Which country does the most good for the world? | Simon Anholt - YouTube

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Übersetzung: Angelika Lueckert Leon Lektorat: Judith Matz
[12]
Ich habe neuerdings viel über die Welt nachgedacht
[16]
und wie sie sich über die letzten 20, 30, 40 Jahre geändert hat.
[19]
Wenn sich vor 20 oder 30 Jahren
[22]
ein Huhn erkältet hätte, niesen musste und starb,
[24]
in einem abgelegen Dorf in Ostasien,
[26]
wäre es eine Tragödie für das Huhn
[29]
und seine engsten Verwandten,
[30]
aber wir hätten sehr wahrscheinlich nicht
[32]
eine weltweite Epidemie
[35]
und Millionen von Toten befürchtet.
[37]
Wenn eine Bank in Nordamerika vor 20 oder 30 Jahren
[39]
zu viel Geld an einige Leute verlieh,
[41]
die es nicht zurückzahlen konnten,
[43]
und die Bank pleite ging,
[45]
war das schlecht für den Geldgeber und den Schuldner,
[48]
aber wir dachten nicht,
[50]
dass es das globale Wirtschaftssystem
[52]
ein Jahrzehnt lang in die Knie zwingen würde.
[55]
Das ist Globalisierung.
[56]
Das ist das Wunder, das uns befähigt hat,
[59]
unseren Körper und unseren Geist
[62]
und unsere Wörter, Bilder und Ideen,
[64]
unsere Lehre und unser Lernen immer schneller und billiger
[67]
um die ganze Welt zu senden.
[70]
Sie brachte viel Schlechtes,
[72]
wie das gerade beschriebene Zeug,
[74]
aber sie brachte auch viel Gutes mit sich.
[76]
Viele von uns sind sich nicht
[78]
des unglaublichen Erfolgs der Millennium-Entwicklungsziele bewusst,
[82]
von denen einige ihre Ziele lange vor dem Fälligkeitsdatum erreicht haben.
[85]
Das beweist, dass diese menschliche Spezies
[88]
zu außerordentlichem Fortschritt imstande ist,
[91]
wenn sie zusammenarbeitet und sich wirklich bemüht.
[96]
Aber müsste ich es auf den Punkt bringen,
[98]
ist mein Gefühl, dass die Globalisierung
[101]
uns völlig überrascht hat,
[103]
und wir nur langsam darauf reagieren.
[105]
Sieht man die Kehrseite der Globalisierung,
[108]
erscheint sie wirklich manchmal überwältigend.
[111]
Alle aktuellen, großen Herausforderungen,
[113]
wie der Klimawandel und Menschenrechte,
[116]
Demographie, Terrorismus und Pandemien,
[120]
Drogenhandel und Sklaverei,
[123]
und Artenverlust, ich könnte noch fortfahren --
[126]
wir machen keinen großen Fortschritt
[128]
bei den meisten dieser Herausforderungen.
[130]
Kurz gesagt ist das die Herausforderung,
[132]
vor der wir heute alle an diesem interessanten Punkt der Geschichte stehen.
[136]
Das müssen wir ganz klar als nächstes tun.
[138]
Wir müssen gemeinsam handeln
[141]
und herausfinden, wie wir Lösungen
[143]
besser globalisieren,
[145]
um nicht nur eine Spezies zu werden,
[147]
die ein Opfer globalisierter Probleme ist.
[152]
Warum erreichen wir diese Fortschritte so langsam?
[156]
Was ist der Grund dafür?
[158]
Es gibt natürlich eine Reihe von Gründen,
[160]
aber der Hauptgrund ist wahrscheinlich,
[162]
dass wir als Spezies immer noch
[166]
genau so organisiert sind
[167]
wie vor 200 oder 300 Jahren.
[170]
Es gibt noch eine Supermacht auf der Erde
[172]
und das sind die 7 Milliarden Menschen,
[174]
genau die 7 Milliarden, die alle Probleme bewirken,
[176]
übrigens die 7 Milliarden,
[178]
die sie alle lösen werden.
[180]
Aber wie sind diese 7 Milliarden organisiert?
[182]
Sie sind immer noch in etwa 200 Nationalstaaten organisiert
[186]
und die Nationen haben Regierungen,
[188]
die Vorschriften erlassen
[190]
und die uns zu einem bestimmten Verhalten zu verleiten.
[193]
Das ist ein ziemlich effektives System,
[195]
aber das Problem ist, dass die Art, wie diese Gesetze gemacht werden
[198]
und die Art, wie diese Regierungen denken,
[201]
absolut falsch sind für die Lösung globaler Probleme,
[203]
denn alles schaut nach innen.
[206]
Die Politiker, die wir wählen,
[207]
und die Politiker, die wir nicht wählen,
[210]
denken mikroskopisch.
[211]
Ihre Denkweise betrachtet nicht das große Ganze.
[214]
Sie schauen nach innen. Sie geben vor, sie verhalten sich,
[217]
als glaubten sie, jedes Land wäre eine Insel,
[222]
die vergnügt unabhängig
[224]
von allen anderen existiert,
[225]
auf ihrem eigenen kleinen Planeten,
[227]
im eigenen kleinen Sonnensystem.
[229]
Das ist das Problem:
[231]
Länder konkurrieren miteinander,
[233]
Länder kämpfen gegeneinander.
[235]
Jede Woche, die man sich ansieht,
[236]
sieht man Menschen, die versuchen, sich zu töten, von Land zu Land,
[240]
aber auch wenn das nicht passiert,
[242]
gibt es Konkurrenz zwischen Ländern,
[244]
jedes versucht, das nächste zu übervorteilen.
[246]
Das ist eindeutig kein gutes Arrangement.
[248]
Wir müssen das auf jeden Fall ändern.
[250]
Wir müssen eindeutig Wege finden,
[252]
Länder zu ermutigen,
[254]
ein bisschen besser zusammenzuarbeiten.
[257]
Und warum tun sie das nicht?
[259]
Warum beharren unsere Oberhäupter noch darauf, nach innen zu schauen?
[263]
Erste und offensichtlichster Grund:
[265]
weil wir sie darum bitten.
[267]
Wir tragen ihnen das auf.
[268]
Wenn wir Regierungen wählen
[270]
oder wenn wir nicht-gewählte Regierungen tolerieren,
[272]
sagen wir ihnen quasi, dass wir wollen,
[275]
dass sie in unserem Land
[277]
für eine Reihe von Dingen sorgen.
[279]
Sie sollen für Wohlstand sorgen,
[282]
für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Transparenz, Gerechtigkeit
[287]
und all diese Dinge.
[288]
Solange wir unsere Regierungen also nicht bitten,
[291]
etwas weiter zu denken,
[293]
um existentielle globale Probleme zu beachten,
[295]
solange wir diese nicht bedenken,
[297]
können wir ihnen kaum Vorwürfe machen,
[300]
wenn sie weiterhin nach innen blicken,
[302]
wenn ihr Geist weiterhin hineinzoomt,
[304]
statt eines Verstandes, der hinauszoomt.
[306]
Das ist der erste Grund, warum Dinge sich nicht ändern.
[309]
Der zweite Grund, ist, dass diese Regierungen,
[312]
genau wie der Rest von uns,
[314]
kulturelle Psychopathen sind.
[317]
Ich möchte nicht grob sein,
[318]
aber man weiß, was das ist.
[320]
Ein Psychopath ist eine Person,
[321]
die unglücklicherweise nicht in der Lage ist,
[324]
mit anderen Menschen wirklich mitzufühlen.
[327]
Wenn sie sich umschauen,
[328]
sehen sie keinen anderen Menschen,
[329]
mit tiefen, reichen, dreidimensionalen Privatleben,
[333]
Zielen und Ambitionen.
[334]
Sondern sie sehen Pappfiguren,
[337]
und das ist sehr traurig und sehr einsam,
[339]
und es ist, zum Glück, sehr selten.
[342]
Aber sind nicht die meisten von uns
[345]
nicht wirklich gut darin, sich einzufühlen?
[347]
Wir sind gut in Empathie,
[349]
wenn es sich um Menschen handelt,
[350]
die etwa so aussehen wie wir
[352]
und die etwa so wie wir gehen, reden, essen, beten
[354]
und sich wie wir kleiden,
[356]
aber geht's um Menschen, die das nicht tun,
[358]
die sich nicht kleiden wie wir
[359]
und nicht wie wir beten,
[361]
und nicht wie wir sprechen,
[364]
tendieren wir dann nicht etwas dazu,
[366]
sie auch als Pappfiguren zu sehen?
[369]
Diese Frage müssen wir uns stellen.
[371]
Wir müssen das ständig überwachen.
[373]
Sind wir und unsere Politiker zu einem gewissen Grad
[376]
kulturelle Psychopathen?
[379]
Der dritte Grund ist nebensächlich,
[380]
weil er so dämlich ist,
[382]
aber Regierungen sind überzeugt,
[384]
dass die innenpolitische Agenda
[385]
und die internationale Agenda
[387]
unvereinbar sind und immer sein werden.
[389]
Das ist einfach Unsinn.
[391]
Mein Job ist Politikberatung.
[393]
Ich habe etwa die letzten 15 Jahre damit verbracht
[395]
Regierungen weltweit zu beraten,
[397]
und in all dieser Zeit habe ich nicht einmal
[400]
ein innenpolitisches Thema gesehen,
[402]
das nicht viel schöpferischer,
[405]
effektiver und schneller gelöst werden könnte,
[408]
wenn man es als internationales Problem behandelte,
[410]
im internationalen Kontext,
[412]
im Vergleich mit anderen,
[414]
indem man andere hinzuzieht, nach außen arbeitet,
[417]
anstatt nach innen zu arbeiten.
[420]
Angesichts all dessen könnte man also sagen,
[423]
warum funktioniert das nicht?
[425]
Warum können wir unsere Politiker nicht ändern?
[427]
Warum können wir ihnen nicht befehlen?
[430]
Ich verbringe viel Zeit damit, mich darüber zu beklagen,
[433]
wie schwer es ist, Menschen zu ändern,
[435]
und wir sollten uns nicht so aufregen.
[437]
Wir sollten akzeptieren,
[438]
dass wir eine von Natur aus konservative Spezies sind.
[441]
Wir mögen keine Veränderungen.
[443]
Das hat sehr vernünftige, evolutionäre Gründe.
[446]
Wir wären wahrscheinlich heute nicht mehr hier,
[449]
sträubten wir uns nicht so gegen Änderungen.
[451]
Es ist ganz einfach: Vor tausenden von Jahren
[453]
bemerkten wir, dass wir nicht sterben,
[455]
wenn wir dieselben Dinge weiter machen,
[458]
denn die Dinge, die wir getan hatten,
[459]
hatten uns nicht getötet,
[461]
daher wären wir sicher,
[463]
so lange wir die Dinge weiter taten.
[465]
Es ist klug, nichts Neues zu tun,
[466]
denn es könnte einen umbringen.
[469]
Aber natürlich gibt es Ausnahmen.
[471]
Ansonsten würden wir nie weiterkommen.
[473]
Eine interessante Ausnahme ist,
[475]
wenn man Menschen zeigen kann,
[477]
dass ein Eigennutz darin liegen kann,
[479]
diesen Vertrauensvorschuss zu geben
[481]
und ein bisschen zu ändern.
[483]
Daher habe ich die letzten 10 bis 15 Jahre damit verbracht,
[486]
herauszufinden, was dieser Eigennutz sein könnte,
[489]
der nicht nur Politiker ermutigte,
[491]
sondern auch Firmen und die allgemeine Bevölkerung,
[493]
alle von uns, unser Denken mehr nach außen zu richten,
[496]
um in größeren Zusammenhängen zu denken,
[499]
nicht immer nach innen schauend, sondern manchmal nach außen.
[502]
Und da entdeckte ich
[504]
etwas sehr Wichtiges.
[507]
2005 begann ich eine Studie
[510]
namens "Nation Brands Index".
[513]
Es ist eine großangelegte Studie, die einen Großteil
[515]
der Weltbevölkerung befragt,
[517]
eine Auswahl, die 70 Prozent
[520]
der Weltbevölkerung repräsentiert,
[523]
und ich begann einige Fragen darüber zu stellen,
[525]
wie wir andere Länder wahrnehmen.
[528]
Und der Nation Brands Index
[530]
wurde über die Jahre zu einer sehr großen Datenbank.
[532]
Circa 200 Milliarden Datenpunkte verfolgen,
[535]
was normale Menschen über andere Länder denken
[537]
und warum.
[539]
Warum machte ich das? Weil die Regierungen, die ich berate,
[542]
wirklich wissen wollen,
[543]
wie sie eingeschätzt werden.
[545]
Sie wussten, teils,
[546]
weil ich sie zu dieser Erkenntnis ermutigte,
[548]
dass Länder extrem
[550]
von ihrem Ruf abhängen,
[551]
um in der Welt zu überleben und zu wachsen.
[554]
Wenn ein Land ein starkes, positives Image hat,
[557]
wie Deutschland, Schweden oder die Schweiz,
[559]
ist alles einfach und günstig.
[561]
Man bekommt mehr Touristen, mehr Investoren.
[563]
Man verkauft seine Produkte teurer.
[565]
Für ein Land andererseits mit einem schwachen oder negativen Image
[569]
ist alles schwierig und teuer.
[572]
Daher sorgen sich Regierungen sehr
[574]
um das Image ihres Landes,
[575]
denn es hat einen direkten Einfluss darauf,
[577]
wie viel Geld sie machen können,
[579]
und das haben sie ihrer Bevölkerung schließlich auch versprochen.
[583]
Vor einigen Jahren dachte ich daran,
[585]
mir eine Auszeit zu nehmen,
[587]
zu der riesigen Datenbank zu sprechen und sie zu fragen,
[590]
warum einige Menschen
[592]
ein Land einem anderen bevorzugen.
[594]
Die Antwort dieser Datenbank
[595]
überraschte mich völlig.
[597]
Es war 6,8.
[599]
Ich habe keine Zeit, das näher zu erklären.
[601]
Im Grunde sagte mir das --
[604]
(Gelächter) (Applaus) --
[608]
Länder, die wir bevorzugen, sind gute Länder.
[612]
Wir bewundern Länder nicht, weil sie reich sind,
[615]
weil sie mächtig sind, weil sie erfolgreich sind,
[617]
weil sie modern sind, weil sie technisch fortgeschritten sind.
[620]
Wir bewundern Länder primär, weil sie gut sind.
[623]
Was meinen wir mit gut?
[625]
Länder, die etwas beitragen
[626]
zu der Welt, in der wir leben,
[629]
Länder, die die Welt wirklich sicherer machen
[631]
oder besser, reicher oder fairer.
[634]
Solche Länder mögen wir.
[635]
Diese Entdeckung ist von erheblicher Bedeutung --
[638]
Klar, worauf ich abziele --
[639]
denn das ist die Quadratur des Kreises.
[641]
Ich kann jetzt zu jeder Regierung sagen,
[644]
um Erfolg zu haben, muss man Gutes tun.
[647]
Um mehr Produkte zu verkaufen,
[648]
um mehr Investitionen zu kriegen,
[650]
um konkurrenzfähiger zu werden,
[653]
muss man sich benehmen,
[655]
denn dafür wird man respektiert
[656]
und als Geschäftspartner akzeptiert.
[658]
Je mehr man also zusammenarbeitet,
[661]
desto konkurrenzfähiger wird man.
[664]
Das ist eine wichtige Entdeckung,
[666]
als ich das entdeckte,
[667]
spürte ich, dass sich noch ein Index anbahnte.
[669]
Je älter ich werde,
[671]
desto simpler werden meine Ideen und immer kindischer.
[673]
Diese nennt sich "Good Country Index",
[677]
und der hält genau, was er verspricht.
[681]
Er misst, oder versucht es zumindest,
[683]
wie viel jedes Land auf der Welt beiträgt,
[686]
nicht für die eigene Bevölkerung, sondern für die übrige Menschheit.
[689]
Kurioserweise dachte bisher keiner daran, das zu messen.
[692]
Mein Kollege Dr. Robert Covers und ich haben
[694]
den Großteil der letzten zwei Jahre,
[696]
mit Hilfe vieler sehr ernsthafter und kluger Menschen, damit verbracht,
[700]
alle verlässlichen Daten in der Welt zusammenzupacken,
[702]
die besagten, was die Länder zur Welt beitragen.
[707]
Und jetzt wollen Sie hören, welches ganz oben steht.
[709]
Und ich sage es Ihnen,
[710]
aber zuerst will ich Ihnen sagen,
[712]
was es genau bedeutet,
[715]
wenn ich von einem guten Land spreche.
[717]
Ich meine nicht moralisch gut.
[719]
Wenn ich sage, dass das Land X
[721]
das wohlgesinnteste Land der Welt ist,
[723]
das "guteste", nicht das beste.
[725]
"Bestes" ist etwas anderes.
[726]
Bei einem gutem Land
[727]
spricht man von gut, guter oder am gutesten.
[729]
Es ist nicht dasselbe wie gut, besser und am besten.
[733]
Das ist ein Land, das der Menschheit
[735]
einfach mehr gibt, als jedes andere Land.
[738]
Es geht nicht um das Verhalten zu Hause,
[739]
denn das wird woanders gemessen.
[742]
Und der Sieger ist
[744]
Irland.
[746]
(Beifall)
[751]
Den Daten hier zufolge
[753]
trägt kein Land, je Einwohner, pro Dollar des BIP,
[756]
mehr zur Welt in der wir leben bei als Irland.
[761]
Was bedeutet das?
[762]
D.h. wenn wir nachts schlafen gehen,
[764]
sollten alle in den letzten 15 Sekunden
[767]
bevor wir einnicken denken:
[769]
"Verdammt, bin ich froh, dass es Irland gibt."
[771]
(Gelächter)
[774]
Und dann -- (Beifall) --
[781]
Tief in einer sehr schweren wirtschaftlichen Rezession
[784]
ist es eine wirklich wichtige Lektion,
[786]
internationale Verpflichtungen zu bedenken,
[788]
während man seine Wirtschaft neu aufbaut,
[790]
das ist doch mal was.
[791]
Finnland liegt etwa gleich.
[793]
Es liegt nur unter Irland,
[794]
weil sein niedrigster Wert unter Irlands niedrigstem liegt.
[797]
In den Top 10 bemerken Sie auch,
[799]
dass alle, außer Neuseeland,
[802]
westeuropäische Nationen sind.
[804]
Sie sind auch reich.
[805]
Das hat mich deprimiert,
[807]
denn ich wollte mit dem Index nicht herausfinden,
[810]
dass es alleine die Aufgabe reicher Länder ist,
[812]
armen Ländern zu helfen.
[814]
Darum geht es eben nicht.
[816]
Schaut man sich die Liste weiter an --
[817]
ich habe die Folie nicht hier -- sieht man etwas,
[820]
das mich wirklich sehr glücklich machte,
[822]
Kenia ist nämlich unter den Top 30,
[824]
und das zeigt einen sehr wichtigen Punkt:
[827]
Es geht nicht ums Geld.
[829]
Es geht um Einstellung.
[831]
Es geht um Kultur.
[832]
Es geht um eine Regierung und Menschen,
[835]
die sich für die übrige Welt kümmern
[837]
und die Fantasie und den Mut haben,
[839]
nach außen gerichtet und nicht nur selbstsüchtig zu denken.
[842]
Ich werde diese Folien überfliegen,
[844]
damit Sie ein paar andere Platzierungen sehen.
[847]
Deutschland steht auf Platz 13, USA auf Platz 21,
[850]
Mexiko auf Platz 66,
[852]
und dann gibt es große Entwicklungsländer,
[854]
wie Russland auf dem 95. und China auf dem 107. Platz.
[857]
Länder wie China, Russland und Indien,
[860]
das im gleichen Teil des Index steht,
[862]
was in gewisser Weise nicht überrascht.
[865]
In den letzten Jahrzehnten wurde
[866]
viel Zeit mit dem Aufbau ihrer Wirtschaft,
[869]
ihrer Gesellschaft und ihrer Politik verbracht,
[871]
aber es bleibt nur zu hoffen,
[873]
dass ihre 2. Wachstumsphase
[874]
mehr nach außen orientiert ist,
[876]
als die erste Phase es bisher war.
[879]
Dann kann man jedes Land aufschlüsseln
[881]
hinsichtlich des Datensatzes, aus dem es besteht.
[884]
Von heute um Mitternacht ist es auf goodcountry.org.
[888]
Sie können sich Länder bis zur Ebene einzelner Datensätze ansehen.
[893]
Das ist also der "Good Country Index".
[895]
Wofür ist er da?
[896]
Es gibt ihn, weil ich versuchen möchte,
[899]
dieses Wort einzuführen,
[901]
oder es -- wieder -- in den Diskurs einzuführen.
[905]
Ich habe genug von wettbewerbsfähigen Ländern.
[908]
Ich habe die Nase voll von
[909]
florierenden, reichen, wachsstumsstarken Ländern.
[913]
Ich habe das Gerede von glücklichen Ländern satt,
[916]
denn am Ende ist das immer noch egoistisch.
[918]
Es geht immer noch um uns,
[920]
und wenn wir weiter an uns denken,
[922]
stecken wir in großen Schwierigkeiten.
[924]
Ich denken, wir wissen alle,
[926]
wovon wir hören wollen.
[927]
Wir wollen von guten Ländern hören,
[930]
daher bitte ich Sie alle um einen Gefallen.
[934]
Ich verlange nicht viel.
[935]
Es könnte Ihnen leicht fallen,
[938]
es könnte für Sie sogar erfreulich und hilfreich sein:
[940]
Nämlich einfach anfangen, das Wort "gut"
[943]
in diesem Kontext zu benutzen.
[945]
Wenn Sie an Ihr eigenes Land denken,
[947]
wenn Sie an Länder anderer Menschen denken,
[949]
wenn Sie an Firmen denken,
[951]
wenn Sie an die heutige Welt denken,
[953]
beginnen Sie, das Wort zu benutzen
[955]
in der Form, über die ich diesen Abend gesprochen habe.
[958]
Nicht gut, als Gegenteil von schlecht,
[960]
denn diese Debatte ist nie abgeschlossen.
[962]
Gut als Gegenteil von selbstsüchtig.
[964]
Ein gutes Land ist eins, das an uns alle denkt.
[968]
Ich möchte, dass Sie das tun,
[969]
und nutzen Sie es als Stock,
[970]
mit dem Sie Ihre Politiker schlagen.
[973]
Wenn Sie sie wählen, erneut wählen,
[975]
für sie stimmen, sich anhören,
[977]
was sie Ihnen anbieten,
[979]
nutzen Sie das Wort "gut",
[981]
und fragen Sie sich:
[983]
"Würde das ein gutes Land tun?"
[985]
Wenn die Antwort nein ist, sollten Sie sehr wachsam sein.
[988]
Fragen Sie sich:
[989]
Ist das das Verhalten meines Landes?
[992]
Möchte ich aus einem Land kommen,
[994]
wo die Regierung in meinem Namen
[995]
solche Dinge tut?
[997]
Oder würde ich hingegen
[999]
nicht lieber mit erhobenem Haupt
[1001]
durch die Welt laufen und denken:
[1003]
"Ja, ich bin stolz, aus einem guten Land zu kommen"?
[1005]
Und jeder würde einen willkommen heißen.
[1007]
Jeder würde in den letzten 15 Sekunden vorm Einschlafen sagen:
[1012]
"Gott, bin ich froh, dass es das Land dieser Person gibt."
[1015]
Letztendlich wird das, glaube ich,
[1017]
zur Veränderung führen.
[1018]
Dieses Wort, "gut",
[1020]
sowie die Zahl 6,8
[1022]
und die Entdeckung dahinter
[1024]
haben mein Leben verändert.
[1026]
Sie können auch Ihr Leben verändern.
[1028]
Und wir können es nutzen,
[1029]
um das Verhalten von Politikern und Firmen zu ändern
[1032]
und dadurch können wir die Welt ändern.
[1036]
Ich begann ganz anders über mein eigenes Land zu denken,
[1039]
seit ich diese Dinge bedenke.
[1040]
Früher wollte ich in einem reichen Land leben
[1042]
und dann in einem glücklichen Land,
[1045]
aber ich begann zu erkennen, dass es nicht genug ist.
[1047]
Ich möchte nicht in einem reichen Land leben.
[1049]
Ich will nicht in einem schnellwachsenden
[1051]
oder wettbewerbsfähigen Land leben.
[1054]
Ich möchte in einem guten Land leben,
[1057]
und ich hoffe sehr, dass es Ihnen auch so geht.
[1060]
Danke.
[1063]
(Applaus)