Monat.
[589]
Das ist eigentlich illegal in China.
[591]
Die Arbeiter nehmen dieses Pensum freiwillig auf sich.
[594]
Sie kommen aus ärmeren Regionen Chinas
[596]
und wollen in Guangzhou so viel wie möglich verdienen.
[600]
Das hat aber auch vor allem damit was zu tun,
[602]
dass die Stückkosten, die sie bekommen,
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also zum Nähen von einem einzelnen Kleid, so gering sind,
[608]
dass sie einfach nicht ausreichend verdienen im normalen Job.
[611]
So ist die wahnsinnig geringe Bezahlung pro Produkt
[615]
zwar ein Grund, warum SHEIN so billig sein kann,
[618]
es treibt ärmste Menschen aber auch dazu,
[620]
sich kaputt zu arbeiten.
[622]
Die Näher und Näherinnen haben auch keine formellen Arbeitsverträge.
[626]
All das ist leider gang und gäbe in der chinesischen Textilindustrie,
[630]
aber ebenfalls illegal.
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In einem der größeren Betriebe gibt es keinerlei Brandschutz,
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keine Notausgänge - das ist wahnsinnig gefährlich.
[639]
Auch in SHEINs gewaltigem Hauptwarenlager in Foshan
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werden Menschen ausgebeutet.
[644]
Dort geben Mitarbeiter an,
[646]
teils zwölf bis 14 Stunden am Tag zu arbeiten,
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bis zu 28 Tage im Monat.
[652]
Das ist natürlich eigentlich ebenso illegal.
[656]
Alles, um die Kosten für das Drei-Euro-Kleid weiter zu drücken.
[660]
Aber voll seltsam - eigentlich hat SHEIN
[662]
doch einen krassen Verhaltenskodex für Zulieferer.
[665]
Punkt acht besteht explizit auf faire, legale Arbeitszeiten.
[671]
Hä?
[672]
Na ja. Generell tut SHEIN gerne so,
[674]
als ob der Konzern für irgendetwas einstehen würde.
[677]
Und macht dann das genaue Gegenteil.
[681]
(Ernste Musik, heller Glockenton)
[685]
Eine kurze Exkursion.
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Fashion ist eine der schmutzigsten Industrien der Welt.
[690]
Insgesamt ist sie nach einigen Schätzungen
[692]
für über acht Prozent der globalen Treibhausgasemission verantwortlich.
[696]
Kleidung aus Polyester, also Plastik, ist häufig günstiger herzustellen
[701]
als klassische Baumwolle.
[702]
Leider benötigt man dafür Erdöl.
[704]
Die Produkte halten teils auch nicht sehr lange
[707]
und bluten in der Wäsche und sogar beim Tragen ordentlich Mikroplastik.
[711]
Heißt, wenn du im schlecht produ- zierten Polyester-T-Shirt rumläufst,
[715]
lösen sich am laufenden Band winzige Mikroplastikfasern,
[719]
und der Großteil dieser Partikel landet erst in Flüssen, dann im Meer
[723]
und dann in den Mägen von Fischen, ja, ihr wisst, wo die Reise hingeht.
[727]
Insbesondere Fast Fashion und Ultra Fast Fashion wie SHEIN
[732]
verleiten Menschen zu Überkonsum.
[735]
Deutsche legen sich im Schnitt jeden Monat fünf neue Kleidungsstücke zu.
[739]
Weltweit wird mehr als doppelt so viel Kleidung gekauft
[742]
wie noch vor 20 Jahren.
[743]
Wir kaufen immer, immer mehr und schmeißen immer mehr weg.
[747]
Fast 60 Prozent aller global produzierten Kleidung
[750]
landet innerhalb eines Jahres in einer Verbrennungsanlage
[753]
oder auf einer Müllhalde.
[755]
Meist irgendwo im Süden der Welt.
[757]
Über die Hälfte aller Kleidung wird literally produziert,
[760]
um weggeschmissen zu werden.
[762]
Aber warte. Man kann Kleidung doch spenden.
[765]
Na ja. Circa 80 Prozent der global gespendeten Klamotten
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werden am Ende trotzdem angezündet oder auf einen Haufen geworfen.
[774]
Das alles ist ein riesiges Problem.
[776]
Es wird immer schlimmer, wir er- trinken in billigen Scheißklamotten.
[780]
Ultra Fast Fashion frisst unseren Planeten auf.
[783]
Die gesamte Industrie muss dringend nachhaltiger werden.
[786]
Aber wir driften ab.
[789]
Zurück zu SHEIN.
[790]
SHEIN hat eine ganz tolle Corporate Social Responsibility Page.
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Eine Seite über die eigene soziale Verantwortung als Unternehmen.
[798]
SHEIN produziert am laufenden Band massenweise allerbilligste Kleidung.
[803]
Der Großteil ist aus günstigem Polyester.
[806]
Also Plastik.
[807]
Angeblich gibt der Konzern aber stets sein Bestes,
[810]
möglichst viel recyceltes Polyester zu verwenden.
[814]
Hm. Quizfrage: Wieviele Produkte sind auf der deutschen SHEIN-Seite
[819]
aus recyceltem Polyester?
[821]
1.378.
[824]
Wow! Das sind ja gar nicht so wenige.
[827]
Oder?
[828]
Wieviele sind denn normales, schön frisch produziertes Polyester?
[832]
740.922.
[836]
Das heißt, dass stolze 0,18 Prozent aller SHEIN-Produkte
[840]
im deutschen Shop aus recyceltem Material bestehen.
[848]
Und bei Baumwolle?
[849]
181 Produkte sind angeblich aus Bio-Baumwolle.
[853]
Also Baumwolle, bei deren Herstellung keine Pestizide verwendet wurden.
[858]
Ein entsprechendes Zertifikat konnten wir nirgends entdecken.
[861]
Ist auch fast egal, bei 280.263 Produkten aus Nicht-Bio-Baumwolle.
[867]
Das macht einen Anteil von knapp 0,07 Prozent.
[874]
Puh, zum Glück beschränkt SHEIN Meetings innerhalb der Firma
[877]
aber auf ein Minimum, um Papier und Elektrizität zu sparen.
[881]
Und der Konzern nutzt auch solarbetriebene Fahrzeuge
[884]
für den Transport.
[886]
Wobei - wahrscheinlich innerhalb der Logistik-Zentren oder so,
[890]
und nicht, wenn die Pakete ihren langen, weiten Weg
[893]
nach Europa oder in die USA antreten.
[896]
Ob die Logistik wirklich "freundlicher zur Umwelt" ist?
[900]
Hm. Machen wir es kurz:
[902]
SHEIN ist überhaupt und absolut nicht nachhaltig.
[906]
Und die Klamotten sind die pure Umweltsünde.
[909]
Mit null sichtbarer Anstrengung seitens des Konzerns,
[912]
irgendwas daran zu ändern.
[914]
Die corporate social responsibility page
[917]
ist so unmotiviertes Purpose- und Greenwashing,
[920]
dass man sich fragen muss, ob da nicht ein Praktikant am Werk war.
[925]
Wir haben SHEIN zu den vielen Kritikpunkten in den Video
[928]
um Stellungnahme gebeten.
[930]
Aus den Erfahrungen einiger Journalisten wussten wir bereits,
[933]
dass der Konzern selten auf solche Anfragen antwortet.
[936]
Deshalb haben wir es über verschiedene Wege versucht.
[939]
Wir haben bisher keine Antwort erhalten oder wurden abgewiesen.
[944]
Wir wollen hier niemanden an den Pranger stellen,
[947]
der mal bei SHEIN eingekauft hat.
[949]
Es geht um den Konzern und die bestehenden Strukturen.
[952]
Das alles heißt nicht, dass andere Fast Fashion-
[954]
oder Ultra Fast Fashion-Konzerne substanziell besser sind.
[958]
Aber SHEIN ist riesig.
[960]
Bald vielleicht das größte Modeunternehmen der Welt.
[963]
Dieses Jahr könnte sich der Umsatz nach Schätzungen noch mal verdoppeln.
[967]
Die Marke verkörpert Überkonsum wie kaum eine andere.
[971]
Wahnsinnig niedrige Preise.
[973]
Kleidung als Wegwerfprodukt aus frischem Plastik,
[976]
im Akkordtempo genäht und immer raus damit.
[980]
Dabei ist das Unternehmen so undurchsichtig, wie es nur geht.
[983]
Es wirkt auf uns nicht so, als würde es sich ernsthaft verbessern wollen.
[987]
Als wäre es sich irgendeiner Verantwortung bewusst.
[991]
Grundsätzlich sollten wir uns als Gesellschaft fragen,
[994]
ob wir Kleidung so konsumieren sollten.
[996]
Und wir müssen eins akzeptieren:
[998]
Fair produzierte, nachhaltige Kleidung für fünf Euro
[1002]
ist einfach utopisch.
[1004]
Doch vor allem müssen Gesetzgeber einfach handeln.
[1007]
Denn es wäre ja absurd, wenn wir als Konsument:innen einzeln versuchen,
[1011]
ein so systemisches Problem ... ähm, ja, zu ... zu ändern.
[1015]
Dafür haben wir die Politik, die Demokratie,
[1017]
und müssten eigentlich sagen: Wozu haben wir Gesetze?
[1020]
Die könnten doch eigentlich verhindern,
[1022]
dass das alles so intransparent und übel ist.
[1025]
Immerhin werden einige SHEIN-Produkte,
[1027]
die aus China nach Deutschland geliefert werden,
[1030]
jetzt durch eine EU-Steuerreform teurer.
[1032]
Darüberhinaus sollten wir weiter über wirksame Transparenz
[1035]
und Lieferkettengesetze diskutieren,
[1037]
welche die Unternehmen dazu zwingen,
[1040]
Verantwortung für ihre Zulieferer zu übernehmen.
[1043]
Einen Aspekt haben wir noch gar nicht besprochen:
[1046]
Wie ist SHEIN überhaupt so beliebt geworden?
[1049]
Nächste Woche geht es weiter mit Teil zwei:
[1051]
rücksichtslose Influencer.
[1053]
Ein TikTok-Hashtag mit Milliarden Views
[1056]
und das Zusammenspiel von Social Media und Fast Fashion.
[1060]
Hashtag #SHEINGals. Oder so.
[1069]
Hey. Hoffentlich hat euch das Video gefallen.
[1072]
Schreibt uns unbedingt in die Kommentare, was ihr von SHEIN haltet.
[1075]
Und merkt es euch gern vor: Kommenden Mittwoch, am 8.12. um 18.00 Uhr
[1079]
kommt Teil zwei.
[1080]
Das Video von Offen Un' Ehrlich zu SHEIN findet ihr auf der Endcard.
[1084]
Bis zum nächsten Mal.