Top 5 nachhaltige ETFs für 2022 🌱 Diese ESG ETFs musst du kennen [Ratgeber] - YouTube

Channel: xHeavenFinance

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Wer in Unternehmen investieren möchte,  die einen wirklichen Einfluss auf unser  
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Klima und die Umwelt haben, wird  mit reinen ESG oder SRI ETFs nicht  
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glücklich werden. Deswegen schauen wir  uns heute 5 wirklich nachhaltige ETFs an.
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Hey, mein Name ist xHeaven und heute dreht  sich alles um das Thema "Nachhaltigkeit".  
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Um zu verstehen, wie Nachhaltigkeit  bei Finanzprodukten gehandhabt wird,  
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kläre ich zu Beginn einige wichtige Begriffe  und Kategorien von nachhaltigen ETFs:  
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Als Erstes sprechen wir über die SFDR Kategorien  für Fonds. Hier unterscheidet man Artikel 6,  
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8 & 9 Finanzprodukten. Artikel 6 Finanzprodukte  sind für uns heute irrelevant, da darunter alle  
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normalen, nicht nachhaltigen ETFs fallen. Das  heißt, wenn du nachhaltig investieren möchtest,  
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dann solltest du dir Artikel 8 und Artikel 9  merken bzw. darauf achten, ob der jeweilige  
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ETF ein Artikel 8 oder 9 Finanzprodukt ist.  Beginnen wir mit Artikel 8. Artikel 8 oder auch  
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hellgrüne Fonds sind alle klassischen ESG-ETFs.  Hierbei werden unter anderem ökologische oder  
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soziale Merkmale oder eine Kombination aus beiden  beworben. Das heißt, es werden einfach Unternehmen  
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gefiltert und das Ziel ist, dass der ETF dadurch  ein wenig nachhaltiger ist. Bei Artikel 9 oder  
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auch dunkelgrünen Finanzprodukten wird eine  nachhaltige Investition angestrebt. Hierbei  
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muss ein explizites Nachhaltigkeitsziel  verfolgt und messbar offengelegt werden,  
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inwiefern dieses Ziel erreicht werden soll. Das heißt, wir haben einmal die hellgrünen  
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oder die ESG-Produkte und wir haben einmal die  dunkelgrünen oder Impact-Produkte. Kommen wir  
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nun zu den unterschiedlichen Namenszusätzen  der ETFs. Das heißt, wir schauen uns ESG  
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Screened, ESG Enhanced, SRI, usw. an - also  erst einmal die Artikel 8 Finanzprodukte. 
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Hierbei wird ein Index genommen, wie z. B. der  MSCI World und Unternehmen werden entfernt bzw.  
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gefiltert, die entweder gewisse Anforderungen  nicht erfüllen oder zu einer kontroversen Branche  
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gehören, was automatisch zum Ausschluss führt.  Eine zentrale Kennzahl dabei ist vor allem das  
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ESG-Rating von MSCI, wovon ich persönlich  kein großer Fan bin. Da jede Ratingagentur  
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Unternehmen unterschiedlich nachhaltig einstuft,  finde ich solche Kennzahlen sehr problematisch.  
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Aber eins stellen wir fest je strenger der Ansatz,  desto mehr Unternehmen werden gefiltert. Bei ESG  
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Screened wird am wenigsten gefiltert, bei SRI in  der Regel am meisten. Daneben gibt es noch leider  
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viele weitere Bezeichnungen wie z. B. ESG Leaders,  ESG Universal Select oder Low Carbon. Die vielen  
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verschiedenen Namen sorgen leider für Verwirrung.  Deswegen der Tipp: Orientiere dich nicht an den  
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Namen, sondern schau dir den ETF genau an und  achte auf die Anzahl der abgebildeten Unternehmen,  
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die Top 10, der Anteil der Top 10 und auf den  Referenzindex. Das heißt bei solchen hellgrünen  
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Artikel 8 Finanzprodukten werden lediglich die  schlimmsten Unternehmen (laut MSCI) gefiltert. Es  
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wird nicht gezielt in Unternehmen investiert, die  besonders nachhaltig sind oder an Technologien für  
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eine grüne Zukunft arbeiten. Das ist einfach  nicht das Ziel dieses Ansatzes. Man darf es  
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nicht kritisieren, wenn es nicht das Ziel dieser  Finanzprodukte ist. Das war die erste Möglichkeit,  
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Nachhaltigkeit im Portfolio abzubilden -  einfach mit einem ESG Screened oder SRI ETF.  
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Als Nächstes gibt es Branchen- & Themen-ETFs,  die Nachhaltigkeit vermuten lassen. Investiert  
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man beispielsweise in einen Wasser, Recycling  oder Erneuerbare Energien-ETF liegt es nahe,  
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dass man nachhaltige Unternehmen im Portfolio hat.  Das Problem ist allerdings: das ist leider nicht  
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immer der Fall. Wer großen Wert darauf  legt, keine Unternehmen im ETF zu haben,  
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die einen großen Teil ihrer Umsätze weiterhin mit  Kohlekraft machen, muss genau auf die Strategie  
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und Zusammensetzung der ETFs schauen.Wir stellen  fest. Bisher können trotz Ausschlusskriterien oder  
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Fokussierung auf eigentlich nachhaltig wirkende  Themen nicht nachhaltige Unternehmen weiterhin  
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im ETF enthalten sein. Was bleibt übrig? Artikel 9  Finanzprodukte, bei denen offengelegt werden muss,  
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wie durch die Investition das messbare  Nachhaltigkeitsziel erreicht werden  
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soll. Hier sprechen wir von Impact Investing. Das  heißt, die Nachhaltigkeit steht vor der Rendite. 
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Wir sehen also: Ein wenig Nachhaltigkeit bekommt  man ziemlich leicht ins Portfolio. Wer aber  
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besonders wert auf eine strenge Strategie legt  und eben nicht RWE oder Nestlé im Portfolio haben  
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möchte oder gezielt in Unternehmen investieren  möchte, die zu einer grünen Zukunft einen großen Beitrag  
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leisten, stößt schnell an seine Grenzen und  muss viel Zeit investieren, um den passenden  
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ETF zu finden. Deswegen schauen wir uns jetzt 5  wirklich nachhaltige ETFs an: ETF Nummer eins ist  
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der Rize Environmental Impact 100 ETF. Dieser ETF  bietet Anlegern und Anlegerinnen die Möglichkeit  
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der Investition in die 100 einflussreichsten  Unternehmen, die Lösungen für die drängendsten  
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Klima- und Umweltherausforderungen der Welt  entwickeln und anwenden. Dabei wird in Unternehmen  
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investiert, die in den relevantesten Umwelt-Themen  tätig sind, darunter Wasser, Elektromobilität,  
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erneuerbare Energie und Wasserstoff,  Energieeffizienz, Abfall und Kreislaufwirtschaft  
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und naturbasierte Lösungen. Im Gegensatz zu  anderen nachhaltigen ETFs werden nicht Unternehmen  
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gefiltert, die gewisse Mindeststandards nicht  erfüllen; hier werden gezielt Unternehmen gewählt,  
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die zur Energiewende beitragen, die den  Planeten und die Umwelt retten wollen. 
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Diesen ETF habe ich bereits ausführlich in einem  Video analysiert. Das Video findest du in der  
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Infokarte und in der Beschreibung. Der ETF hat  eine TER von 0,55 %, bildet 100 Unternehmen ab  
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und die Top 10 kommen auf einen Anteil von 15,72  %. ETF Nummer zwei kommt auch von Rize. Es ist  
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der Rize Sustainable Future of Food ETF und damit  Europas erster ETF für nachhaltige Nahrungsmittel.  
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Dieser bietet Anlegern und Anlegerinnen die  Möglichkeit, in Unternehmen zu investieren, die  
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über die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette  hinweg innovativ tätig sind,  
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um so ein nachhaltigeres, sicheres und faires  Ernährungssystem für unseren Planeten aufzubauen.  
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Im Gegensatz zu anderen Lebensmittel-ETFs  werden gezielt Unternehmen ausgeschlossen,  
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die mit Fleisch und tierischen Produkten Geld  verdienen, auf kommerziellen Fischfang und  
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Fischzucht wird verzichtet und zudem wird streng  auf den Umgang mit Palmöl und Sojabohnen geachtet. 
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Diesen ETF habe ich auch ausführlich in  einem Video analysiert. Das Video findest  
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du in der Infokarte und in der Beschreibung. Sehr interessant ist auch die Kombination aus  
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beiden Rize ETFs, weil es keine Überschneidungen  gibt. Sie sind quasi so konzipiert,  
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dass sie als Einheit funktionieren. Der ETF hat eine TER von 0,45 %,  
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bildet 45 Unternehmen ab und die Top  10 kommen auf einen Anteil von 33,52 %. 
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Beide Rize ETFs und auch die drei weiteren ETFs  sind bei Scalable Capital als Sparplan verfügbar.  
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Falls du noch kein Konto bei Scalable hast,  kannst du gerne meinen Link in der Beschreibung  
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nutzen - damit würdest du mich unterstützen. ETF Nummer drei ist der Invesco Global Clean  
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Energy ETF. Wie der Name verrät, dreht sich bei  diesem Themen-ETF alles um Clean Energy bzw. die  
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Erzeugung und Nutzung sauberer Energien und die  Förderung erneuerbarer Energien. Im Gegensatz  
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zu anderen ETFs dieser Art stehen allerdings  nicht die Versorger im Vordergrund. Abgebildet  
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wird ein Index, über dessen Zusammensetzung wohl  die umfangreichsten Reports erstellt werden. Auf  
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der Internetseite wird jedes Quartal ein etwa 100  Seiten langer Bericht über den Index, die Branche,  
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die Indexmitglieder und noch vieles mehr zur  Verfügung gestellt - definitiv lesenswert. In  
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dem Index finden sich Unternehmen, die  sich auf Wind-, Solar-, Biokraftstoff-,  
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Wasser-, Wellen-, Gezeiten-, Geothermie- und  andere relevante Bereiche der erneuerbaren  
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Energien konzentrieren. Daneben werden auch  die Themen Energieumwandlung, -speicherung,  
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-erhaltung, - effizienz berücksichtigt  und Materialien, die im Zusammenhang  
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mit diesen Aktivitäten, Kohlenstoff- und  Treibhausgasreduzierung, Verschmutzungskontrolle,  
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aufkommenden Wasserstoff und Brennstoffzellen  benötigt werden. Eine Besonderheit: Lediglich 34  
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% der abgebildeten Unternehmen kommen aus Amerika. Der ETF hat eine TER von 0,60 %,  
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bildet 125 Unternehmen ab und die Top  10 kommen auf einen Anteil von 11,90 %. 
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ETF Nummer vier ist der BNP Paribas Easy  ECPI Circular Economy Leaders ETF. Bei  
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diesem gleichgewichteten Index  steht die Kreislaufwirtschaft im  
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Mittelpunkt. Neben positiven ESG-Ratings  werden gezielt Unternehmen ausgewählt,  
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die auf ressourcenschonende Betriebsmittel,  Verlängerung der Produktlebensdauer, Recycling,  
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Humankapital und Unternehmensführung achten. Der Index besteht aus Unternehmen,  
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die konkrete Lösungen für bestimmte ökologische  und/oder soziale Herausforderungen bieten,  
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mit dem Bestreben, vom erwarteten zukünftigen  Wachstum in diesen Bereichen zu profitieren  
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und dabei Kapital für den Wandel zu einer  CO2-armen, inklusiven Wirtschaft bereitzustellen. 
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Alle 6 Monate werden die Geschäftsmodelle der  abgebildeten Unternehmen überprüft. Besonders  
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geachtet wird auf die Bereitstellung von  erneuerbaren Energien, biobasierten oder  
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vollständig recycelbaren Rohstoffen als Ersatz  für Rohstoffe mit nur einem Lebenszyklus. 
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Der ETF hat eine TER von 0,30 %,  bildet 50 Unternehmen ab und die  
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Top 10 kommen auf einen Anteil von 22,17 %. Kommen wir nun zu dem fünften und letzten  
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ETF - das ist der L&G Clean Water ETF, der -  wie der Name verrät - Unternehmen abbildet, die  
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irgendeinen Bezug zum Thema Wasser haben. Konkret  genannt werden die Bereiche: „Technologie“,  
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„Digitales“, „Versorgungsdienstleistungen“  und/oder „Technik“ für die globale Industrie  
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für sauberes Wasser. Wichtig dabei ist,  dass ein bestimmter Teil ihrer Umsätze  
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mit der Bereitstellung wasserbezogener  Dienstleistungen erzielt werden muss. 
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Aktuell gibt es 3 Wasser-ETFs, von denen die  beiden anderen erstens ausschüttend sind, zweitens  
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die Top 10 ein Gewicht von über 50 % einnehmen,  drittens teurer sind (also eine hohe TER haben)  
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und viertens ein häufig kritisiertes Unternehmen  wie Veolia enthalten. Zusätzlich dazu sind in dem  
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L&G ETF über 48 % Small Caps enthalten, die man  sehr selten im Portfolio hat - im Gegensatz dazu  
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sind es bei den beiden anderen knapp 19 & 24 %. Dennoch ein kleiner Hinweis zu dem Thema.  
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Wasser und Nachhaltigkeit wird oft kritisch  betrachtet. Das Problem dabei ist vor allem,  
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dass einige Unternehmen mit sauberem Wasser -  das in der Idealvorstellung jedem und jeder auf  
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der Welt kostenlos zur Verfügung stehen sollte -  Geld verdienen. Häufig genannt wird Nestlé, das in  
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Afrika das ohnehin schon knappe Wasser abpumpt  und weiterverkauft. Deswegen sollte man sich  
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vorher mit dem Thema intensiv beschäftigen und  sich selbst fragen, ob man dieses Thema mit einem  
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eigenständigen ETF abbilden möchte. Im ETF sind  allerdings viele Unternehmen enthalten, die ihr  
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Geld mit Wasseraufbereitung - der Säuberung von  Wasser, Pumpsystemen etc. verdienen - also nicht  
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das, was bei Nestlé so kritisiert wird. Dennoch  ist das Thema “Wasser” immer sehr problematisch,  
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wenn man damit Geld verdienen will. Der ETF hat eine TER von 0,49 %,  
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bildet 61 Unternehmen ab und die Top  10 kommen auf einen Anteil von 21,75 %. 
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Schauen wir uns zum Schluss die vergangene  Performance aller ETFs an. Einige dieser ETFs  
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sind zwar noch sehr jung, aber die Performance  spielt gar keine so große Rolle. Ich möchte an  
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dieser Stelle allerdings erneut betonen, dass  gerade bei den strengen Ansätzen der Rize ETFs die  
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Nachhaltigkeit vor der Rendite steht und bei den  Themen-ETFs ein deutlich höheres Risiko besteht  
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als bei einem global diversifizierten Ansatz.  Deswegen eignen sich solche Sektor-Wetten gut  
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als Beimischung, aber nicht als Basis. Dennoch  bin ich ein großer Fan der Rize ETFs und finde  
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das Konzept sehr gut. Die anderen drei ETFs  sind auch sehr interessant - definitiv mal  
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einen Blick wert. Das war's mit dem Video.  Ich hoffe, dass es dir gefallen hat, du etwas  
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lernen konntest und du nicht zu verwirrt in dem  Dschungel voller merkwürdiger ETF Namen und sehr  
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viel Greenwashing und pseudo-nachhaltigen  ETFs. Demnächst stelle ich meine ETFs vor,  
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die ich aktuell besparen und nächstes Jahr  gibt es dann noch ein paar neue Portfolios,  
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die ich bauen würde, wenn ich neu investieren  oder mit dem Investieren anfangen würde. "Wie  
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würde ich mir ein nachhaltiges Weltportfolio  usw. aufbauen." Ich freue mich sehr auf nächstes  
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Jahr und ich hoffe, dass wir uns demnächst  wieder sehen oder hören. Bis zum nächsten Mal.