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Top 5 nachhaltige ETFs für 2022 🌱 Diese ESG ETFs musst du kennen [Ratgeber] - YouTube
Channel: xHeavenFinance
[0]
Wer in Unternehmen investieren möchte,
die einen wirklichen Einfluss auf unser
[4]
Klima und die Umwelt haben, wird
mit reinen ESG oder SRI ETFs nicht
[8]
glücklich werden. Deswegen schauen wir
uns heute 5 wirklich nachhaltige ETFs an.
[20]
Hey, mein Name ist xHeaven und heute dreht
sich alles um das Thema "Nachhaltigkeit".
[24]
Um zu verstehen, wie Nachhaltigkeit
bei Finanzprodukten gehandhabt wird,
[28]
kläre ich zu Beginn einige wichtige Begriffe
und Kategorien von nachhaltigen ETFs:
[33]
Als Erstes sprechen wir über die SFDR Kategorien
für Fonds. Hier unterscheidet man Artikel 6,
[39]
8 & 9 Finanzprodukten. Artikel 6 Finanzprodukte
sind für uns heute irrelevant, da darunter alle
[46]
normalen, nicht nachhaltigen ETFs fallen. Das
heißt, wenn du nachhaltig investieren möchtest,
[52]
dann solltest du dir Artikel 8 und Artikel 9
merken bzw. darauf achten, ob der jeweilige
[58]
ETF ein Artikel 8 oder 9 Finanzprodukt ist.
Beginnen wir mit Artikel 8. Artikel 8 oder auch
[65]
hellgrüne Fonds sind alle klassischen ESG-ETFs.
Hierbei werden unter anderem ökologische oder
[72]
soziale Merkmale oder eine Kombination aus beiden
beworben. Das heißt, es werden einfach Unternehmen
[76]
gefiltert und das Ziel ist, dass der ETF dadurch
ein wenig nachhaltiger ist. Bei Artikel 9 oder
[83]
auch dunkelgrünen Finanzprodukten wird eine
nachhaltige Investition angestrebt. Hierbei
[89]
muss ein explizites Nachhaltigkeitsziel
verfolgt und messbar offengelegt werden,
[94]
inwiefern dieses Ziel erreicht werden soll.
Das heißt, wir haben einmal die hellgrünen
[98]
oder die ESG-Produkte und wir haben einmal die
dunkelgrünen oder Impact-Produkte. Kommen wir
[105]
nun zu den unterschiedlichen Namenszusätzen
der ETFs. Das heißt, wir schauen uns ESG
[110]
Screened, ESG Enhanced, SRI, usw. an - also
erst einmal die Artikel 8 Finanzprodukte.
[117]
Hierbei wird ein Index genommen, wie z. B. der
MSCI World und Unternehmen werden entfernt bzw.
[123]
gefiltert, die entweder gewisse Anforderungen
nicht erfüllen oder zu einer kontroversen Branche
[128]
gehören, was automatisch zum Ausschluss führt.
Eine zentrale Kennzahl dabei ist vor allem das
[134]
ESG-Rating von MSCI, wovon ich persönlich
kein großer Fan bin. Da jede Ratingagentur
[140]
Unternehmen unterschiedlich nachhaltig einstuft,
finde ich solche Kennzahlen sehr problematisch.
[147]
Aber eins stellen wir fest je strenger der Ansatz,
desto mehr Unternehmen werden gefiltert. Bei ESG
[153]
Screened wird am wenigsten gefiltert, bei SRI in
der Regel am meisten. Daneben gibt es noch leider
[159]
viele weitere Bezeichnungen wie z. B. ESG Leaders,
ESG Universal Select oder Low Carbon. Die vielen
[168]
verschiedenen Namen sorgen leider für Verwirrung.
Deswegen der Tipp: Orientiere dich nicht an den
[173]
Namen, sondern schau dir den ETF genau an und
achte auf die Anzahl der abgebildeten Unternehmen,
[179]
die Top 10, der Anteil der Top 10 und auf den
Referenzindex. Das heißt bei solchen hellgrünen
[186]
Artikel 8 Finanzprodukten werden lediglich die
schlimmsten Unternehmen (laut MSCI) gefiltert. Es
[194]
wird nicht gezielt in Unternehmen investiert, die
besonders nachhaltig sind oder an Technologien für
[199]
eine grüne Zukunft arbeiten. Das ist einfach
nicht das Ziel dieses Ansatzes. Man darf es
[205]
nicht kritisieren, wenn es nicht das Ziel dieser
Finanzprodukte ist. Das war die erste Möglichkeit,
[209]
Nachhaltigkeit im Portfolio abzubilden -
einfach mit einem ESG Screened oder SRI ETF.
[214]
Als Nächstes gibt es Branchen- & Themen-ETFs,
die Nachhaltigkeit vermuten lassen. Investiert
[221]
man beispielsweise in einen Wasser, Recycling
oder Erneuerbare Energien-ETF liegt es nahe,
[227]
dass man nachhaltige Unternehmen im Portfolio hat.
Das Problem ist allerdings: das ist leider nicht
[232]
immer der Fall. Wer großen Wert darauf
legt, keine Unternehmen im ETF zu haben,
[237]
die einen großen Teil ihrer Umsätze weiterhin mit
Kohlekraft machen, muss genau auf die Strategie
[244]
und Zusammensetzung der ETFs schauen.Wir stellen
fest. Bisher können trotz Ausschlusskriterien oder
[254]
Fokussierung auf eigentlich nachhaltig wirkende
Themen nicht nachhaltige Unternehmen weiterhin
[261]
im ETF enthalten sein. Was bleibt übrig? Artikel 9
Finanzprodukte, bei denen offengelegt werden muss,
[268]
wie durch die Investition das messbare
Nachhaltigkeitsziel erreicht werden
[272]
soll. Hier sprechen wir von Impact Investing. Das
heißt, die Nachhaltigkeit steht vor der Rendite.
[281]
Wir sehen also: Ein wenig Nachhaltigkeit bekommt
man ziemlich leicht ins Portfolio. Wer aber
[286]
besonders wert auf eine strenge Strategie legt
und eben nicht RWE oder Nestlé im Portfolio haben
[292]
möchte oder gezielt in Unternehmen investieren
möchte, die zu einer grünen Zukunft einen großen Beitrag
[297]
leisten, stößt schnell an seine Grenzen und
muss viel Zeit investieren, um den passenden
[303]
ETF zu finden. Deswegen schauen wir uns jetzt 5
wirklich nachhaltige ETFs an: ETF Nummer eins ist
[309]
der Rize Environmental Impact 100 ETF. Dieser ETF
bietet Anlegern und Anlegerinnen die Möglichkeit
[316]
der Investition in die 100 einflussreichsten
Unternehmen, die Lösungen für die drängendsten
[321]
Klima- und Umweltherausforderungen der Welt
entwickeln und anwenden. Dabei wird in Unternehmen
[326]
investiert, die in den relevantesten Umwelt-Themen
tätig sind, darunter Wasser, Elektromobilität,
[332]
erneuerbare Energie und Wasserstoff,
Energieeffizienz, Abfall und Kreislaufwirtschaft
[337]
und naturbasierte Lösungen. Im Gegensatz zu
anderen nachhaltigen ETFs werden nicht Unternehmen
[343]
gefiltert, die gewisse Mindeststandards nicht
erfüllen; hier werden gezielt Unternehmen gewählt,
[348]
die zur Energiewende beitragen, die den
Planeten und die Umwelt retten wollen.
[354]
Diesen ETF habe ich bereits ausführlich in einem
Video analysiert. Das Video findest du in der
[359]
Infokarte und in der Beschreibung. Der ETF hat
eine TER von 0,55 %, bildet 100 Unternehmen ab
[367]
und die Top 10 kommen auf einen Anteil von 15,72
%. ETF Nummer zwei kommt auch von Rize. Es ist
[374]
der Rize Sustainable Future of Food ETF und damit
Europas erster ETF für nachhaltige Nahrungsmittel.
[382]
Dieser bietet Anlegern und Anlegerinnen die
Möglichkeit, in Unternehmen zu investieren, die
[387]
über die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette
hinweg innovativ tätig sind,
[392]
um so ein nachhaltigeres, sicheres und faires
Ernährungssystem für unseren Planeten aufzubauen.
[399]
Im Gegensatz zu anderen Lebensmittel-ETFs
werden gezielt Unternehmen ausgeschlossen,
[404]
die mit Fleisch und tierischen Produkten Geld
verdienen, auf kommerziellen Fischfang und
[410]
Fischzucht wird verzichtet und zudem wird streng
auf den Umgang mit Palmöl und Sojabohnen geachtet.
[417]
Diesen ETF habe ich auch ausführlich in
einem Video analysiert. Das Video findest
[421]
du in der Infokarte und in der Beschreibung.
Sehr interessant ist auch die Kombination aus
[425]
beiden Rize ETFs, weil es keine Überschneidungen
gibt. Sie sind quasi so konzipiert,
[430]
dass sie als Einheit funktionieren.
Der ETF hat eine TER von 0,45 %,
[434]
bildet 45 Unternehmen ab und die Top
10 kommen auf einen Anteil von 33,52 %.
[441]
Beide Rize ETFs und auch die drei weiteren ETFs
sind bei Scalable Capital als Sparplan verfügbar.
[446]
Falls du noch kein Konto bei Scalable hast,
kannst du gerne meinen Link in der Beschreibung
[451]
nutzen - damit würdest du mich unterstützen.
ETF Nummer drei ist der Invesco Global Clean
[459]
Energy ETF. Wie der Name verrät, dreht sich bei
diesem Themen-ETF alles um Clean Energy bzw. die
[465]
Erzeugung und Nutzung sauberer Energien und die
Förderung erneuerbarer Energien. Im Gegensatz
[472]
zu anderen ETFs dieser Art stehen allerdings
nicht die Versorger im Vordergrund. Abgebildet
[478]
wird ein Index, über dessen Zusammensetzung wohl
die umfangreichsten Reports erstellt werden. Auf
[484]
der Internetseite wird jedes Quartal ein etwa 100
Seiten langer Bericht über den Index, die Branche,
[490]
die Indexmitglieder und noch vieles mehr zur
Verfügung gestellt - definitiv lesenswert. In
[496]
dem Index finden sich Unternehmen, die
sich auf Wind-, Solar-, Biokraftstoff-,
[501]
Wasser-, Wellen-, Gezeiten-, Geothermie- und
andere relevante Bereiche der erneuerbaren
[507]
Energien konzentrieren. Daneben werden auch
die Themen Energieumwandlung, -speicherung,
[512]
-erhaltung, - effizienz berücksichtigt
und Materialien, die im Zusammenhang
[517]
mit diesen Aktivitäten, Kohlenstoff- und
Treibhausgasreduzierung, Verschmutzungskontrolle,
[523]
aufkommenden Wasserstoff und Brennstoffzellen
benötigt werden. Eine Besonderheit: Lediglich 34
[529]
% der abgebildeten Unternehmen kommen aus Amerika.
Der ETF hat eine TER von 0,60 %,
[536]
bildet 125 Unternehmen ab und die Top
10 kommen auf einen Anteil von 11,90 %.
[542]
ETF Nummer vier ist der BNP Paribas Easy
ECPI Circular Economy Leaders ETF. Bei
[553]
diesem gleichgewichteten Index
steht die Kreislaufwirtschaft im
[557]
Mittelpunkt. Neben positiven ESG-Ratings
werden gezielt Unternehmen ausgewählt,
[562]
die auf ressourcenschonende Betriebsmittel,
Verlängerung der Produktlebensdauer, Recycling,
[568]
Humankapital und Unternehmensführung achten.
Der Index besteht aus Unternehmen,
[572]
die konkrete Lösungen für bestimmte ökologische
und/oder soziale Herausforderungen bieten,
[578]
mit dem Bestreben, vom erwarteten zukünftigen
Wachstum in diesen Bereichen zu profitieren
[584]
und dabei Kapital für den Wandel zu einer
CO2-armen, inklusiven Wirtschaft bereitzustellen.
[591]
Alle 6 Monate werden die Geschäftsmodelle der
abgebildeten Unternehmen überprüft. Besonders
[596]
geachtet wird auf die Bereitstellung von
erneuerbaren Energien, biobasierten oder
[600]
vollständig recycelbaren Rohstoffen als Ersatz
für Rohstoffe mit nur einem Lebenszyklus.
[607]
Der ETF hat eine TER von 0,30 %,
bildet 50 Unternehmen ab und die
[612]
Top 10 kommen auf einen Anteil von 22,17 %.
Kommen wir nun zu dem fünften und letzten
[618]
ETF - das ist der L&G Clean Water ETF, der -
wie der Name verrät - Unternehmen abbildet, die
[626]
irgendeinen Bezug zum Thema Wasser haben. Konkret
genannt werden die Bereiche: „Technologie“,
[633]
„Digitales“, „Versorgungsdienstleistungen“
und/oder „Technik“ für die globale Industrie
[640]
für sauberes Wasser. Wichtig dabei ist,
dass ein bestimmter Teil ihrer Umsätze
[645]
mit der Bereitstellung wasserbezogener
Dienstleistungen erzielt werden muss.
[650]
Aktuell gibt es 3 Wasser-ETFs, von denen die
beiden anderen erstens ausschüttend sind, zweitens
[657]
die Top 10 ein Gewicht von über 50 % einnehmen,
drittens teurer sind (also eine hohe TER haben)
[664]
und viertens ein häufig kritisiertes Unternehmen
wie Veolia enthalten. Zusätzlich dazu sind in dem
[672]
L&G ETF über 48 % Small Caps enthalten, die man
sehr selten im Portfolio hat - im Gegensatz dazu
[681]
sind es bei den beiden anderen knapp 19 & 24 %.
Dennoch ein kleiner Hinweis zu dem Thema.
[689]
Wasser und Nachhaltigkeit wird oft kritisch
betrachtet. Das Problem dabei ist vor allem,
[695]
dass einige Unternehmen mit sauberem Wasser -
das in der Idealvorstellung jedem und jeder auf
[701]
der Welt kostenlos zur Verfügung stehen sollte -
Geld verdienen. Häufig genannt wird Nestlé, das in
[707]
Afrika das ohnehin schon knappe Wasser abpumpt
und weiterverkauft. Deswegen sollte man sich
[715]
vorher mit dem Thema intensiv beschäftigen und
sich selbst fragen, ob man dieses Thema mit einem
[721]
eigenständigen ETF abbilden möchte. Im ETF sind
allerdings viele Unternehmen enthalten, die ihr
[729]
Geld mit Wasseraufbereitung - der Säuberung von
Wasser, Pumpsystemen etc. verdienen - also nicht
[736]
das, was bei Nestlé so kritisiert wird. Dennoch
ist das Thema “Wasser” immer sehr problematisch,
[742]
wenn man damit Geld verdienen will.
Der ETF hat eine TER von 0,49 %,
[747]
bildet 61 Unternehmen ab und die Top
10 kommen auf einen Anteil von 21,75 %.
[755]
Schauen wir uns zum Schluss die vergangene
Performance aller ETFs an. Einige dieser ETFs
[760]
sind zwar noch sehr jung, aber die Performance
spielt gar keine so große Rolle. Ich möchte an
[765]
dieser Stelle allerdings erneut betonen, dass
gerade bei den strengen Ansätzen der Rize ETFs die
[772]
Nachhaltigkeit vor der Rendite steht und bei den
Themen-ETFs ein deutlich höheres Risiko besteht
[779]
als bei einem global diversifizierten Ansatz.
Deswegen eignen sich solche Sektor-Wetten gut
[785]
als Beimischung, aber nicht als Basis. Dennoch
bin ich ein großer Fan der Rize ETFs und finde
[792]
das Konzept sehr gut. Die anderen drei ETFs
sind auch sehr interessant - definitiv mal
[797]
einen Blick wert. Das war's mit dem Video.
Ich hoffe, dass es dir gefallen hat, du etwas
[802]
lernen konntest und du nicht zu verwirrt in dem
Dschungel voller merkwürdiger ETF Namen und sehr
[809]
viel Greenwashing und pseudo-nachhaltigen
ETFs. Demnächst stelle ich meine ETFs vor,
[817]
die ich aktuell besparen und nächstes Jahr
gibt es dann noch ein paar neue Portfolios,
[822]
die ich bauen würde, wenn ich neu investieren
oder mit dem Investieren anfangen würde. "Wie
[828]
würde ich mir ein nachhaltiges Weltportfolio
usw. aufbauen." Ich freue mich sehr auf nächstes
[833]
Jahr und ich hoffe, dass wir uns demnächst
wieder sehen oder hören. Bis zum nächsten Mal.
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